Fahrbericht Mercedes S 400 Blue Hybrid

Mercedes S-Klasse mit Hybridantrieb und Start-Stopp-Automatik

Mercedes S400 Blue Hybrid 2008 Foto: Mercedes 12 Bilder

Mit der Kombination Hybridantrieb plus innovativer Lithium-Ionen-Speicherbatterie strebt der Mercedes S 400 Blue Hybrid mit Macht die Pionierrolle unter den umweltfreundlichen Nobellimousinen an. Fahrbericht.

Auch im Top-Segment ist Spritsparen kein Fremdwort mehr. Mercdes S 400 Blue Hybrid heißt künftig der genügsamste S-Klasse-Benziner, der in der Luxusklasse den Titel des CO2-Champions anstrebt. Mit einem Normverbrauch von 7,9 Liter Benzin auf 100 Kilometer respektive CO2-Emissionen von 190 Gramm pro Kilometer ist man zwar ein gutes Stück von den hehren Zielvorstellungen der EU entfernt, doch schließlich wiegt die hybride Mercdes S-Klasse knapp zwei Tonnen.

Mercedes S 400 Blue Hybrid 9:18 Min.

S 400 Blue Hybrid: Hybrid spritziger als das Basismodell

Luxus hat eben Gewicht, und allein die Hybridkomponenten bringen 75 Kilogramm auf die Waage. Was den Mercedes S 400 Blue Hybrid dank hybridbedingten Modifikationen keineswegs träger als das Basismodell S 350 macht - im Gegenteil. Das war jedoch gar nicht die Zielsetzung, versichert Baureihen-Chef Hermann-Joseph Storp, "sondern ist vielmehr dem günstigen Drehmomentcharakter der E-Maschine zu verdanken".

Und dem 3,5-Liter-V6-Benziner, bei dem die Steuerzeiten der Einlassventile die Expansions- gegenüber der Verdichtungsphase nach dem Atkinson- Prinzip verlängert. Das verbessert den Wirkungsgrad und damit sogar die Leistung um sieben auf 279 PS. Zudem wird der Betriebspunkt bei Konstantfahrten mit höherem Tempo zugunsten eines geringeren spezifischen Verbrauchs verschoben. Selbst auf der Autobahn zeige sich beim Mercedes S 400 Blue Hybrid so ein Spareffekt, versichert Storp. Dass diese Modifikationen nicht auch dem Basis-V6 zugute kommen, erklärt er mit dem ruppigeren Lauf und der prinzipbedingten Drehmomentschwäche der Atkinson-Variante im unteren Drehzahlbereich.

S 400 Blue Hybrid: Elektromotor als Starthilfe

Dass man von beidem beim Fahren nichts merkt, ist der Verdienst des Elektro-Synchronmotors im Mercedes Hybridsystem, der sich platzsparend zwischen V6-Ausgang und Siebengang-Automatik zwängt. Denn der wirkt im Antriebsstrang auch wie ein dämpfendes Element. Seine Hauptaufgabe ist jedoch die Unterstützung des Verbrennungsmotors in dessen verbrauchsintensiven Phasen. Maximal 15 kW (20 PS) steuert er dann bei, was nicht nach einem gewaltigen Kraftakt klingt. Beeindruckender sind da schon die 160 Nm, die der E-Motor zusätzlich auf die Kurbelwelle wuchtet.

Komfortable Start-Stopp-Funktion im Mercedes S 400 Blue Hybrid

Und da er das sofort vom Start weg tut, entlastet er den Benziner genau dort, wo der Schwächen zeigt. Zudem ermöglicht der Elektromotor zusätzliche Spareffekte, denn er ist zugleich Generator und Starter. Damit lässt sich eine komfortable Start-Stopp-Funktion realisieren, die den Motor des Mercedes S 400 Blue Hybrid bereits beim Ausrollen unterhalb von 15 km/h abschaltet. Ein weiterer Baustein ist die für Hybride typische Fähigkeit zur teilweisen Rückführung der investierten Bewegungsenergie beim Bremsen. Das macht der Mercedes Hybrid in einem Drei-Stufen- Plan mit für den Fahrer praktisch unmerklichen Übergängen.

Mercedes S 400 Blue Hybrid: E-Antrieb ist im Motorraum untergebracht

Schon beim Rollen erzeugt das E-Aggregat des Mercedes S 400 Blue Hybrid Strom, der sich beim leichten Tritt aufs Bremspedal steigert. Erst in Phase drei treten die Scheibenbremsen unterstützend in Aktion. Zurückgeführt wird der Strom dann ins eigentliche Herzstück des neuen Hybridsystems, den Lithium-Ionen-Akku. Anders als bei anderen Vollhybriden aus Fernost ruht dieser, kaum größer als eine Starterbatterie, im Motorraum und beschneidet damit nicht das vorhandene Volumen für Fahrgäste und Gepäck. Seine relativ niedrige Spannung von 120 V ist Folge der Beschränkung auf den begrenzten Bauraum: Mehr als 35 Li-Ionen-Rundzellen waren im vorgegebenen Platz, einem rostfreien Edelstahl-Container, nicht unterzubringen.

Um gefährliche Temperaturspitzen zu verhindern, wird das System elektronisch überwacht und von der Bord-Klimaanlage auf Wohlfühl-Temperatur gehalten. Der eher geringe Energiegehalt von 882 Wh, das entspricht knapp 100 Milliliter Benzin, zeigt: Nicht auf rein elektrisch gefahrene, kurze Strecken mit hohem Symbolwert kam es Mercedes an, sondern auf den elektrischen Boost- Effekt in verbrauchsungünstigen Phasen. Aufgrund des gegebenen Bauraums und der üblichen Betriebspraxis betrachten inzwischen viele Experten diese Lösung als Königsweg zwischen Kostenaufwand und möglichem Spareffekt. Man darf also gespannt sein, wenn der Mercedes S 400 Blue Hybrid dann ab Juni 2009 zu haben sein wird.

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