Fahrbericht VW Golf 1.6 Variant

Gleich zwei kompakte Kombis aus einem Stall werden in Kürze um die Gunst der Kunden kämpfen: Neben dem VW Golf Variant präsentieren die Wolfsburger die herausgeputzte Kombi-Version des Bora.

Bis zum Produktionsende hat sich die Kombi-Version des Golf III gut verkauft. Eine Zeitlang lagen sogar so viele Bestellungen vor, daß nicht klar war, ob überhaupt alle Kaufwilligen noch mit dem Variant der vergangenen Baureihe bedient werden konnten.

Die Konfusionen haben sich jedoch gelegt, und kein Kunde, der den alten nicht mehr bekommen konnte, dürfte mit dem neuen Variant, der ab dem 7. Mai bei den Händlern steht, unzufrieden sein. Erster Punkt, der für den Golf IV mit dem langen Heck und maximal 1470 Liter Volumen spricht, ist der Preis. Die Basisversion mit dem 75 PS starken 1,4 Liter- Motor kostet 29 500 Mark. Damit ist der Golf IV Variant 250 Mark billiger als der gleichstarke Vorgänger, zudem sogar noch besser ausgestattet. Seitenairbags,

Dachreling und Netztrennwand an der Rückbanklehne gehören im aktuellen Basismodell zur Serie. Bislang hat sich rund jeder siebte Golf-Käufer für den Variant entschieden, nach dem Modellwechsel wird ein ähnlich hoher Anteil erwartet. Für den Bora Variant – von VW als Edelversion des kompakten Kombi positioniert – erwartet der Hersteller einen Anteil von rund zehn Prozent.

Die Palette der Golf-Benzinmotoren reicht von der Basis – ausschließlich mit handgeschaltetem Fünfgangetriebe lieferbar – bis zum 115 PS starken Zweiliter-Aggregat. Dafür werden mindestens 34 300 Mark fällig, der Aufpreis für die Viergang- Automatik liegt bei 2400 Mark. Neben den drei Ottomotoren stehen vier 1,9 Liter-Selbstzünder von 68 bis 115 PS zur Verfügung. Der billigste Diesel ist rund 2000 Mark teurer als der leistungsmäßig vergleichbare Benziner. Die 115 PSDieselversion mit Pumpedüse- Technik ist gar 3100 Mark teurer als das Benzin-Pendant, wird aber mit einem Sechsstatt Fünfganggetriebe ausgeliefert. Wer den Pumpedüse- Motor wählt, muß vorläufig auf eine Automatik verzichten.

Genau wie die Allradversion soll sie nachgeschoben werden. Unter der Haube des Bora werden sich keine Motoren mit weniger als 100 PS finden. Die Basis wird von dem 100 PS starken 1,6 Liter-Motor angetrieben (34 400 Mark). Das Topmodell mit dem 150 PS- 2,3 Liter-Motor kostet handgeschaltet 41 680 Mark.

Für die Diesel-Interessenten stehen die 110- und 115 PS-Direkteinspritzer zur Verfügung. Dafür werden 38 800 respektive 40 000 Mark verlangt.

Wie beim Golf soll auch beim Bora eine 4motion genannte Allradversion folgen. Autos werden bekanntlich neben dem Preis auch über die Qualität verkauft. Für diesen schwer zu fassenden Begriff hat VW-Lenker Ferdinand Piëch unter anderem schmale Fugen am und im Auto zum Maßstab erkoren. Und wer den Golf Variant genau betrachtet, findet an ihm überall schmale Ritzen. Dabei sind sie bei einem Kombi wesentlich schwieriger zu realisieren als bei einem Steil- oder Stufenheck-Auto. Denn über die Lebensdauer gleichbleibend schmale Fugen setzen eine hochfeste Karosserie voraus. Die ist aber bei einem Kombi – mit dem großen Laderaum ohne versteifende Querverstrebungen – besonders schwer zu erreichen.

Durch geschickten Materialeinsatz in der Karosseriestruktur versprechen die VW-Techniker aber, daß der Variant dem normalen Golf in Sachen Steifigkeit kaum nachsteht, seinen Vorgänger jedoch bei weitem über- trifft.

Der aktuelle Kombi soll damit selbst nach vielen 1000 Kilometern frei von Knarz- und Klappergeräuschen sein. Bei Kombis hat VW eine lange Tradition, entsprechend sinnvoll und durchdacht präsentiert sich der kompakte Variant. Ein breite und niedrige Laderaumkante erleichtert das Beladen des topfebenen Gepäckraumes, der sich durch Umlegen der asymmetrisch geteilten Sitzbanklehne variabel vergrößern läßt. Serienmäßig schützt eine Abdeckung vor Blicken in den Kofferraum, und wie bereits erwähnt verhindert ein Trennetz im Extremfall, daß Gepäck herumfliegt. Unter dem Kofferraum verbirgt sich beim Golf auf Wunsch (350 Mark) ein doppelter Boden. Hier ist Platz für allerlei Kleinkram, der ansonsten lose im Kofferraum herumrutschen würde. Pfiffig ist eine Stange, die ähnlich wie ein Motorhauben-Aufsteller den Zugang zu diesem Stauraum und zum vollwertigen Ersatzrad erleichtert.

Daß es sich beim Golf Kombi trotz des beeindruckend großen Gepäckraumes und der Zuladung von mehr als einer halben Tonne nur um einen Kompaktwagen handelt, bekommen Fahrer und Beifahrer bei komplett umgelegter Sitzbank zu spüren. Die Vordersitze lassen sich dann nicht mehr ganz nach hinten schieben, unbequem wird es aber nur für Personen mit mehr als 1,85 Meter Körpergröße. Ein erster Fahreindruck zeigt: Auch der Variant ist ein typischer Golf. Wie die Limousine ist auch der Kombi gutmütig und leicht untersteuernd ausgelegt.

Den Fahrwerksentwicklern ist es gelungen, mit geänderten Federn und Stabilisatoren eine Charakteristik zu schaffen, die sich nicht spürbar von der des Steilheck-Autos unterscheidet. Wie sich die Abstimmung bei Beladung verhält, wird der auto motor und sport- Test in Kürze klären. Mit Golf und Bora Variant ist VW ein guter Wurf gelungen. Ob sich der technisch identische, jedoch etwas teurere und wenig beliebte Bora gegenüber dem altbekannten Kämpen Golf Variant behaupten kann, darf bezweifelt werden.

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