Fahrbericht VW Passat 1.6 Variant

Der neue VW Passat war bisher auch ohne Kombiversion ein Verkaufserfolg. Mit dem Variant will VW die Verkaufszahlen praktisch verdoppeln. Die Chancen stehen nicht schlecht, denn schon der alte Variant war in seiner Klasse Marktführer.

Nun hat das lange Warten ein Ende. Am 6. Juni steht der neue VW Passat auch als Kombi bei den Händlern. Der begehrte Variant, der beim alten Modell mit einem Anteil von mehr als 80 Prozent die Limousine in der Käufergunst weit hinter sich ließ, soll den Verkaufserfolg des VW-Mittelklassemodells weiter forcieren. Dabei plant VW künftig ein Modellsplitting von 50: 50. Über 100 000 Limousinen, die seit Oktober letzten Jahres ausgeliefert wurden, rechtfertigen nach Ansicht der Wolfsburger Marketing-Strategen eine solche Einschätzung. Und wenn beide Karosserievarianten erst auf allen Märkten eingeführt sind, rechnet Vertriebschef Robert Büchelhofer sogar mit einem jährlichen Absatzvolumen von 400 000 Stück, die in den Werken Emden und Mosel produziert werden sollen.

Der neue Passat Variant bringt alle Voraussetzungen mit, um solch hochgesteckte Erwartungen zu erfüllen. Außen- und Innenmaße wuchsen gegenüber dem Vorgänger, so daß zur stattlicheren Erschei- nung noch ein höherer Nutzeffekt kommt. Der Kofferraum faßt rund 500 Liter. Seine Ladung kann durch ein solides, serienmäßiges Rollo unerwünschten Blicken entzogen werden. Ein Sicherheitsnetz, als Extra ohne Aufpreis lieferbar, schützt vor gefährlichen Ladungsbewegungen. Zusätzlich kann das Gepäck an verchromten Zurrösen befestigt werden. Die steile Heckklappe des Variant öffnet ausreichend hoch.

Sie ist zudem Voraussetzung für ein großes, fast kubisches Ladevolumen, das bei vorgeklappten Rücksitzen 1600 Liter beträgt. Zwischen den Radhäusern ist jetzt dank getrennter Feder-Dämpfer-Anordnung mehr Platz (etwa ein Meter), der gesamte Laderaum ist mit Teppich ausgekleidet. Das Ladegut muß über eine relativ niedrige Kante gewuchtet werden. Eine Nirosta-Schiene und Gleitleisten auf dem Boden schützen vor Beschädigungen. Für die serienmäßige Dachreling sind abschließbare Tragestäbe lieferbar, an denen Skiboxen oder Fahrradständer fixiert werden können. So präsentiert sich schon die Basisversion des Variant als erfreulich komplett ausgestattet. Zu den inneren Werten zählen unter anderem die asymmetrisch geteilte Rücksitzbank, elektrische Fensterheber vorne, das justierbare Lenkrad, Zentralverriegelung sowie elektrisch verstellbare und beheizbare Außenspiegel. Hinzu kommt eine angemessene Sicherheitsausstattung mit zwei Front- und Seitenairbags sowie Gurtstraffern vorne und hinten.

Daß die mittlere Kopfstütze hinten fehlt, ist kein Beinbruch. Unverschämt ist lediglich der hohe Aufpreis (210 Mark), den jene berappen müssen, die nicht auf sie verzichten wollen. Wer mehr Ausstattung will, kann abgesehen von Einzelposten in der Preisliste auf die schon von der Limousine bekannten drei Ausstattungspakete (Comfortline, Trendline und Highline) zurückgreifen. Im Innenraum geht es funktionell und praktisch zu, kein Unterschied zur Limousine. Allerdings: Das charakteristische Kuppeldach fehlt dem Variant, weil sonst mit der Dachlinie der Anschlag für die Heckklappe viel zu tief gerutscht wäre.

