Ford Kuga 2.0 TDCi

Ford Knocks

Foto: Hartmann, Mutschler 12 Bilder

Mit dem Kuga pocht Ford vehement auf den Führungsanspruch bei den kompakten Softroadern. Ob der neue SUV wirklich Gold wert ist, klärt eine Fahrt mit der Allradversion mit Zweiliter-Diesel.

So ein Softroader darf doch auch mal Angst haben. Ganz leicht ist das ja nicht für einen wie den neuen Ford Kuga: Den ganzen Tag muss er tapfer daherfahren und so tun, als könne er jede Aufgabe meistern. Da kann es leicht passieren, dass die Nerven durchgehen. Die des Parkpiepsers etwa, der schon panisch schrillt, obwohl nach hinten noch ein reichlicher Meter Platz ist. Dabei müsste gerade die Einparkhilfe Souveränität bewahren. Ihr kommt schließlich die Aufgabe zu, den größten Mangel der Kuga-Karosse auszubügeln – die miserable Sicht nach hinten.

Was die dicken D-Säulen nicht verstellen, verschleiern spätestens nachts die optional abgedunkelten Seitenscheiben. Nach vorne und zur Seite kann man hingegen gut hinausblicken und die Karosserie-Enden abschätzen, was das Fehlen seitlicher Stoßleisten aber gerade bei einem Auto nicht entschuldigt, das so auf robust macht. Nicht nur äußerlich, sondern auch von innen zeigt sich die enge Verwandtschaft zwischen dem Kuga und seinen Ford-Brüdern Focus und C-Max.

Das Cockpit ist funktional

Es ist übersichtlich und klapperfrei zusammengebaut, wirkt allerdings nicht gerade hochwertig. Viel einfaches Hartplastik, aber vor allem das Alu-Imitat und die glitterblauen Dekorstreifen untergraben den Qualitätseindruck. Für ein Familienauto fehlen dem Kuga zudem Ablagen. Die paar, die sich finden, sind dazu noch klein. Auch das Kofferraumvolumen liegt mit 360 Liter an der Untergrenze der Familientauglichkeit. Immerhin gilt das nicht für das Platzangebot: Auf der weich gepolsterten Fondbank lassen sich tatsächlich drei Menschen würdig unterbringen.

Die vorderen Sitze fallen zwar schmal aus, bieten aber guten Halt und ermüdungsfreien Langstreckenkomfort. Der wird bei heiterem Sonnenschein von dem aufpreispflichtigen, starren Glasdach grell überstrahlt. Selbst wenn die dünnen Schattenrollos zugezogen sind, dringt noch viel Licht ins Auto. Außerdem erhitzt sich der Kuga so stark, dass die serienmäßige Klimaanlage an ihr Limit stößt. Wem das transparente Dach 785 Euro wert ist, der sollte nicht auf die effektivere Klimaautomatik für 405 Euro verzichten. Sie ist zwar in der 2.000 Euro teureren Titanium-Ausstattung serienmäßig, doch sonst bietet die Topversion vor allem Tingeltangel. Können noch zwei Mille mehr verbraten werden, dann besser für den 4x4-Antrieb.

Dass selbsternannte Offroader in der Basis keinen Allradantrieb mehr haben, kommt ja in Mode. Aber so richtig hat man sich nicht daran gewöhnt. Das ist etwa so, wie wenn man beim Italiener Spaghetti Bolognese bestellt und der Wirt das Hackfleisch extra berechnet. Der Allradantrieb wiegt nur 40 Kilo und ist jedes Kilo wert. Eine Haldex IV-Kupplung teilt den Hinterrädern je nach Bedarf mindestens zehn, maximal 50 Prozent der Kraft zu und sorgt onroad jederzeit für hervorragende Traktion. Der 4x4-Antrieb lässt sich nicht hineinpfuschen, verzichtet auf manuell aktivierbare Sperren oder eine Untersetzung. Trotzdem stürzt sich der Kuga mutig und talentiert ins Gelände.

Auf losem Untergrund bremst ihn jedoch das nicht abschaltbare ESP heftig ein, bergab hilft ihm keine Abfahrhilfe. Dennoch schafft er es offroad weiter, als sich die meisten Besitzer wegen der feschen Aluräder trauen werden. Ohnehin zeigt der Kuga auf der Straße seine größten Talente: Mit seiner direkten, nicht zu leichtgängigen Lenkung und der agilen, aber ausreichend komfortablen Fahrwerksabstimmung setzt er derzeit die Maßstäbe bei den Softroadern. Auch die Bremsen verzögern sehr energisch und ohne Nachlassen bei hoher Belastung.

2.0 TDCi als Star der Diesel-Szene

Als Star der Diesel-Szene hat sich der partikelgefilterte Zweiliter-Selbstzünder etabliert. Der Kuga ist das 18. Modell, in dem der von PSA und Ford zusammen entwickelte Motor auftritt. Auch hier überzeugt er mit guter Durchzugskraft und erfreulicher Laufkultur. Dass der Verbrauch mit knapp neun Litern etwas zu hoch ausfällt und die Tankreichweite zu gering, wird nichts am Verkaufserfolg des Diesels ändern. Denn bis zum Jahresende gibt es keine anderen Motoren. Doch auch so muss sich der Kuga mehr vor dem Einparken fürchten als vor der Konkurrenz.

Technische Daten
Ford Kuga 2.0 TDCi Trend
Grundpreis 26.600 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4443 x 1842 x 1677 mm
KofferraumvolumenVDA 410 bis 1405 l
Hubraum / Motor 1997 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 100 kW / 136 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 182 km/h
Verbrauch 6,3 l/100 km
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