Fahrbericht Renault Espace 2.0

Nachfolger soll neue Akzente setzen

Vor 12 Jahren löste Renault mit dem Espace die erste Minivan-Welle aus. Mit jetzt quer eingebautem Motor und einem hohen Maß an Variabilität soll der Nachfolger neue Akzente setzen.

Für den Van der ersten Stunde hat noch lange nicht die letzte Stunde geschlagen, obwohl der Espace im Kreise jüngerer Konkurrenten wie VW Sharan, Ford Galaxy sowie der Eurovans von Peugeot, Citroën und Fiat zuletzt ziemlich veraltet wirkte. Doch einem Comeback steht mit der Präsentation der dritten Generation nichts mehr im Wege: Schließlich hat Renault, bereits seit dem Twingo als Meister der Raumausnutzung bekannt, mit der Innenraumgestaltung des neuen Espace eine weitere französische Revolution geschafft. Für mehr Platz bei nur geringfügig veränderten Außenabmessungen sorgt in erster Linie der neuerdings quer eingebaute Motor. Davon profitieren besonders Fahrer und Beifahrer sowie die Passagiere in der zweiten Reihe, die beim Vorgänger noch sehr beengt saßen.

Durch eine Vielzahl pfiffiger Ideen erweist sich der Espace zusätzlich als außergewöhnlich variabler Reisebegleiter. Bereits in der Basisausführung gibt es durch sogenannte Varioschienen und viele einzelne Befestigungspunkte 44 verschiedene Positionen für jeden der hinteren Sitze. In der mittleren Ausstattung RXE mit Multifunktionssitzen sind es sogar 352 Variationsmöglichkeiten. Passagiere in den hinteren Reihen erhalten so die Möglichkeit, sich die notwendige Beinfreiheit selbst zu beschaffen. Schließlich lassen sich die Stühle auf den Schienen einfach vor- und zurückschieben.

Bei voller Bestuhlung fällt das Kofferraumvolumen auch bei diesem Van mit 275 Litern bescheiden aus. Wer aber bei Ikea ein sperriges Regal entdeckt, muß trotzdem nicht zweimal fahren: Auf den Varioschienen können die hinteren Stühle in einer Reihe hintereinander gestapelt werden, so daß eine zusätzliche Ladefläche entsteht. Werden auch die Plätze in der zweiten Reihe gebraucht, gibt es einen weiteren Trick, um mit wenigen Handgriffen unterwegs Stauraum zu schaffen: Die Sitze der dritten Reihe können platzsparend hochgeklappt werden.

Beispiellos erscheinen auch Form und Variabilität des Handschuhfachs. Während der Vorgänger noch mit einer winzigen Ablage auskommen mußte, besitzt der Espace jetzt eine sogenannte Megabox, die 33 Liter Volumen faßt und so umgebaut werden kann, daß die verschiedensten Gegenstände des Alltags von Kugelschreibern bis hin zur Aktentasche mühelos Platz finden. Ermöglicht wird diese außergewöhnliche Konstruktion durch eine Neugestaltung des Armaturenbrettes.

Die klassischen Instrumente sind einem Kombi-Display gewichen, das wie beim Twingo in der Mitte des Cockpits sitzt. Für die Heizung gibt es rechts und links außen zwei individuelle Bedienungssatelliten. Radioempfangsteil undVerstärker sitzen unter dem Beifahrersitz, die Bedienelemente im Lenkrad und das digitale Anzeigenfeld in der Instrumententafel. Zusätzlich zum üppigen Handschuhfach finden sich Ablagemöglichkeiten rundum.

Besonders praktisch: zwei Fächer vor Fahrer- und Beifahrersitz, die so groß sind, daß sich sogar Warndreieck und Feuerlöscher darin unterbringen lassen. Das Leben an Bord des Espace hat sich völlig verändert – nicht nur wegen des größeren Platzangebots, auch wegen der besseren Sitzposition. Sie fällt jetzt viel limousinenhafter aus als beim alten Espace, der stets das Gefühl vermittelte, als hätte der Fahrer auf einem Kutschbock Platz genommen.

Durch den Quereinbau des Motors entfällt der extrem lange Vorbau. Der neue Espace ist übersichtlicher und leichter zu rangieren. Zusammen mit dem kleinen Wendekreis (10,6 Meter) und der leichtgängigen, präzisen Servolenkung wirkt der Van handlich und wendig. Mit dem Modellwechsel hat Renault auch das Motorenprogramm komplett überarbeitet. Drei Triebwerke vomVierzylinder-Benziner über einen Diesel bis hin zum Drei-liter-V6 stehen zur Wahl (siehe Tabelle).

Der bereits aus dem Laguna bekannte 114 PS-Basismotor verschafft dem rund 1,5 Tonnen schweren Fahrzeug bei gleichmäßiger Kraftentfaltung ausreichend Vortrieb. Im oberen Drehzahlbereich schwillt er im Ton jedoch kräftig an. Einen viel leistungsstärkeren Eindruck als der Vierzylinder hinterließ auf ersten Fahrten der Dreiliter-V6, den es nur mit Automatik gibt. Da Renault beim Espace auf eine Mittelkonsole völlig verzichtet, sitzt der Wählhebel im Armaturenbrett – eine gewöhnungsbedürftige Lösung, weil der Fahrer nur mit Mühe hinter dem Lenkrad erspähen kann, ob er die richtige Fahrstufe eingelegt hat.

Konventionellere Wege geht Renault bei der Preisgestaltung: Rund 43.500 DM kostet der Espace in der Basisausführung. Damit zählt der Van nicht zu den Sonderangeboten, aber mit seiner hohen Variabilität zweifellos zu den besonderen Angeboten.

Technische Daten
Renault Espace 2.0 RXE
Grundpreis 25.411 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4517 x 1810 x 1690 mm
KofferraumvolumenVDA 275 bis 2850 l
Hubraum / Motor 1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 84 kW / 114 PS bei 5400 U/min
Höchstgeschwindigkeit 175 km/h
Verbrauch 9,7 l/100 km
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