VW Golf VII Facelift 2017 Fahrbericht VW
VW Golf VII Facelift 2017 Fahrbericht
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VW Golf VII Facelift 2017 Fahrbericht 26 Bilder

VW Golf 7 (2017) im Fahrbericht

Erste Ausfahrt mit dem neuen 1,5-Liter-TSI-Motor

Alle 40 Sekunden läuft ein Golf vom Band, seit über 40 Jahren. Die siebte Generation des Bestsellers erhält gerade ein Facelift, da darf man schon mal genauer hinschauen – unterwegs mit dem neuen 1,5 TSI mit 150 PS.

Update nennen sie es bei VW, das klingt etwas hipper als Facelift oder gar dem etwas verzopften Begriff Produktaufwertung, der ja sonst mitunter im Konzern gebraucht wird. Viel ist auf den ersten Blick jedenfalls vom Update nicht zu sehen. Das wird ja manchmal bemängelt, dabei ist die Kontinuität in Design und Erscheinungsbild eine ausgesprochene Wolfsburger Stärke. Das war bei VW bereits früher so, als sich noch ganze Modellgenerationen über die Form des Heckfensters definierten.

Die vielen Änderungen, die der Golf VII für die zweite Hälfte seines Modellzyklus mitbekommt, wurden bereits hinlänglich beschrieben, also werden wir nicht jede neue Falte im Blechkleid extra kommentieren. Dass er etwas strenger blickt, liegt hauptsächlich an den neuen LED-Lampen, die gibt es bereits ab 1.085 Euro Aufpreis (Serie bei Highline) zum serienmäßigen Halogenlicht, die Xenon-Variante entfällt. Das volle LED-Paket mit adaptiver Fernlichtschaltung Active Light Assist kostet 2.015 Euro.

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Die neuen LED-Scheinwerfer ersetzen die Xenon-Variante. Serienmäßig sind Halogen-Lampen verbaut.

VW Golf VII mit mehr Hubraum

Zur ersten Ausfahrt steht der modellgepflegte Golf mit dem neuen 1,5-Liter-Vierzylinder zur Verfügung, ein Motor freilich, der erst im Laufe der nächsten Monate in Serie kommen wird. Die aktuelle Preisliste zeigt noch den alten, 1,4-Liter-TSI mit 150 PS, ihn gibt es ab Comfortline für 24 125 Euro. Der neue Motor soll etwas teurer werden, der genaue Preis steht nicht fest.

Der Neue hat knapp 100 Kubikzentimeter Hubraum, einen etwas längeren Hub und verzichtet auf konventionelle Zylinderlaufbuchsen. Eine kaum hauchdünne, im Plasmaspritz-Verfahren aufgebrachte Lauffläche übernimmt deren Aufgabe. Das vermindert die innere Reibung und schafft im Motorblock Platz für zusätzliche Kühlkanäle zwischen den Zylindern, was wiederum der thermischen Effizienz zugute kommt.

Weitere Maßnahmen sind eine kennfeldgeregelte Ölpumpe sowie Kühlmanagement, polymerbeschichtete Kurbelwellenlager oder die hinter dem Ladeluftkühler platzierte Drosselklappe. Spektakulärstes Detail des neuen 1,5er wäre natürlich der VTG-Lader, eine Turbine mit variabler Geometrie. Diese Technik ist wegen der hohen Abgastemperaturen – anders als bei Selbstzündern – bei Benzinmotoren nicht alltäglich, nur bei Porsche ist sie bisher im Einsatz. Und demnächst im Golf. Den VTG-Lader besitzt allerdings nur der Bluemotion mit 130 PS, während die hier gefahrene 20 PS stärkere Variante einen konventionellen Abgasturbolader hat.

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Wenn der Wagen mit dem großen Discover Pro-Navi kommt (2.385 Euro), ist er mit einem 9,2-Zoll-Monitor (23,3 cm Diagonale) ausgerüstet, herkömmliche Dreh- oder Drücksteller zur Bedienung fehlen.