Einen Nachteil für die Kopffreiheit bedeutet dies nicht, da der Variant die Limousine in der Höhe um knapp vier Zentimeter (36 Millimeter) übertrifft. Sogar der cW-Wert hat durch den Kastenaufbau nicht zu sehr gelitten: Für einen Kombi respektable 0,31 wurden im Wolfsburger Windkanal ermittelt (Limousine 0,27), was im Vergleich zum Vorgänger eine Verbesserung von fast zehn Prozent ausmacht. Auch sonst sind Verbesserungen feststellbar. Beispielsweise bei der Verarbeitung, die durch gute Materialien, nahezu makelloses Finish, präzis schließende Türen und Klappen sowie gleichmäßig enge Spaltmaße glänzt. Daß die Karosserie wesentlich steifer als beim Vorgänger ist, merkt man beim Fahren.

Auch bei welliger Fahrbahnoberfläche klappert und vibriert nichts. Lenkverhalten und Fahreigenschaften sind wie bei der Limousine äußerst präzise. Nur die Federung hat durch die wegen der höheren Zuladung straffer abgestimmte Hinterachse etwas gelitten, ohne deswegen unkomfortabel zu wirken. Dennoch: Für Vielfahrer mit hoher Auslastung wäre eine Niveauregulierung sicher sinnvoll. Sie soll zu einem späteren Zeitpunkt als aufpreispflichtiges Extra nachgeschoben werden. An Motoren herrscht dagegen kein Mangel.

Der Variant- Käufer hat die Auswahl unter fünf Benzinern (vom 1,6-Liter mit 100 PS bis zum 2,8 Liter- V6 mit 193 PS) und zwei Diesel- Direkteinspritzern (1,9 Liter- TDI mit 90 und 110 PS, siehe Tabelle). Völlig neu in diesem Motorenprogramm ist der aus dem VR6 entwickelte Fünfzylinder mit 2,3 Liter Hubraum und 150 PS, der ebenso wie der nur mit Syncro- Antrieb lieferbare V6 und die übrigen Syncro-Varianten des Passat erst in der zweiten Jahreshälfte erhältlich ist. Der neue VR5 wird, allerdings nur in Verbindung mit Comfortline oder höherwertigen Ausstattungspaketen, zum gleichen Preis wie der ebenfalls 150 PS starke 1,8 Liter-Vierzylinder- Turbo (1.8 T) angeboten. Die Qual der Wahl wird damit auf den Kunden abgewälzt, der mit dem VR5 eine reizvolle Alternative zum bekannten Turbomotor offeriert bekommt, die sich im Charakter deutlich unterscheidet.

In der Gleichförmigkeit und der Laufruhe ist der engwinkelige V-Motor dem Vierzylinder- Turbo in nahezu allen Drehzahlbereichen überlegen. Doch vor allem jenseits von 4500 Umdrehungen wird klar, daß zum perfekten Massenausgleich noch ein Zylinder fehlt. Allerdings stören die dann durch etwas rauheren Lauf spürbaren Massenmomente weniger als das typische Brummen eines Vierzylinders. Hinzu kommt, daß der relativ großvolumige VR5 mit seinem höheren Basis-Drehmoment spontan antritt und auf hohe Drehzahlen verzichten kann. Dies kann der Turbo im Prinzip auch, doch verlangt er eine turbotypische Fahrweise zum raschen Aufbau des Ladedrucks, will man seine geringfügigen Vorteile im Drehmoment und bei den Fahrleistungen nutzen.

Im Verbrauch wird der VR5 nach den Normwerten etwas schlechter abschneiden als der Turbo. Er wiegt dies durch höheres Fahrvergnügen und besseren Geräuschkomfort wieder auf. Mit diesem Antrieb und der Option auf den Sechszylinder nimmt der Passat Variant zweifellos auch die Konkurrenz der Edelkombis von BMW, Mercedes und der VWTochter Audi ins Visier. Seine hohe Planstückzahl wird er jedoch dort rekrutieren, wo der Kombi noch als Nutzfahrzeug gilt.

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