Fahrbericht Lexus RX 300

Erstmals tritt Lexus in Europa mit einem Sport Utility Vehicle an. Der RX 300 sieht aus wie ein ernster Geländewagen, ist aber ein komfortabler On-Roader.

Seine Feuertaufe hat der robuste, aber keinesfalls un­elegante RX 300 längst bestanden: In den USA flaniert er ­bereits seit zwei Jahren auf den Boulevards und Highways.

Dort hat er sich rasch mit jährlichen Verkaufszahlen von deutlich über 70 000 Exemplaren zum Bestseller der Nobelmarke Lexus entwickelt. Auch in Japan gehört der hochbeinige Wagon unter der Bezeichnung Toyo­ta Harrier zum Straßenbild.

Ab Ende Oktober kommt der bei flüchtiger Betrachtung wie ein Double seines Konkurrenten Mercedes M-Klasse aussehende Sport Utility auch in der Alten Welt auf den Markt. Hier zu Lande kostet er rund
81 000 Mark und soll pro Jahr 1500 Käufer finden. Dass er das Zeug dazu mitbringt, steht außer Frage. Dafür sorgen schon markentypische Tugenden, von denen er einige zu bieten hat.

Dazu gehört beispielsweise das Verwöhn-Ambiente im großzügig geschnittenen Innenraum mit sehr bequemen Sesseln vorn sowie asymmetrisch geteilter, getrennt verschieb- und umklappbarer Rückbank.

Hochwertig anmutende Materialien, alu- oder holzfarbene Applikationen, feine Sitzbezüge aus Velours oder Leder (Aufpreis ab 3912 Mark), eine funktionelle Ausstattung und die solide Detailverarbeitung erwecken den Eindruck, in einem kommoden Personenwagen unterwegs zu sein.

Das ist durchaus beabsichtigt. Denn der RX 300 will sich nicht als Arbeitstier schinden, sondern verkörpert den komfortbetonten Luxuskombi, was seine selbsttragende Karosserie unterstreicht. Da passt auch die reichhaltige Serienausstattung gut ins Bild: unter anderem sechs Airbags, ABS, Brems-
assistent, das ESP-Pendant Vehicle Stability Control (VSC), Touch-Screen-Display für Klimaautomatik, Audiosystem und Tripcomputer, Tempomat sowie zahlreiche praktische Ablagen.

Anders als in den USA, wo der RX auch mit Frontantrieb erhältlich ist, treibt der quer eingebaute Dreiliter-V6 bei den europäischen Modellen permanent alle vier einzeln aufgehängten Räder an. Die Kraftverteilung, üblicherweise 50:50, variiert bei Schlupf eine mit
dem Zentraldifferenzial gekoppelte Viscosperre. Eine Geländereduktion ist nicht vorgesehen.

Der mit variabler Ventilsteuerung (VVT-i) bestückte V6 leistet 201 PS und stemmt schon bei 1600 Touren 80 Prozent seines maximalen Dreh-moments (283 Nm) auf die Kurbelwelle. Eindrucksvoller als diese Zahlen ist die Art, wie er sich in Szene setzt: ausnehmend kultiviert, seidenweich und vorbildlich leise selbst bei hohen Drehzahlen.

Natürlich spürt man, dass er knapp zwei Tonnen zu bewegen hat, doch kann man mit dem Temperament zufrieden sein. Wer mit dem RX seinem Charakter gemäß cruist, wird auch an der Automatik nicht viel mäkeln. Sie hat zwar nur vier Stufen, waltet aber sehr gekonnt ihres Amtes.

So komfortorientiert wie die Antriebseinheit ist auch das speziell für den Einsatz in Europa überarbeitete Fahrwerk ­abgestimmt. Die Federung arbeitet für einen Geländegänger ungewöhnlich schluckfreudig. In Handling und Fahrverhalten vermittelt der RX mit geringen Abstrichen wie der erhöhten Seitenneigung in Kurven na­hezu Personenwagen-Feeling. Und zwar von der anspruchsvollen Art.

Technische Daten

Lexus RX 300
Grundpreis 42.500 €
Außenmaße 4580 x 1815 x 1660 mm
Kofferraumvolumen 489 bis 1725 l
Hubraum / Motor 2995 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 148 kW / 201 PS bei 5600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h
Verbrauch 13,0 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Zur Startseite
Lexus RX
Artikel 0
Tests 0
Generationen 0
Alles über Lexus RX