Ford Edge erster Fahrbericht

Neues Luxus-SUV im ersten Check

Ford Edge 2.0TDCI Bi-Turbo im Fahrbericht Foto: Ford 21 Bilder

Ford will seine SUV-Absatzzahlen in Europa verdreifachen. Auf dem Weg dort hin soll der neue Edge helfen, der noch im Sommer zu den Händlern kommt. Nun konnten wir die Europa-Version erstmals fahren.

Aus der Klasse der großen Familien-SUV hat sich Ford in der jüngeren Vergangenheit zumindest in Europa herausgehalten. Der Ford Explorer, damals ein ernst zu nehmender Wettbewerber für die gerade neu erschienene Mercedes M-Klasse oder den Jeep Grand Cherokee, wurde mit Einführung der dritten Generation im Jahr 2001 bei uns nicht mehr angeboten.

06/2014, Ford Edge
Ford bringt mit dem Edge ein neues SUV-Topmodell 2:54 Min.

Ford Edge 2016

Auf den Explorer, in den USA publikums- und verkaufsmäßig so etwas wie bei uns der VW Golf, müssen wir in der alten Welt auch weiter verzichten. Doch nach langer Ankündigungszeit tritt nun der neue Ford Edge zumindest ein bisschen in seine Fußstapfen und will als familienfreundlicher Reise-SUV verstanden werden. Kein Geländewagen mehr, mit unter 16 Zentimeter Bodenfreiheit liegt das auf der Hand, aber immerhin mit partiellem Traktionsvorteil durch den automatisch arbeitenden Teilzeit-Allradantrieb. Löblich: Den Edge gibt es bei uns ausschließlich mit Allrad.

Die etablierte Konkurrenz besteht so gut wie ausschließlich aus europäischen Herstellern, denn die Japaner haben das SUV-D-Segment in Europa inzwischen nahezu kampflos aufgegeben. Größenmäßig spielt der neue Ford Edge durchaus in einer Liga etwa mit dem Mercedes GLE, ohne jedoch dessen motorische Opulenz auffahren zu können. Statt vielzylindrigen und mächtig brodelnden Benzin- und Dieselaggregaten belässt es die Europa-Variante des Ford Edge bei einem Vierzylinder-Diesel, der wahlweise als Monoturbo (180 PS) mit Schaltgetriebe oder als Biturbo (210 PS) mit automatisiertem Doppelkupplungsgetriebe antritt.

Ford Edge 2016

Bei der Ausstattung, die je nach Version von ansehnlich bis feudal beschrieben werden darf, setzt Ford auf Pakete. Drei Varianten (beim Biturbo lediglich zwei), die sich noch mit einigen wenigen Zusatzoptionen weiter veredeln lassen. Dabei ist der neue Ford Edge preislich zwar alles andere als ein Sparbrötchen, hält aber dennoch einigen Respektabstand zu X5 und Kollegen. Bei 42.900 Euro für den 180-PS-Edge mit Schaltgetriebe geht es los, für einen Automatik-Edge Biturbo mit allem inklusive scharf tönt die Kasse des freundlichen Ford-Händlers (zumindest offiziell) mit einem 62.800-Euro-Klingeln.

Was die Augen sehen und die Hände fühlen können, ist ordentlich gemacht. Geschäumte Oberflächen, akurat verarbeitetes Leder, alles sehr ansehnlich, aber nicht pompös. Üppige Holzbeplankung oder riesige Displays sucht man im neuen Ford Edge so vergebens wie ein Drehdrücktouch-Interface mit Gestensteuerung, um dieses oder jenes anzuschalten. Was allerdings in heutigen Zeiten und in dieser Fahrzeugklasse durchaus seinen Charme hat.

Der neue Ford Edge ist außerdem das erste Ford-SUV mit adaptiver Lenkung. Die elektrohydraulische Lenkung bietet bei niedrigen Geschwindigkeiten mehr Unterstützung zum leichteren rangieren und „verhärtet“ bei höherem Tempo. Der Clou dabei: Ford variiert die Lenkübersetzung, bei schneller Fahrt ist deshalb weniger Lenkbewegung nötig, die Lenkung wird direkter.

Viel Assistenz- und Unterhaltungselektronik

Alle aktuellen Assistenzssysteme (Totwinkelwarner, Kollisionswarner, adaptive Geschwindigkeitsregelung, Spurhalte-Assistent), Berganfahrhilfe und Vorhang-Airbags sind beim neuen Ford Edge an Bord. Für die hinteren Passagiere im Ford Edge kommen auf Wunsch neuartige Gurt-Airbags zum Einsatz, die bei einem Unfall mit komprimiertem Gas aufgeblasen werden und so die Sicherheit erhöhen sollen.

