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Genesis G70 und GV70: Kann Korea premium?

Genesis G70 und GV70 Kann Korea premium?

In der Premium-Mittelklasse will Genesis mit dem SUV GV70 und der Limousine G70 die vornehmlich deutsche Konkurrenz angreifen. Die Preise scheinen heiß, das Design vielversprechend. Wir waren mit dem 304 PS starken GV70 2.5 T und dem G70 2.2 D AWD mit 200 PS unterwegs.

Toyota versuchte es zuerst, danach Nissan. So richtig geklappt hat es bei beiden nicht. Lexus ist auf dem deutschen Markt immerhin noch vertreten, der Nissan-Ableger Infiniti in die Unsichtbarkeit abgetaucht. Nun also Genesis. Der Hyundai-Konzern versucht es seit fünf Jahren mit der eigenen Luxus-Marke, wobei der europäische Markt kaum mehr als eine Nebenrolle spielen dürfte. Was ja nicht heißt, dass der neuen Mittelklasse-SUV ein uninteressantes Auto wäre. Im Gegenteil. Er baut auf der neuen Hinterradantriebs-Plattform des Konzerns auf, freilich stets mit Allradantrieb versehen.

Genesis GV70
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Der Genesis GV70 soll das Mittelklasse-Segment aufmischen.

Für Europa sind lediglich zwei Motoren vorgesehen: der 2,5-Liter-Vierzylinder mit 304 PS sowie der 2,2-Liter-Diesel mit 210 PS. Der Selbstzünder in der Ausstattungsversion Premium (ab 45.920 Euro) stellt den preiswertesten Start in die GV70-Welt dar, wir dürfen im 2.5 T AWD Platz nehmen. Der kostet ab 49.900 Euro, der Testwagen in Mauna Red (820 Euro extra) ist ein Sport (ab 53.070 Euro). Aufgewertet mit Nappa-Sitzen und diversen Paketen steht ein Preis von 64.510 Euro am Ende der Liste.

TFT-Monitor mit 3D-Funktion

Entsprechend luxuriös zeigt sich der stattliche GV70 (Länge 4.715 mm, Breite 1.910 mm, Höhe 1.630 mm) im Inneren. Weiches rotes Leder bekleidet die Oberflächen, die Sitze zeigen aufwendiges Rautenmuster und zwei handschmeichlerische Drehknöpfe bieten sich zur Bedienung von Infotainment und Getriebe an. Das kennt man so bereits vom größeren Genesis GV80, und es ist nicht ohne Tücken. Denn der Genesis-Novize greift schon mal daneben und zoomt die Navi-Karte anstatt den Rückwärtsgang einzulegen.

Genesis GV70
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Das Innere des GV70 zeigt sich luxuriös.

Hübsch zeigt sich das Kombiinstrument, ein TFT-Monitor mit 3D-Funktion, die sich allerdings in einem tief verborgenen Menü abschalten lässt. Überhaupt erweist sich die Bedienung als nicht mehr so ganz intuitiv und einfach wie bei preiswerteren Modellen aus dem Hyundai-Konzern, doch die Kombination aus Drehsteller und Touchscreen funktioniert nach etwas Eingewöhnung ganz gut. Zumal die Klimabedienung in ein eigenes Touchfeld ausgelagert ist. Inzwischen fahren wir längst, die Route kurvt vom Messegelände in München-Riem über einen kurzen Autobahnabschnitt ins oberbayerische Hügelland östlich der Stadt. Ja, der großvolumige Vierzylinder wird bei Volllast vernehmlicher, und wen das sehr stört, der kann sich per Motorengeräusch-Generator im Setup-Menü eine Sechszylinder-Soundkulisse vorspielen lassen. Kann man mal ausprobieren, im wahren Leben erweist sich die stillste Variante des Generators als die bei weitem angenehmste.

