Ford Mondeo

Der Wolf unter den Kombis

Was kommt dabei heraus, wenn der Ford Mondeo-Kombi durch den Tuning-Wolf gedreht wird? Keine nervöse Fuchsschwanz-Proll-Karre, sondern ein bulliger Familien-Sportler mit Platz und sattem Drehmoment.

Serienmäßig bringt es der 2,0-Liter TDCi-Selbstzünder des Ford Mondeo auf 96 kW (130 PS) und ein maximales Drehmoment von 330 Nm – schon das reicht für einen ordentlichen Antritt. Wolf-Concept packt noch einmal 19 kW (26 PS) und 40 Nm drauf. Erreicht wird diese Leistungssteigerung nicht, indem man einfach einen kleinen digitalen Zauberkasten an das Motorsteuergerät dranpappt – die zusätzliche Leistung kitzelt der Neuensteiner Tuner durch einen direkten Eingriff aus dem Original-Steuergerät heraus. Das sorgt dafür, dass sich die „schnelleren“ Daten besser in das komplizierte Netzwerk der Motorsteuerung einpassen – die Kraftentfaltung ist homogener, die Störanfälligkeit geringer und in den Ford-Werkstätten macht die Motordiagnose keine Probleme.

Etwas Probleme hat allerdings der Rest des Wagens mit dem 865 Euro teueren Kraft-Update: Der Frontantrieb ist ihm kaum gewachsen. Wer an der Ampel zügig (sprich: artgerecht) vom Fleck kommen will, hat seine heilige Mühe, die Kraft auch auf die Straße zu bringen. Selbst im zweiten Gang drehen die breiten Reifen erst einmal munter durch, bis sie endlich greifen. Eine elektronische Traktionskontrolle soll hier aber zukünftig Abhilfe schaffen, verspricht Tuner Wolf.

Wenn wir schon beim Meckern sind: Nicht gerade berauschend ist auch die Endgeschwindigkeit – und die Zeit, die man im obersten Gang verbringt, bis man sie endlich erreicht. Selbst mit viel Anlauf war die Tachonadel bei ebener Strecke kaum über die 200-km/h-Marke zu bringen. Und die Beschleunigung ab 150 erinnert eher an ein Lebensmotto aus der schwäbischen Heimat des Tuners: „Nur keine Hektik“.

Da geht es – genug gemault – in den unter Gängen doch viel munterer zu: Ein leichter Kick mit dem Gasfuß und der Wagen legt ohne Zögern los. Mit dem Auto in der Stadt und auf der Landstraße unterwegs sein – es macht richtig Spaß. Mit dazu tragen auch die 225/40 R18-Reifen bei. Sie machen schön breit was her, drängen aber nicht stur geradeaus. Sie nach Links oder Rechts zu zwingen erfordert – auch dank der präzisen Lenkung – keinen ungebührlichen Kraftaufwand.

Überhaupt fährt sich der Wolf-Kombi sehr angenehm: Das 35 Millimeter tiefer gelegte Fahrwerk ist straff genug, um das Auto auch bei schnellerer Kurvenfahrt am Boden zu halten und weich genug, um nicht jede Zigarettenkippe auf der Straße an die Wirbelsäule durchzuprügeln. Die Sport-Sitze aus dem Ford-Regal verstärken diesen prima Eindruck noch.

Eindruck macht die Wolf-Version des Ford-Kombis auch optisch. Mit An- und Einbauteilen im Gesamtwert von knapp 5.500 Euro hat Wolf die biedere Familien- und Vertreter-Kutsche veredelt. Allein die Kompletträder sind mit 3.120 Euro an diesem Preis beteiligt. Wenn man das alles zusammensetzt, kommt ein Outfit heraus, mit dem sich Mann beim Elternabend ebenso sehen lassen kann wie Frau beim Wochenendeinkauf – oder umgekehrt.

Denn das kommt als Pluspunkt unbedingt dazu: Bei aller Kraft, bei allem Anspruch auf optische Individualität – der Wolf-Mondeo hat die Alltagstauglichkeit und das Platzangebot des Serien-Mondeo bewahrt.

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