Ford Falcon XR6 Turbo

Falken-Jagd

Foto: Achim Hartmann

Australiens Autohersteller bauen noch echte Muscle-Cars - mit V6-Motor, 326 PS und 450 Newtonmeter maximalem Drehmoment. Der Ford Falcon kostet in der hier gezeigten XR6 Turbo-Version 46.005 australische Dollar, was 27.548 Euro entspricht.

Dafür bekommt der Aussie einen stattlichen Viertürer im 4,90-Meter-Format, unter dessen Haube ein vier Liter großer Reihensechszylinder schlummert. Der bringt es dank Turbo-Druck auf 326 PS und ein maximales Drehmoment von 450 Newtonmetern. Das Ganze wird, wie es sich für ein echtes Muskel-Auto gehört, auf die Hinterräder übertragen. Die im Euroland selbstverständliche High-Tech-Zutat ESP gibt es für den Falcon noch nicht einmal gegen Aufpreis. Eine Antriebsschlupfregelung muss genügen, um die Power in Zaum zu halten.

Das Automatikgetriebe, das alternativ zu einer Fünfgang-Handschaltung zur Verfügung steht, ist Lichtjahre entfernt von den sechs- bis siebengängigen Meister-Mechaniken der europäischen Edelprodukte: Es begnügt sich mit vier Gängen.

Und der Motor des Falcon XR6, ein ausladender Reihensechszylinder mit einem nach alter Väter Sitte gusseisernen Block, stammt im Grunde seiner Kurbelwelle noch aus den sechziger Jahren. Den Block krönt ein rot eingefärbter Zylinderkopf, in dem zwei Nockenwellen mit variabler Verstellung rotieren und insgesamt 24 Ventile betätigen. Dazu der Turbolader mit Ladeluftkühler – und ab geht’s.

Sechs Zylinder in Reih und Glied haben einen Vorteil

Die Abstimmung der Aufladung mit nur einem Turbolader ist den Australiern gut gelungen. Die Leistungscharakteristik des Vierliters ähnelt der eines weit größeren Saugers. Und die Laufkultur beweist wieder einmal, dass sechs in Reih und Glied antretende Zylinder hier einen konstruktionsbedingten Vorteil haben.

Sollte der Kunde noch etwas mehr Dampf wünschen, muss der freundliche Ford-Händler nicht bedauernd abwinken. Eine V8-Mitgift der amerikanischen Mutter in Dearborn bei Detroit kann ebenfalls in den Falcon eingebaut werden. Dieser Achtzylinder entstammt der so genannten Modular-Familie, besitzt 5,4 Liter Hubraum, vier oben liegende Nockenwellen und vier Ventile pro Zylinder. Seine Leistung: 354 PS. Das sportlichere, mehr auf agile Fahreigenschaften ausgelegte Modell aber bleibt der Falcon mit dem Turbo-Sechszylinder.

Mit seiner Kraft für wenig Geld steht der Falcon in der Tradition einer amerikanischen Auto-Gattung, die in den sechziger Jahren die Baby-Boomers zu Hunderttausenden dem PS-Wahn verfallen ließ. Sie entstanden nach dem simplen Rezept eines großen Motors in einer vergleichsweise kompakten Karosserie. Ein Urgroßvater des Falcon nahm sogar die Rallye Monte Carlo unter die Räder.

Zachary DeLorean kreierte einen Bombenerfolg

Den Startschuss für das Power Race der Muskelmodelle gab damals ein Mann namens John Zachary DeLorean. Genau jener übrigens, der später traurige Berühmtheit erlangte: Als er mit einem eigenen Sportwagen Schiffbruch erlitt, der in einer von der britischen Regierung subventionierten Fabrik in Nordirland entstand, und danach in Verdacht geriet, mit Kokain Geld zur Rettung seines ehrgeizigen Projekts lockermachen zu wollen.

DeLorean kreierte als Chef der GM-Division Pontiac einen Bombenerfolg namens GTO. Henry Ford, ein heimlicher Bewunderer der GM-Organisation, warb daraufhin den GM-Manager Bunkie Knudsen, einen erklärten Leistungsfreak, ab. Um ihn wenig später wieder zu feuern. Wilde Zeiten mit wilden Autos.

Fords PS-Protze konnten der GM-Konkurrenz nie wirklich gefährlich werden. Das gelingt, Ironie der Geschichte, erst jetzt in Australien, wo der Ford Falcon dem nach ähnlichem Rezept gestrickten Holden Commodore dicht auf den Pelz rückt.

Dessen Coupé-Version Holden Monaro wiederum spannt den Bogen zur Muskel-Historie: Mit stilistischen und technischen Änderungen wird er zum Pontiac GTO des 21. Jahrhunderts.

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