Der GV70 ist eher ein Komfort-SUV

Es gibt ja auch so genug zu tun im Genesis. Denn langsam ist er keineswegs unterwegs. Das Datenblatt gibt als Topspeed 240 km/h an, der GV70 legt auf der linken Spur vehement an Tempo zu. Die Achtgang-Automatik hält sich dabei angenehm zurück, legt weich und geschmeidig die Fahrstufen nach. Im Sport-Modus werden die Sitze etwas übergriffig, klammern nach und bieten so deutlich mehr Seitenhalt. Das sollte freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass der GV70 eher ein Komfort-SUV ist. Er turnt zwar recht agil über kurvige Landsträßchen, macht aber dennoch keinen Hehl daraus, dass er sich beim kommoden Reisen wohler fühlt. Seine Passagiere umsorgt er außer mit gutem Federungskomfort und bequemen Sitzen mit einer Fülle an Assistenzsystemen, einer wohlklingenden Soundanlage und feiner Verarbeitung. Und mit sorgenfreier Fahrt. Denn im Kaufpreis ist jeweils fünf Jahre Service (bis 75.000 km) einschließlich Bringservice und aller notwendigen Arbeiten außer der Verschleißteile inkludiert.

Genesis GV70
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Der Genesis GV70 ist 4,72 Meter lang und 1,63 Meter hoch.

Das gilt natürlich ebenso für die neue Limousine. Sie kommt mit drei Motor-Varianten zu uns, einem Diesel mit 200 PS sowie dem Zweiliter-Benziner mit 197 oder 245 PS, wahlweise mit Allradantrieb. Zur ersten Ausfahrt steht ein Diesel in Mallorca-blau bereit. Auch hier ist die Achtstufen-Automatik Serie, so kostet der Wagen, einschließlich der Sport-Ausstattung 47.610 Euro. Das kann sich sehen lassen, denn wie beim GV70 erweist sich die Ausstattung als recht umfangreich, der G70 hat alles an Bord, was man so benötigt, einschließlich jeder Menge Fahrassistenz und einer Brembo-Bremsanlage. Damit der G70 auf dem europäischen Markt noch besser einschlägt, soll bald eine Shooting Brake-Variante kommen. Da schwächeln die einheimischen Marken gerade etwas, vielleicht sorgt der Genesis da für neuen Schwung.

Der 200 PS starke Diesel ist recht agil

Die Limousine – bei der Entwicklung sei der BMW Fünfer die Benchmark gewesen, heißt es, ist knapp 4,7 Meter lang, das Platzangebot im Interieur orientiert sich jedoch eher an der etwas knapper geschnittenen Premiumklasse der 3er-A4-Liga. Auch daran ist zu merken, dass der G70 noch nicht auf der aktuellen Plattform, sondern auf jener der Vorgänger aufbaut. Und die er im Übrigen mit dem sportlicheren Kia Stinger teilt. So wirkt der G70 mit dem 200-PS-Diesel auch recht agil, sprintet schnell von Kurve zu Kurve, da stört fast nur die sich bei schnellen Manövern verhärtende, etwas synthetisch wirkende Lenkung.

Genesis G70
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Hinter dieser Front arbeiten 200 Diesel-PS für den Vortrieb.

Etwas mehr Vielfalt wünschte man den neuen Genesis-Modellen bei den Antriebsvarianten, der G70 könnte, wie sein Kia-Bruder Stinger, einen Sechszylinder gut vertragen. Doch das ist ohnehin bald passé. Genesis plant nach eigenem Bekunden ab 2025 nur noch Elektroautos auf den Markt zu bringen, die Varianten mit Verbrenner werden dann zu Auslaufmodellen.

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Mit gutem Raumangebot, sorgfältiger Verarbeitung und ordentlichem Federungskomfort liegt der Genesis GV70 sehr gut im Rennen. Der G70 ist deutlich knapper geschnitten, bietet jedoch ebenfalls viel Luxus fürs Geld. Etwas dünn ist das Antriebsangebot, ein Sechszylinder etwa würde gut zur G70/GV70-Familie passen, wäre aber ein Auslaufmodell: Ab 2025 will Genesis nur mehr E-Autos anbieten.

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