Ferrari 360 Spider

Sinfonie und Straßentier

Kein Tag wie jeder andere. Auf dem Programm steht eine Ausfahrt mit dem 1350 Kilogramm leichten Achtzylinder-Ferrari 360 Spider.

Das ist er also, der 360 Spider. Eine 1350 Kilogramm leichte Alu-Flunder mit einem Trumm von Motor unter der langen vollgläsernen Heckabdeckung. Dies ist der stärkste Achtzylinder-Sauger, den die Roten aus Maranello bislang gebaut haben – längs eingebaut mit 3586 ccm, 380 Newtonmeter Drehmoment bei 5000 Umdrehungen, 400 PS bei 8500/min. Jeder Zylinder wird von fünf Ventilen beatmet, dazu gibt es variable Ansauglängen wie in der Formel 1. Und sechs Gänge, die in der wunderschönen klassischen Metall-Kulisse sortiert werden. Der Metallschaltknauf ist groß und kugelrund, und die rechte Hand will ihn gar nicht mehr loslassen.

Höher, heller, heftiger, giftiger

Erster Akt, Dach auf. Das dauert – gemächlicher Boxenstopp – knapp zwanzig Sekunden. Und ab geht’s. Die ledernen Sportsitze passen wie maßgeschneidert. Ein Blick in die Außenspiegel, ein Dreh am schlichten Schlüssel – schon die Ouvertüre des Achtzylinders verrät den italienischen Heldentenor. Die Gänge flutschen wie von selbst in die Gassen, mit steigender Drehzahl wird die Tonlage des Achtzylinders immer höher, heller, heftiger, giftiger. Und in drei, vier Zügen ist die Straße leergeschlürft. Schon ab 2800 Touren öffnen die beiden Bypassventile im Auspuffsystem, deshalb fährt man ganz gerne einen Gang niedriger. Und wenn man viel Glück hat, erwischt man irgendwo in der Stadt einen Tunnel – dort haut der Ferrari wie Donner in die Ohren.

... es geht voran

Der 360 Spider ist eine Sinfonie, und er ist ein Straßentier. Es geht voran, es geht voran, es geht voran. Null bis 100 km/h in 4,6 Sekunden, null bis 200 km/h in 23,1 Sekunden, abrufbare Höchstgeschwindigkeit jenseits der 290-km/h-Marke. Und für 15.000 Mark Aufpreis lässt sich das Sechsganggetriebe über Wippen am Lenkrad bedienen. Fahrspaß? Ein biederes und etwas trauriges kleines Wort für den Umgang mit dem 360 Spider. Natürlich bietet auch dieser Ferrari ein perfektes Fahrwerk. Und natürlich lässt sich die Traktionskontrolle – Verbeugung vor dem Zeitgeist der Technik – abschalten. Wer das will, weil er es nicht lassen kann, braucht eine kundige Hand – und Charakter sowieso. Und, nebenbei, die oft zitierte gut gefüllte Brieftasche. Nach der jüngsten Preiserhöhung kostet der Spider 268.144 Mark. Dafür gibt es eine sehr ordentliche Basis-Ausstattung, aber noch nicht das bereits erwähnte sequenzielle Sechsganggetriebe (Basispreis: 283.790 Mark), und auch nicht die rot („Rosso Corsa“) lackierten Bremssättel (1.100 Mark). Braucht man die, oder will man sie im Farbton Gold lackiert (1.320 Mark)? Das sind Sorgen, die man gerne teilen würde.

Technische Daten
Ferrari 360 Spider
Grundpreis 146.200 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4477 x 1922 x 1235 mm
KofferraumvolumenVDA 220 l
Hubraum / Motor 3586 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 294 kW / 400 PS bei 8500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 293 km/h
Verbrauch 17,9 l/100 km
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