Foto: Achim Hartmann

Fiat Stilo

Mit dem neuen Fiat Stilo will der italienische Autohersteller für Furore sorgen. Alles andere als leise ist das futuristische Design des Stilo; üppige Ausstattungsdetails und große Modellvarianz sollen den Kompaktklassewagen zu jedermanns Liebling machen.

Einfach nur Stilo. Der neue Kompaktklasse-Wagen von Fiat behält zwar die deutliche Differenzierung zwischen Zwei- und Viertürer bei, mit seinem rundlichen Vorgänger Bravo/Brava verschwindet aber auch dessen Doppel-Titel in der Versenkung.

Stilo also. Da schwingt ein wenig unterkühlte Lebensart mit, und die findet der Betrachter allenfalls in den aufgeräumten Linien der viertürigen Karosserie-Variante wieder. Der Stilo-Zweitürer kommt da wesentlich heftiger daher: Die Klarglasscheinwerfer sind aggressiv geschnitten, an der Front gieren große Einlässe nach Frischluft.

Die markanten Sicken in der Motorhaube setzen sich – was Mercedes kann, kann Fiat schon lange – in einem angedeuteten F1-Frontspoiler fort. Und über die hohen Flanken verlaufen scharfe Kanten zum Heck, um dort schlagartig im Boden zu enden. Krönung des Juwelen-Looks sind allerdings die Rückleuchten mit messerscharf scheinenden Klarglashauben. Der Stilo ist ein erfrischend-eiskalter Wind in den rührselig verheulten Gesichtern der momentanen Retro-Neuerscheinungen. Selbst ein Alfa 147 in seiner bittersüssen Schönheit schaut gegen den Konzernbruder regelrecht – und das im Wortsinn – alt aus.

Allerdings hat der Stilo vom kompakten Alfa gewisse Eigenheiten geerbt. Zwar besteht zwischen Stilo und 147 kaum technische Verwandtschaft, die Abstimmungsarbeiten an Fahrwerk und Lenkung scheinen aber nach ähnlichem Geschmack vorgenommen worden zu sein. Und das nicht zum Nachteil des Stilo. Der ist nämlich weitgehend neutral ausgelegt, untersteuert erst spät und wirkt angenehm agil.

Dazu trägt die sensibel rückmeldende und feinfühlige Lenkung einen nicht unerheblichen Teil bei. Ein weiterer Bonus der Stilo-Lenkung ist der aus dem Punto bekannte "City-Knopf". Der hebt bei niedrigem Tempo die Servounterstützung drastisch an; der Stilo lässt sich dann mit verschwindend geringer Lenkkraft aus den engsten Parklücken manövrieren.

Im Innenraum des Stilo herrscht übersichtliche Funktionalität, auch die sichtbare Qualität liegt weit über dem Bravo/Brava- oder auch Punto-Niveau: So kommt beispielsweise auf der Armaturentafel eine robust genarbte Soft-Oberfläche zum Einsatz, Kunststoffteile sind ansehnlich eingepasst oder versteckt, das klare Design des Cockpits tut ein Übriges zur gefälligen Wohlfühl-Atmosphäre.

Pluspunkte sammelt der Stilo ebenfalls durch seine bereits in der Einstiegsversion Active umfangreiche Ausstattung. Mit Front-, Seiten- und Kopfairbags ist der Stilo hervorragend gerüstet. Darüber hinaus bietet der neue Fiat gegen Aufpreis einiges in Sachen Komfort und Unterhaltung: vom aufwendigen Infotainment-System mit WAP- und MP3-Option, Navigation, Telefon und Telematik über die Drei-Zonen-Klimaautomatik bis hin zum großen Glas-Lamellen-Schiebedach.

Ganz banale Kritik trifft allerdings das auf Fahrbahnunebenheiten teilweise sehr geräuschvoll polternde Fahrwerk – entschuldbar lediglich durch den Vorserienstand der für erste Fahreindrücke zur Verfügung stehenden Autos. Dazu kommen deutlich wahrnehmbare Abrollgeräusche sowie fein grieselnde Motorvibrationen. Wahrlich kein Beinbruch, aber eben hör- und fühlbar.

Motorenseitig wird der Stilo zum Verkaufsstart am 13. Oktober mit drei Benzinern und einem Diesel eingeführt werden. Zwei Vierzylinder (1,6-Liter mit 103 PS und 1,8-Liter mit 133 PS) bilden zusammen mit dem 115 PS starken 1,9-Liter-JTD-Diesel eine solide Basis; der ausschließlich mit sequenziellem Selespeed-Getriebe angebotene, 170 PS leistende 2,4-Liter-Fünfzylinder rundet die Motorenpalette nach oben ab.

Bei ersten Fahreindrücken erwies sich der Fünfzylinder als homogene Topmotorisierung. Einzig das Selespeed-Monopol verhagelt die durch gute Laufkultur, seidige Leistungsentfaltung und kräftiges Drehmoment bestechende Fünfzylinder-Option.

Die Nachteile der Formel 1-Schaltung werden garantiert nicht alle Fünfzylinder-Interessenten in Kauf nehmen wollen. Bodenständiger geht es bei den anderen Antriebsvarianten zu, hier verwalten knackig schaltbare Fünfganggetriebe die Motorleistung.

Die Preise für den Fiat Stilo beginnen zunächst bei rund 29.500 Mark (1,6-Liter), ab Frühjahr 2002, wenn der 1,2-Liter-Basismotor (80 PS) lieferbar ist, bei rund 27.500 Mark – ein Einstand mit Pauken und Trompeten.

Technische Daten

Fiat Stilo 1.8 16V Dynamic Fiat Stilo 2.4 20V Abarth
Grundpreis 17.950 € 22.850 €
Außenmaße 4182 x 1784 x 1475 mm 4182 x 1784 x 1475 mm
Kofferraumvolumen 305 bis 1002 l 305 bis 1002 l
Hubraum / Motor 1747 cm³ / 4-Zylinder 2446 cm³ / 5-Zylinder
Leistung 98 kW / 133 PS bei 6400 U/min 125 kW / 170 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 202 km/h 215 km/h
0-100 km/h 9,9 s 8,7 s
Verbrauch 8,0 l/100 km 9,9 l/100 km
Testverbrauch 9,5 l/100 km 11,5 l/100 km
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