Fahrbericht Lexus RX 300 AWD

Der Lexus RX 300 macht in den USA dem Mercedes-Geländewagen ML 320 Konkurrenz, und zwar mit einigen bemerkenswerten Qualitäten.

Die Ähnlichkeit ist offensichtlich. Der Lexus RX 300 und der Mercedes ML 320 wirken in ihrem Stil beinahe deckungsgleich. Den Verdacht, kopiert zu haben, können die Designer beider Autos mit dem Hinweis auf das Jahr des Stapellaufs zerstreuen. Das war in beiden Fällen 1997.

In seiner Konzeption unterscheidet sich der Lexus aber klar von seinem Konkurrenten. Er ist frei vom Ehrgeiz der M-Klasse, ein ernsthafter Geländewagen zu sein. Er stellt vielmehr eine hochbeinige Ableitung vom Toyota Camry dar. Die Abstammung vom Personenwagen dokumentiert der Lexus mit einem Interieur, das eher luxuriös und üppig wirkt als geländewagenmäßig strapazierfähig und schlicht. Der allgemeine Qualitätseindruck ist ausgezeichnet.

Die vorderen Sitze überzeugen mit Perfektion in Form und Bequemlichkeit, während die Hinterbänkler auf knappen Kissen hocken. Gutbürgerlich das Antriebskonzept: vorn ein Quermotor. Allradantrieb gibt es als ein 1400 Dollar teures Extra, ein Torsen-Differential hinten für weitere 390 Dollar. Eine Geländereduktion ist nicht zu haben. Für schweres Gelände kommt der Lexus also nicht in Frage. Souveränen Vortrieb sichert der Dreiliter-Sechszylinder mit 220 PS. Wie bei Lexus üblich, läuft der 60 Grad-V6 seidenweich und vibrationsarm. Die nachgeschaltete Viergangautomatik befleißigt sich ähnlich guter Manieren. Deutliche Ausrichtung auf Komfort zeigt auch das Fahrwerk.

Die Lenkung ist leichtgängig und zielsicher. Federung und Dämpfung garantieren ein geschmeidiges Abrollen auf kleinen und auf großen Bodenwellen. Selbst Naturstraßen werden mit Eleganz gemeistert. Die insgesamt weiche Abstimmung führt in der Kurve zu gut wahrnehmbarer Seitenneigung, die etwas Gewöhnung erfordert, aber der Fahrsicherheit keinen Abbruch tut. In der Summe seiner Qualitäten ist der Lexus RX 300 in den USA (33 700 Dollar mit Allradantrieb) ein starker Konkurrent für den Mercedes ML 320 (ab 34 950 Dollar). Entsprechend haben sich die beiden 1998 auf dem US-Markt ein hartes Rennen geliefert, das der Mercedes mit monatlich knapp 3300 verkauften Exemplaren gegen den Lexus mit 3200 gewonnen hat. In Deutschland wird der Lexus die Kreise von Daimler- Chrysler vorerst nicht stören. Der Verkauf soll erst im Jahr 2000 starten.

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