Fiat Sedici & Panda Cross

Kompakt-Krabbler

Foto: Hans-Dieter Seufert 15 Bilder

Allrad-Zuwachs im Hause Fiat. Mit dem Sedici und dem Panda Cross rollen zwei neue kompakte Alleskönner an den Start.

Keine Lücke ist zu klein, als dass nicht noch ein 4,11 Meter langer Crossover hineinpassen würde. Hat sich jedenfalls Fiat gedacht und den Sedici dort eingeparkt. Sedici. In den glorreichen Neunzigern Kennzeichen der 16-ventiligen Varianten des Lancia Delta Integrale – jener kantigen Rallye-Ikone mit Pluster- Backen, krasser Uhrensammlung und Alcantara-Recaros, in denen wilde Treiber schonungslos durchs Gehölz brannten.

Der von den Fiat-Strategen als milder Allrad-Crossover positionierte Sedici dürfte da wohl eher mit Papi am Steuer zur nächsten Schonung juckeln, um Brennholz zu holen. Zuschaltbarer Allradantrieb, große Heckklappe, umklappbare Rückbank und der glattflächige Laderaum wappnen ihn für praktische Aufgaben.

So stecken unter der Motorhaube des von Suzuki entwickelten und karosseriemäßig von Giugiaro bearbeiteten Fiat brave Zieher statt wilder Reißer: entweder ein 1,6 Liter großer Benziner von Suzuki (107 PS) oder der 120 PS starke 1,9-Liter-Multijet-Diesel mit serienmäßigem Partikelfilter von Fiat. Der Benziner entwickelt verhaltenes Temperament, wuselt sich unauffällig durchs Drehzahlband und macht im oberen Drehzahlbereich mit Vibrationen und vierzylindertypischem Krähen auf sich aufmerksam.

Hier dürfte sich der drehmomentstärkere Diesel mit Sechsganggetriebe besser aus der Affäre ziehen. Nicht umsonst erwartet Fiat von ihm 80 Prozent Verkaufsanteil. Immerhin, zum unangestrengten Mitschwimmen reicht auch der Benziner, zumal sein Fünfganggetriebe passend gestuft ist und hinreichend exakt rastet. Zur Markteinführung erhält der hinten mit Trommeln bremsende Sedici überdies serienmäßig ein elektronisches Stabilitätsprogramm.

Der Innenraum entspricht dem Suzuki- Pendant. Er bietet einfache Bedienung, übersichtliche Instrumente, praktische Ablagen mit Flaschenhaltern in den Türen und ein großes Handschuhfach. Kunststoffverkleidungen und Sitzbezüge wirken robust genug, um auch mal einen motorisierten Waldspaziergang mitzumachen.

Störend sind die trotz umfangreicher Verstellmöglichkeiten von Fahrersitz und Lenkrad unbefriedigende Sitzposition sowie die vor allem auf kurvigen Strecken den Blick verstellenden A-Säulen.

Dafür helfen der Überblick aus hoher Position und die großen Außenspiegel beim Manövrieren, etwa im dichten Stadtgetümmel. Dort ist der Sedici ökonomisch mit Frontantrieb unterwegs, doch sobald es kniffliger und rutschiger wird, lässt sich per Kippschalter in der Mittelkonsole der Allradantrieb zuschalten.

In Position Auto verteilt er die Kraft über eine elektromagnetisch betätigte Mehrscheiben- Trockenkupplung selbständig auf Vorder- und Hinterachse. Kommt es ganz hart, sperrt der Lock- Modus bei Bedarf die variable Antriebskraftverteilung. Sie beträgt dann 50 zu 50 Prozent, bis man Tempo 60 km/h überschreitet und das System selbständig in den Auto-Modus zurückkehrt.

19 Zentimeter Bodenfreiheit und mögliche Böschungswinkel von 31 Grad hinten und 20 Grad vorn lassen Unterboden und Kunststoffverkleidungen auch dann noch ungeschoren davonkommen, wenn herkömmliche Kompakte bereits festsitzen oder beginnen, unfreiwillig Souvenirs in der Pampa zurückzulassen.

Ab Juni 2006 ist der Sedici zu einem Preis um 20 000 Euro erhältlich. Bereits ab Februar heißt es dagegen:

Der Bär groovt. Und zwar in Gestalt des Panda Cross, der Serie gewordenen SUV-Studie Simba. Wahlweise in Böse-Schwarz, Hedonistisch-Grün, Überschäumend-Beige oder Narziss- Orange. Plus kontrastierender Kunststoffbeplankungen und aufgepeppter Front- und Heckpartie mit fröhlichen Scheinwerfern und Unterfahrschutz.

Das macht den Cross zum rockigsten aller Panda. So pfiffig, cool und klassenlos, dass man sich fragt, warum sie ihn nicht schon früher von der Leine gelassen haben. Allradgetrieben wühlt er sich mit seinem 1,3-Liter- Diesel und stämmigen 70 PS auf 15- Zoll-Alurädern durch Asphalt- und Schlamm-Dschungel – wenn auch ohne Partikelfilter.

Im Gegensatz zum Sedici verteilt der auf dem 4_4 basierende Cross seine Antriebskraft automatisch per Visco- Kupplung auf Vorder- und Hinterachse. Im Normalbetrieb gelangen 98 Prozent nach vorn, erst bei starkem Schlupf verändert sich das Verhältnis. In prekären Situationen – bis 30 km/h – hilft dann die per Tastendruck aktivierbare elektronische Differenzialsperre weiter.

Gesteuert von der ABS-/ASR-Steuereinheit, operiert sie mittels Bremseneingriff. So wird ein von Schlupf betroffenes Rad kontrolliert abgebremst und die Antriebskraft per Differenzial an die Räder mit Grip weitergeleitet.

Der Panda-Innenraum lockt zudem mit zweifarbigen Sitzbezügen und bis zu sechs Airbags. Gegen Aufpreis offeriert er sogar ein Navigationssystem mit Farbbildschirm sowie ein großes Glasdach.

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Technische Daten
Fiat Sedici 1.6 16V Dynamic Fiat Sedici 1.9 Multijet 8V Dynamic
Grundpreis 18.390 € 20.890 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4115 x 1755 x 1620 mm 4115 x 1755 x 1620 mm
KofferraumvolumenVDA 270 bis 670 l 270 bis 670 l
Hubraum / Motor 1586 cm³ / 4-Zylinder 1910 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 79 kW / 107 PS bei 5600 U/min 88 kW / 120 PS bei 3500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h 180 km/h
Verbrauch 7,1 l/100 km 6,6 l/100 km
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