Ford Galaxy

Ganz groß im Kommen

Foto: Achim Hartmann 16 Bilder

Die Trennung war kurz und schmerzlos, der Neuanfang gerät umso dynamischer. Mit dem komplett neu entwickelten Galaxy startet Ford im Segment der siebensitzigen Vans durch. Fahrbericht.

Die Trennung war kurz und schmerzlos, der Neuanfang gerät umso dynamischer. Nach dem Ende der Van-Kooperation mit VW sorgt der komplett neue, von Ford allein entwickelte Galaxy für eine schwungvolle Eroberung des Raumes. Innen wie außen. Um dieses Ziel zu erreichen, stellte man den Galaxy auf eine Art Universal-Plattform, die ihre Architektur nicht nur mit dem Sport- Ableger S-Max, sondern auch mit dem 2007 erscheinenden Mondeo-Nachfolger sowie dem Volvo S80 teilt. In der Marketing-Terminologie heißt so etwas „Global Shared Technologies“.

Die teure, aber für den Kunden unsichtbare Technik-Basis von Fahrwerk und anderen Komponenten unter dem Blech muss sich in verschiedenen Modellen des Konzerns rechnen, für typspezifische Unterscheidung sind der äußere Auftritt und die Gestaltung innen zuständig. Und die ist beim Ford-Topmodell eindeutig auf gute Raumausnutzung gepolt. 1,73 Meter Höhe, 1,88 Meter Breite und 4,82 Meter Länge sowie ein konsequent kastenförmiger Auftritt lassen erkennen: Der Galaxy verzichtet auf jegliches Nischen-Tamtam, parkt direkt auf dem Van-Parkplatz, wo er eine deutlich dynamischere Figur als bisher abgibt.

Die Truppe um Galaxy- Chefdesigner Claudio Messale würzte das typische Van-Package – flache Front, große Fensterflächen, steiles Heck – mit einer scharf gezeichneten Front, ausgestellten Radläufen und markanten Sicken. Man verzichtet auf eine nach hinten abfallende Dachlinie, was vor allem den Passagieren in der letzten Reihe zugute kommt. Sieben Sitze sind beim Galaxy ebenso Serie wie eine clevere Klappmechanik (Fold-Flat-System), mit der sich die fünf Einzelplätze im Fond mittels einfach bedienbarer Hebel und Zugschlaufen zu einer Ebene flachlegen lassen. Maximal 2325 Liter Volumen sowie eine Frachtraumlänge von fast 2,10 Meter warten dann auf Ladegut, niedrige Ladekante und große Heckklappe schrecken selbst vor sperrigen Fuhren nicht zurück.

Die Metamorphose zum Shuttlebus gelingt ebenso lässig: Sitze wieder aufund nach Geschmack einstellen. Möglich sind Längs- sowie Lehnenverstellung. Dank luftigem Zuschnitt geraten sogar längere Reisen nicht zum Horrortrip. Im Gegensatz zu breitbeinig auftretenden SUV ist die dank Easy-Entry ohne schlangenmenschartige Verrenkungen zugängliche letzte Reihe des Ford-Vans kein Büßerbänkchen.

Zwar sind die beiden Sitze dort spartanischer gepolstert als die übrigen, Kopfund Beinfreiheit reichen aber selbst für Großgewachsene aus – sofern die grundsätzlich luftig und bequem logierenden Passagiere in der zweiten Reihe ihre Sitze nicht egoistisch ganz nach hinten schieben. Der leicht ansteigende Wagenboden ermöglicht allen, die im Fond sitzen, eine gelegentliche Horizontpeilung, was der Reisekrankheit entgegenwirken soll. Aber vor der muss man sich im Galaxy ohnehin nicht besonders fürchten. Obwohl die Abstimmung des Fahrwerks – McPherson- Bauweise vorn, Mehrlenker-Achse hinten, jeweils mit isolierten Hilfsrahmen – komfortabel ausfällt, neigt der große Ford nicht zu magenreizenden Wankbewegungen.

Ab September ist für Galaxy und S-Max überdies ein interaktives Fahrwerk mit elektronisch geregelten Dämpfern (IVDC) erhältlich. Es passt die Dämpfung permanent an die Gegebenheiten an, stellt etwa beim starken Bremsen oder kritischen Fahrmanövern selbsttätig auf straff. Zudem bietet es drei wählbare Stufen von Komfort bis Sport, die sich allerdings nicht allzu sehr voneinander unterscheiden: Selbst in „Sport“ rollt der Galaxy noch passabel ab.

Ebenfalls angenehm: die für einen Van recht gute Übersichtlichkeit. Durch geschickte Gestaltung von A- und B-Säule behindern diese die Sicht weniger als üblich, die Frontpartie bleibt dennoch ein Fall für die Einparkhilfe. Zudem macht die leichtgängige, präzise Lenkung das Einparken ebenso leicht wie schnelles Kurvenfahren.

Am Lenkrad finden sich auch die Bedientasten für den neu strukturierten Bordcomputer und die Stereoanlage. Das so genannte HMI (Human Machine Interface) erleichtert das Blättern in den Menüs, ein klar gestaltetes Mittendisplay im Cockpit die Ablesbarkeit. Auch der Rest der Mensch-Maschine- Schnittstellen passt: etwa die körpergerecht geformten, nicht zu hoch positionierten Vordersitze sowie die leicht erreichbaren Bedienelemente. Insgesamt 31 Ablagen und Staufächer lauern auf Kleinkram, aber auch auf 1,5-Liter-Flaschen.

Griffsympathisch weiche Softlack- Oberflächen an Armaturenbrett und Türverkleidungen, Dekorleisten sowie mehrfarbig ausgelegte Kunststoffteile inklusive der silbernen Mittelkonsole zeugen ebenso von einer Premiumorientierung wie die Optionsliste, die neben beheiz- und belüftbaren Vordersitzen auch Drei-Zonen-Klimaautomatik und (ab September) einen radargesteuerten Abstands-Tempomat enthält, der sich durch eine relativ weiche Regelung auszeichnet. Auf den 2,5-Liter-Benziner müssen Galaxy-Kunden vorerst verzichten, dafür geht es hier bereits mit dem 1,8- Liter-Diesel (100 PS) los. Besser passt jedoch der 140 PS starke Zweiliter-Diesel mit Partikelfilter.

Er bietet ordentliche Laufkultur und nach einer kleinen Anfahrschwäche guten Antritt – von dem sich Interessenten ab dem 20. Mai selbst überzeugen können.

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Technische Daten
Ford Galaxy 1.8 TDCi Ambiente
Grundpreis 27.275 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4820 x 1884 x 1723 mm
KofferraumvolumenVDA 308 bis 2325 l
Hubraum / Motor 1753 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 74 kW / 100 PS bei 3850 U/min
Höchstgeschwindigkeit 171 km/h
Verbrauch 6,3 l/100 km
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