Das coole Einpark-Feature per Fernbedienung, mit dem die Studie in Los Angeles glänzte, gibt es leider nicht, doch auch so ist der automatische Einpark-Assistent zum Längs- und Querparken in der Lage und warnt per Sensor vor rückwärtigem Verkehr. Für die Kollisionswarnung setzt Ford beim neuen Edge ein System aus drei Radarsensoren, Ultraschallsensoren und einem Kamerasystem ein, um den Bereich vor dem Fahrzeug zu scannen und Hindernisse auch bei schlechter Sicht frühzeitig anzeigen zu können. Mit dem System Active-City-Stop sollen so auch Innerorts-Kollisionen vermieden werden.

Der Ford Edge fährt sportlich

Zur Verbesserung des Geräuschkomforts wird beim neuen Ford Edge ab der Titanium-Ausstattung ein  „Active Noise Control“-System verbaut, das Wind- und Dröhngeräusche im Innenraum unterdrücken hilft. Hierzu werden über das Audio-System des Ford Edge „Gegenfrequenzen“ eingespielt, ein System, das beispielsweise von lärmunterdrückenden Kopfhörern bekannt ist. Drei Mikrofone nehme hierzu die Innenraum-Geräusche auf.

Tatsächlich bleibt der Ford Edge auch bei flotterer Fortbewegung angenehm leise. Was allerdings nicht nur auf die elektronische Akustikkontrolle zurückzuführen ist. Auch der Motor hält sich mit Verweisen auf sein Verbrennungsprinzip höflich zurück. Von ebensolcher Höflichkeit erweisen sich die Polster der Vordersitze, die nach der Platznahme ein bisschen um den Besetzer herumfließen – eine ungewöhnliche Mischung aus weichem Sitzpolster und festeren Wangen, Ford nennt es Sportsitz (Serie ab Tinanium).

Generell ist die Sitzposition im Ford Edge ungewöhnlich. Schon bei niedrigster Fahrersitzeinstellung ziemlich aufrecht und stuhlig, die Höhenverstellung ist für Fahrer über geschätzt 170 Zentimeter Leibeshöhe nicht vollständig nutzbar, ohne Dellen in den Dachhimmel zu drücken. Weniger Kopfschmerzgefahr auf den Rücksitzen, die mit viel Beinfreiheit, angenehmer Sitzposition und ausreichend Luft über dem Scheitel aufwarten.

Den vorhandenen Seitenhalt der Vordersitze auszutesten, macht im Ford Edge durchaus gute Laune. Der 210-PS-Motor ist zwar kein Berserker, zumal er beim 4,8-Meter-Edge auf klassenübliche zwei Tonnen Leergewicht trifft. Aber schnell nach vorne ist ja meist nur ein kleiner Teil des Fahrvergnügens, in der Kurve liegt die Freude. Hier macht der Ford Edge seiner Familie alle Ehre, erst Recht mit dem im Testwagen verbauten Sportfahrwerk. Damit pfeilt er zielgerichtet und wankfrei um die Biegungen. Ein sehr am Pkw orientiertes Fahrverhalten, das vom weck-das-Kind-nicht-auf-Fahrmodus bis zum vergnügten Landstraßen-Blasen ziemlich viele Facetten beherrscht.

Fazit

Der Ford Edge ist in der oberen Mittelklasse der SUV ein Auto mit Potential. Viel Platz, ordentliche Fahrleistungen und ein engagiertes Fahrwerk lassen ihn ein großes Einsatzspektrum abdecken. Die Listenpreise sind nicht niedrig, für das Gebotene aber fair. Ein Mauerblümchen am Tabellenende wird der Ford Edge sicher nicht.

Daten und Preise Ford Edge

Ford Edge TDCI Edge TDCI Bi-Turbo
Motor: R4-Turbodiesel R4-Biturbodiesel
Hubraum: 1.997 ccm 1.997 ccm
Leistung: 180 PS 210 PS
Drehmoment: 400 Nm 450 Nm
Getriebe 6-Gang-Schaltung 6-Gang-DSG-Autom.
Beschleunigung 0-100 km/h 9,9 s 9,4
vmax 200 km/h 211 km/h
Normverbrauch 6,4 l 6,4 l
CO2 g/km 149 149
Abmessungen L/B/H 4.808/1.928/1.686 mm 4.808/1.928/1.686 mm
Ladefläche L/B/H 1.560/1.130/474 mm 1.560/1.130/474 mm
Leergewicht 1.912 kg 1.949
Zuladung 593 kg 606 kg
max. Anhängelast 2.200 kg 2.200 kg
Preis Trend 42.900 EUR
Preis Titanium 46.600 EUR 50.100 EUR
Preis Sport 49.050 EUR 52.550 EUR
Download Preisliste Ford Edge (PDF, 0,37 MByte) Kostenlos
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