Hart im Nehmen, weicher Kern

Klingt nach Zielkonflikt, ist aber Programm: Auch die Neuauflage des Geländewagen-Klassikers Range Rover soll off road Maßstäbe setzen und auf der Straße den Fahrkomfort einer Luxuslimousine bieten.

Der Range Rover ist ein Geländewagen reinsten Wassers. Er watet gelassen durch tiefe Wasserlöcher, krabbelt locker Steigungen hinauf, die sich wie eine Wand vor seinem Bug auftürmen, und wühlt sich durch knietiefen Schlamm, ohne die Traktion zu verlieren. Was seine Fähigkeiten abseits der Straße angeht, gehört er ohne Zweifel zu den Besten der Welt.

Allrad-Technik vom Feinsten schafft aber nicht nur beeindruckende Offroad-Qualitäten, sondern macht auch dem Fahrer das Leben leicht. Das Reduktionsgetriebe wird sogar während der Fahrt per Knopfdruck aktiviert. Das zentrale Torsen-Differenzial sorgt automatisch für die nötige Sperrwirkung zwischen Vorder- und Hinterachse. Und elektronisch gesteuerter Bremseneingriff lässt die Kraft jeweils zu dem Rad einer Achse fließen, das den besten Grip vorfindet.

Für Bergabfahrten gibt es zudem eine Hill Descent Control, die per Bremseneingriff das Tempo auf Schrittgeschwindigkeit reduziert. Aktiv wird sie allerdings selten, weil die sehr kurze Übersetzung im Low-Range-Modus dafür sorgt, dass der Rover auch grimmige Gefälle höchst gemächlich hinabkriecht. Auch die Luftfederung trägt ihren Teil dazu bei, dass der Range fast überall durchkommt. Sie erlaubt eine Erhöhung der Bodenfreiheit auf bis zu 28 Zentimeter und gleicht einseitiges Einfedern so harmonisch aus, dass Rollbewegungen um die Längsachse auf unebenem Terrain stark reduziert werden.

Dass BMW bei der Entwicklung des Range Rover noch eine federführende Rolle spielte, wird spürbar bei der exakten Zahnstangenlenkung mit variabler Servounterstützung. Der neue Luxus-Liner zeigt präzise Reaktionen und in schnell gefahrenen Wechselkurven geringere Wankbewegungen der Karosserie als sein Vorgänger. Und auch der Geradeauslauf vor allem auf unebenen Strecken hat erheblich gewonnen. Zusammen mit der guten Übersichtlichkeit der Karosserie entsteht so das sichere Gefühl eines problemlosen Handlings.

Als zusätzliches Sicherheitspolster gibt es überdies eine Fahrdynamik-Regelung, nach BMW-Muster DSC genannt. Das stabilisierende Abbremsen einzelner Räder ist nicht abschaltbar, doch kann der zum DSC gehörende Eingriff ins Motormanagement deaktiviert werden, um auf losem Untergrund das Anfahren mit leichtem Schlupf zu erleichtern.

Das gute Ansprechen der für den Straßeneinsatz straff abgestimmten Luftfederung macht den Range zum komfortablen Cruiser für lange Reisen – vor allem mit dem 4,4 Liter großen Achtzylindermotor, der ebenso wie der alternativ angebotene Dreiliter-Sechszylinder-Turbodiesel von BMW stammt. Beide wurden für den Einsatz im Range Rover modifiziert.

Der mit einer weich schaltenden Fünfgang-Automatik kombinierte Achtzylindermotor schiebt kräftig an und läuft bis in den oberen Drehzahlbereich sehr kultiviert, vermag aber naturgemäß in dem 2,5-Tonnen-Brocken keine Bäume auszureißen.

Die Betonung liegt eindeutig auf komfortabler Fortbewegung nach Gutsherren-Art, was der neue Range auch durch sein distinguiertes Interieur deutlich macht. Das Design schafft ein professionell wirkendes Ambiente, und die Anordnung der Bedienungshebel gibt keinerlei Rätsel auf. Auch die soliden Balken schönen Kirschbaumholzes mit matter Oberfläche fügen sich harmonisch ein. Sie erwecken den Eindruck, integraler Bestandteil der tragenden Struktur des Armaturenbretts zu sein.

Feines Leder auf den bequemen Sitzen (Textilbezüge beim Diesel) und eine üppige Serienausstattung tun ein Übriges, um den ersten Eindruck zu festigen. Der Range Rover ist wieder das, was ihn schon vor 30 Jahren berühmt machte: Seine Lordschaft unter den Geländewagen.

Die Allrad-Technik schafft beeindruckende Offroad-Qualitäten

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