Golf 1.6 FSI

Direkt in die Zukunft

Volkswagen bringt nach langem Anlauf den neuen Golf 1.6 FSI auf den Markt. Der Direkteinspritzer dient VW als neue Speerspitze im Feld verbrauchsgünstiger Ottomotoren. Ein Fahrbericht.

Die geschichtete Benzin-Direkteinspritzung – fuel stratified injection – ist ein High-Tech-Arbeitsprinzip, das sich beim Fahren durch nichts zu erkennen gibt. Der Langhuber klingt brav nach Vierzylinder, bei hohen Drehzahlen (bei 6.300/min wird abgeregelt) allerdings ein wenig kernig. Der 16 V zieht ordentlich durch und schiebt ab etwa 4.000 Touren noch einmal fühlbar an. Das Werk nennt 194 km/h als Spitze und 10,6 Sekunden für den Standardsprint (1.6: 192 km/h und 10,8 s).

Regenerationszyklus für den NOX-Kat kostet Sprit

Auch von der ständig stattfindenden Umschaltarbeit zwischen den verschiedenen Betriebsarten spürt der Fahrer nichts. Den einzigen Hinweis liefert der Bordcomputer (Serie ab Ausstattungslinie Trendline). Wer die Momentan-Verbrauchsanzeige anwählt und mit aktiviertem Tempomat (Extra) rollt, kann beobachten, wie der Wert alle 30 bis 60 Sekunden ganz kurz (bei unserem Versuch von 5,0 auf 6,1 L/100 km) nach oben zackt. Der Grund ist der Regenerationszyklus für den NOX-Kat, in dem die Motronic kurzfristig von der geschichteten mageren Betriebsart auf fette Verbrennung wechselt. Der Durchnittsverbrauch bei einer ersten kurzen Ausfahrt lag um 6,8 Liter.

Nur 575 Euro Aufpreis für den FSI

Der Pionier der VW-Direkteinspritzer hieß zwar Lupo 1.4 FSI, doch der Golf soll viel mehr Marktvolumen holen als der kleine Lupo. Denn seine 105 PS Leistung und der Preis von 15.400 Euro drängen den Mini eher in die Exoten-Nische. Der Golf hingegen kostet mit 16.900 Euro nur 575 Euro mehr als seine Ausgangsbasis mit Saugrohreinspritzung. Beim Bora – mit serienmäßiger Klimaautomatik – lautet die Relation 19.525 (FSI) zu 18.600 Euro. Bei beiden Modellen ist der FSI im Kombi und in der Limousine zu haben, aber nicht mit Automatikgetriebe. Fünf bis zehn Prozent Anteil in der Modellpalette soll der 1.6 FSI holen – das wären bis zu 30 000 Stück im Jahr.

Verbrauchsvorteil von gut zehn Prozent

Der Direkteinspritzer hat etwas mehr Kraft als der konventionelle 1.6: Er leistet 110 statt 105 PS sowie 155 statt 148 Nm Drehmoment. Letztere schon bei 4000 statt 4500/min. Im Verbrauch beträgt der Vorteil gut zehn Prozent: Der Golf 1.6 FSI ist mit 6,2 Liter Super Plus/ 100 km angegeben, beim 1.6 sind es im Schnitt 6,9 Liter. Am meisten spart er bei ruhiger Fahrweise im Teillastbereich. Der Grauguss-Block stammt vom Saugrohreinspritzer, der Zylinderkopf vom Lupo FSI – die Bohrung ist mit 76,5 mm beim 1,4- und beim 1,6-Liter gleich -, aber der längere Hub von 86,9 statt 75,6 mm erzwang viel Arbeit an den Kolben und den Brennräumen.

Reifen und Getriebeabstufung helfen sparen

Allerdings schafft der Motor den Spareffekt nicht alleine, die rollwiderstands-optimierten Reifen helfen ebenso mit wie das in den drei oberen Gängen etwas länger übersetzte Getriebe. Die Fixkosten sind bei beiden Varianten gleich, auch aufgrund der Einstufung nach Euro 4. Somit rechnet sich der FSI erst ab etwa 80.000 Kilometer.

Polo 1.4 FSI und Golf/Passat 2.0 FSI folgen

Beworben wird der FSI schon seit Ende letzten Jahres, kommt aber erst jetzt zu den Händlern – auch weil die Erprobung länger dauerte als erwartet. Mittelfristig will Volkswagen sein ganzes Modellprogramm aktualisieren. Im Frühsommer folgt der Polo 1.4 FSI; er bekommt den Motor des Lupo, aber auf 86 PS reduziert. Zudem tauschen sich die Niedersachsen mit Audi aus: Der 1.6 FSI zieht jetzt auch in den A 2 ein, dafür wandert der 2.0 FSI, eine Ingolstädter Entwicklung, im kommenden Winter in den Passat und den Golf.

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Technische Daten
VW Golf 1.6 Trendline
Grundpreis 17.805 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4149 x 1735 x 1444 mm
KofferraumvolumenVDA 330 bis 1184 l
Hubraum / Motor 1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 77 kW / 105 PS bei 5700 U/min
Höchstgeschwindigkeit 192 km/h
Verbrauch 6,8 l/100 km
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