Ford Focus CC

Willkommen im Klapp

Foto: Uli Jooß 24 Bilder

Es geht nicht mehr ohne Blechdach zum Klappen: Nach VW Eos und Opel Astra Twin Top kommt Ford mit dem Focus Coupé-Cabriolet. Rund 20.000 Exemplare im Jahr kann Pininfarina bauen, ein Drittel davon soll deutsche Käufer finden.

Sie können gar nicht anders bei Ford: Ein Cabriolet mit elektrischem Blechdach muss schon deshalb ins Programm, weil es die Tradition befiehlt.

War es nicht das US-Mutterhaus, das schon in den Fünfzigern einen Klappdach-Pionier namens Skyliner auf den erhitzten Markt warf? Und drückten nicht bereits die Escort Cabrio-Fahrerinnen der Achtziger auf den Schalter des optionalen Elektro-Verdecks, sobald ihr Kontoauszug das zuließ? Schon fast vergessen, die große Cabrio- Zeit bei Ford – dem Streetka jedenfalls gelang es nicht, daran anzuknüpfen. Jetzt also die Offen-Version des Focus, an deren Erfolg der Hersteller keine allzu triumphalen Ansprüche stellt: Rund 20 000 Exemplare im Jahr kann Pininfarina bauen, ein Drittel davon soll deutsche Käufer finden.

Das klingt schon deshalb realistisch, weil der Focus mit dem unhandlichen, aber offiziellen Namen Coupé-Cabriolet in allen Versionen weniger kostet als die Wettbewerber von Opel und VW. Die Focus-Preisliste beginnt bei 22 975 Euro für die 100-PS-Basisversion, unterbietet damit den billigsten Astra Twin Top um 675 Euro und liegt fast 3000 Euro unter dem Grund-Eos. Das lässt sich erklären – vor allem damit, dass Ford auf die Aufsehen erregenden Gimmicks der Rivalen verzichtet. Es gibt keine Glasluke im Blechdach, wie sie VW anbietet, und keine Auf-und-zu-Fernbedienung nach Astra-Art.

Auch lässt sich der zweigeteilte Deckel nur dann in den Nacken versenken, wenn der Wagen steht. Es mangelt auf den ersten Blick also am praktischen Talent, aber das stimmt nur zur Hälfte: Seine Entwickler sind – bei einem Ladevolumen von 248 Litern (offen) und 534 Litern (geschlossen) – stolz auf den größten Kofferraum der Klappdach-Klasse.

Mindestens zwei große Reisetaschen passen unter den grabsteingroßen Heckdeckel. Und obwohl dem Focus auch die Easy-Load- Funktion eines Astra fehlt, bleibt das Gepäck bei versenktem Dach noch gut erreichbar. Der Preis fürs generöse Laden ist allerdings ein XXL-Hinterteil, das vor allem an die französischen Kontrahenten Peugeot 307 CC und Renault Mégane CC erinnert. Es sieht gerade in der Seitenansicht nicht sehr grazil aus – dabei haben sich die Pininfarina- Gestalter gerade um die Eigenständigkeit des Hecks besonders bemüht.

Die Blechhaube des Focus Coupé- Cabriolet entfaltet sich in 30 Sekunden, sie erhebt sich mit leise summender Eleganz aus dem Kofferraum. Eine charmante Idee ist der LCD-Countdown im Cockpit, ein dezenter Gong kündigt die Abfahrbereitschaft an. Das zweiteilige Dach hinterlässt den klassenüblichen Eindruck der gewissenhaften Verarbeitung. Es verbirgt im geschlossenen Zustand alle mechanischen Komponenten hinter Verkleidungsteilen, aber es machte sich beim Testwagen, einem Vorserien-Typ, auf schlechter Straße mit hässlichem Knarzen verdächtig. Das sollte in der Serie nicht passieren – auch deshalb, weil das Focus Coupé-Cabriolet ansonsten nicht die Anlagen eines Windbeutels mit sich trägt: Es wirkt verwindungssteif und lässt seine A-Säulen nur lautlos zittern, wenn es sich über sehr wellige Straßen bemüht.

Und trotz eines Leergewichts von 1,6 Tonnen für die 136 PS starke Diesel-Version hat es die focustypische Handlichkeit nicht verloren. Der schwere Wagen lenkt willig ein, er strömt leichtfüßig durch schnelle Kurven und nervt nicht mit quälender Federhärte, obwohl sein Fahrwerk im Vergleich zum Normal-Focus straffer abgestimmt ist.

Der Zweiliter-Diesel ist trotz seiner Anfahrschwäche ein guter Tipp, er harmoniert mit der Idee eines unaufgeregten Touren-Cabriolets. Und auch der Zweiliter-Duratec-Benziner (145 PS) passt natürlich besser ins Ensemble als die karge 1,6-Liter-Grundversion mit 100 PS. Er überrascht und enttäuscht nicht, der offene Focus. Dazu gehört auch, dass er seine Passagiere hinter seiner großen, flachen Frontscheibe vor dem Fahrtwind schützt – sie werden es genau so wollen.

Und Ford ebenso wenig wie den anderen Klapp-Mitgliedern glauben, dass es auf den hinteren Sitzen genügend Kopf- und Beinfreiheit für Menschen über 1,60 Meter Körpergröße geben kann.

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Technische Daten
Ford Focus 1.6 Coupé-Cabriolet Trend
Grundpreis 23.575 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4509 x 1834 x 1456 mm
KofferraumvolumenVDA 534 l
Hubraum / Motor 1596 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 74 kW / 100 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 182 km/h
Verbrauch 7,1 l/100 km
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