Neues Siebengang-DSG senkt den Verbrauch

Los geht‘s also mit dem neuen Motor (ohne VTG-Lader). Er fährt nicht viel anders als bisher. Eine Spur kerniger vielleicht, immerhin hat er mehr Hub. Der Testwagen ist mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe ausgerüstet. Dazu wird es zum Serienanlauf ein neues Siebengang-DSG geben, das die Verbrauchswerte zusätzlich bis zu zehn Prozent senken soll. Doch das Schaltgetriebe ist ja im Golf keine schlechte Option, da macht das im Testwagen keine Ausnahme. Die Schaltwege sind kurz und knackig, exakt geführt, das passt. Schade nur, dass sich so einige der neuen Assistenzsysteme nicht ausprobieren lassen, etwa der Stauassistent.

Der Turbo hängt feinfühlig am Gas, atmet bei niedrigen Drehzahlen kräftig durch, die sechste Fahrstufe passt bereits kurz hinterm Ortsausgang. Keine Änderungen gab es beim Fahrwerk. Das DCC (1.045 Euro) funktioniert nach wie vor in der Normalstellung am besten, bietet sehr angenehmen, satten Komfort. Ausgewogen und leichtgängig zeigt sich die Lenkung, das ergibt einen harmonischen, unaufgeregten Fahreindruck.

Keine Dreh- und Drücksteller

Eine weitere Neuheit des 2017er Jahrgangs: das Infotainment und die Bedienung. Wenn der Wagen mit dem großen Discover Pro-Navi kommt (2385 Euro), ist er mit einem 9,2-Zoll-Monitor (23,3 cm Diagonale) ausgerüstet, herkömmliche Dreh- oder Drücksteller zur Bedienung fehlen. Selbst Lautstärkeregelung und Navi-Zoom erfolgen über Touchscreen. Immerhin bei der Entertainment-Lautstärke gibt es noch den Wippschalter am Lenkrad.

Das muss man nicht als Fortschritt sehen, die Touchscreen-Bedienung erfordert auch nach einiger Eingewöhnung Blickkontakt zum Zentralmonitor. Gut gemeint und dennoch nicht vereinfachend ist ebenso die Option, sich einen Home-Bildschirm nach eigenem Gusto zu konfigurieren. Hier ist, wie bei anderen Features des modellgepflegten Millionensellers die Frage, ob die fast schon sprichwörtliche Einfachheit und Klarheit der Golf-Bedienung den neuen Möglichkeiten des digitalen Fortschritts geopfert wurde, nur um sie an Bord zu haben.

Gesten, also Wischbewegungen, erkennt er nun auch, der Golf, etwa zum Senderwechseln, das klappt ganz gut. Zum Glück gibt es zudem die sehr gute Sprachbedienung. Wem das so gar nicht zusagt, kann ja einen Golf mit bescheinerer Ausstattung kaufen, da kommt er nach wie vor mit Knöpfen zum Drehen und drücken.

Fazit

Ein neuer Benziner mit aufwendigem Innenleben und niedrigen Verbrauchswerten, ein aufgefrischtes Infotainment, neue Assistenzsysteme sowie ein paar Design-Änderungen, das ist es schon? Ja, denn der VW Golf VII ist eine sehr gute Basis, die mit ein paar Detailänderungen weiterhin zum Bestseller taugt. Das mag angesichts der Herausforderungen, vor denen VW steht, wenig erscheinen. Doch für die Golf-Kunden passt es – die meisten wollen keine Revolution, sondern nur ein sehr gutes Auto.

Was es noch zu sagen gibt zum neuen Golf? Dass es natürlich auch weiterhin TDI-Motoren geben wird. Oder der 1.5 Bluemotion mit 130 PS und Miller-Zyklus im Lauf des Jahres kommen wird. Dass das weitere Motorenprogramm bis auf Details unverändert ist. Und dass der Golf nach dem Update ein Golf bleibt. Das ist auch gut so.

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