Fahrbericht Mazda MX-5 1.9

Die Form des attraktiven Mazda MX-5 ändert sich mit dem Modellwechsel nur wenig. Die neuerdings fest installierten Scheinwerfer sollen dem beliebten Roadster nun aber den letzten Schliff verleihen.

Klappen gehört beim MX-5 nicht mehr zum Handwerk. Mit der zweiten Generation verabschiedet sich Mazda von jenen umstrittenen Scheinwerfern, die im Rückspiegel vorausfahrender Autos bisweilen wie zitternde Leuchtkugeln auftauchten. Ellipsenförmige, fest installierte Leuchten sorgen dafür, daß nun auch die Front des Zweisitzers formvollendet wirkt. Neun Jahre nach der Präsentation hält sich Mazda darüber hinaus zumindest mit augenfälligen Veränderungen zurück.

Kein Wunder, denn der Erfolg gibt den Erfindern immer noch recht. Der MX-5 hat sich seit 1989 fast eine halbe Million mal verkauft und erscheint selbst nach einem knappen Jahrzehnt Produktionsdauer neben seinen Konkurrenten nicht veraltet. Weil der Wettbewerb in diesem Segment härter wird, kommt auch der MX-5 um Modernisierungsmaßnahmen nicht herum, ohne das bewährte Konzept (vorne längs eingebauter Vierzylinder, Heckantrieb) in Frage zu stellen. Liebhaber der ersten Generation müssen sich trotzdem mit Veränderungen anfreunden: Das bislang schnörkellose Design weist nun an Front und Heck Wölbungen auf, die verchromten Türgriffe wurden durch einfache Klappgriffe ersetzt und die Chromumrandungen der Instrumente ersatzlos gestrichen.

Doch der neue MX-5 zeigt sich auf den zweiten Blick in mancher Hinsicht alltagstauglicher: In den Türen gibt es endlich kleine Ablageboxen, das Handschuhfach faßt mit 6,3 Litern rund zwei Liter mehr, und der Kofferraum (plus 20 Liter) verfügt nun über einen ebenen Boden, weil Batterie und Ersatzrad unter der Ladefläche sitzen. 

Ganzjahresfahrer werden sich über die beheizbare Heckscheibe aus Glas freuen, die das kratzempfindliche Kunststoffenster ersetzt. Den charakteristischen Reißverschluß, der das Fahren mit geöffnetem Fenster bei geschlossenem Verdeck erlaubte, gibt es nicht mehr. Dafür präsentiert sich der Verdeckmechanismus weitgehend unverändert. Zwei Spanngriffe lösen, Verdeck zurückschlagen, fertig – wenn da nicht die nach wie vor fummelige Persenning wäre, die in ihrer Materialbeschaffenheit dazu noch billiger wirkt als vorher. Höherwertig erscheint dafür der Innenraum mit einer ansprechenderen Oberflächenbeschaffenheit und neuerdings mit Windschott.

Auffällig große, runde Lüftungseinheiten prägen die Anmutung des Cockpits ebenso wie eine Digitaluhr im Mittelbau. Bei der Suche nach der Fernentriegelung von Kofferraum und Tankdeckel wird allerdings immer noch Insiderwissen verlangt. Die Hebel sitzen weiterhin unter einer Klappe zwischen Fahrer und Beifahrer, die sich im MX-5 so nah wie eh und je sind. Fünf Millimeter mehr Breite machen sich in der Praxis nicht bemerkbar. Länge, Radstand und Höhe blieben unverändert, die Spur aber wurde vorne um zehn und hinten um 20 Millimeter verbreitert. Das Fahrwerk mit stärker dimensionierten Querstabilisatoren weist so auch die weitreichendsten Veränderungen auf, besonders im Hinblick auf Komfort.

Der Roadster absorbiert Fahrbahnunebenheiten wesentlich wirksamer als sein Vorgänger. Eine ruhigere Straßenlage und ein stabilerer Geradeauslauf sorgen besonders auf schnell gefahrenen Autobahnabschnitten für eine größere Entspanntheit beim Fahrer, der das Lenkrad nicht mehr so konzentriert festhalten muß wie bislang. Der Fahrspaß hat unter diesen Komfortmaßnahmen nicht gelitten. Der MX-5 wirkt mit seiner sehr direkt ausgelegten Servolenkung immer noch quirlig und umrundet kurvenreiche Strecken mit verblüffender Agilität. 

Bei ersten Fahrmöglichkeiten erwies sich das bislang in schnell gefahrenen Kurven spürbar zum Ausbrechen neigende Heck jedoch als nicht mehr so nervös wie beim Vorgänger. Geblieben ist das Fünfganggetriebe mit kurzen, knackigen Schaltwegen, das es in Kombination mit den bekannten, aber modifizierten Motoren gibt, die allerdings nur die Euro II- und nicht schon die D3-Norm erfüllen. Der 1,6 Liter-Vierzylinder leistet nun 110 PS (vorher 90 PS), der 1,9- Liter 140 PS (131 PS). In Verbindung mit dem starken, aber sehr rauhen Triebwerk wirkt der Mazda zwar ausreichend motorisiert, trotzdem fehlt dem Vierzylinder im Ansprechverhalten jener Kick, dem man sich von Sportwagen wünscht.

Ein Sechszylinder ist immer noch nicht in Sicht, ein Sechsganggetriebe bleibt Japan vorbehalten. In Deutschland lockt Mazda dafür mit einem verbesserten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Basis kostet mit 37 690 Mark zwar 740 Mark mehr, dafür zählen Beifahrer- Airbag und ABS jetzt zum Serienumfang, während Sidebags nach wie vor nicht lieferbar sind. Der 1,9 Liter ist mit 42 690 Mark sogar 260 Mark günstiger geworden – so bleibt der Preis das einzige, was am MX-5 nicht geliftet wurde.  

Technische Daten
Mazda MX-5 1.9
Grundpreis 22.151 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3975 x 1675 x 1230 mm
KofferraumvolumenVDA 135 l
Hubraum / Motor 1840 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 96 kW / 131 PS bei 6500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 197 km/h
Verbrauch 9,1 l/100 km
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