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Honda Accord

Über Kante gespielt

Markant wie bisher, aber mit neuer Technik und mehr Dynamik tritt die achte Honda Accord-Generation auf – vor allem der Tourer.

Fast egal, wohin man in der Mittelklasse schaut: Praktische Kombis sind inzwischen begehrter als die klassischen Limousinen. Auch Honda führte deshalb beim Accord-Vorgänger die Steilheck-Variante wieder ein. Doch der geräumige Tourer mit verlängertem Radstand, eigener Hinterachse und pfiffigen Detaillösungen blieb – gegen den Trend – hinter den Erwartungen zurück und fand weniger Käufer als das Stufenheck-Modell.

Tourer wechselt von der Nutzwert- zur Lifestyle-Fraktion

Beim Nachfolger setzt Honda auf die Macht des Designs und kräftig ausgeformte Radläufe als Kontrast zur kantigen Linie. Während sich bei der Limousine die Unterschiede zum Vorgänger erst auf den zweiten Blick offenbaren, wechselt der Tourer von der Nutzwert- zur Lifestyle-Fraktion. Das vormals breit-voluminöse, fast senkrechte Heck und der große Überhang weichen einem Abschluss nach Art eines Audi A4 Avant, der den Honda-Machern wohl als stilbildend gilt.

Stauraum reduziert sich

Funktional ist die Wandlung des Tourers jedoch mit Einbußen verbunden. Sein Stauraum reduziert sich von bisher großzügigen 518 (maximal 1.657) auf knappe 406 (maximal 1.252) Liter, auch die praktische Verstaumöglichkeit für das Gepäckrollo unter dem Ladeboden entfiel, und der bisher serienmäßige Elektroantrieb für die Heckklappe kostet künftig 400 Euro Aufpreis. Bei der Limousine bleibt das Volumen mit 467 Litern dagegen fast konstant.

Beschränkter Fußraum im Fond

Acht zusätzliche Zentimeter in der Breite kommen den Insassen zugute. Sie finden ein ordentliches Raumangebot vor, müssen aber im Fond mit beschränktem Fußraum leben. Gröberes Schuhwerk passt kaum unter die Vordersitze. Außerdem ist das Cockpit mit zahlreichen Bedientasten übersät, und manche Details wie etwa der schnöde Plastik-Türentriegelungsgriff hätten mehr Aufmerksamkeit verdient.

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Fahrwerk und Radstand stimmen jetzt bei beiden Karosserievarianten überein. Vorn kommen Doppelquerlenker zum Einsatz, die Hinterachse ist eine Mehrlenker-Konstruktion. Dem dynamischen Anspruch folgend, tendiert die Abstimmung Richtung straff, ohne den Komfort zu vernachlässigen. Der Accord ist weit davon entfernt, seine Insassen über jedes Detail der Straßenbeschaffenheit zu informieren. Unebenheiten passiert der Neue spürbar gelassener als der Vorgänger, und dank verbesserter Dämmung werden Abrollgeräusche stärker gedämpft.

Fahreigenschaften profitieren von der breiteren Spur

Die Fahreigenschaften profitieren von der breiteren Spur, das Handling von der präzisen Elektrolenkung. Sie ist Voraussetzung für ein neues Assistenzsystem, das für den Accord nun auch in Deutschland verfügbar ist: der so genannte aktive Spurhalteassistent LKAS (Lane Keeping Assist System). Das kamerabasierte System erkennt bei Geschwindigkeiten zwischen 72 und 180 km/h, wenn der Wagen die Fahrspur verlässt, und steuert selbständig gegen, ohne dem Fahrer die endgültige Kontrolle über die Lenkung zu nehmen.

Sicherheitspaket für 2.450 Euro extra

LKAS ist Teil des 2.450 Euro teuren Sicherheitspakets, das nur für die höchste der drei Ausstattungslinien, Executive, angeboten wird; Comfort und Elegance müssen darauf verzichten. Es umfasst zudem eine adaptive Geschwindigkeitsregelung ACC und das System CMBS (Collision Mitigation Brake System), das zur Kollisionsvermeidung im Ernstfall aktiv eine Notbremsung einleitet.

Hybrid ist für den neuen Accord nicht vorgesehen

Beim Antrieb gibt es keine Überraschungen. Ein Hybrid ist für den neuen Accord nicht vorgesehen. Wie bisher stehen zwei Benziner mit zwei und 2,4 Liter Hubraum und ein 2,2-Liter-Diesel zur Wahl. Alle Triebwerke wurden überarbeitet und erfüllen bereits die Euro 5-Abgasgrenzwerte. Der 156 PS starke Zweiliter bildet mit vibrationsarmem Lauf und ausreichenden Kraftreserven eine gute Basis. Die Mehrleistung des auf 201 PS erstarkten 2,4-Liters ist nur bei hohen Drehzahlen deutlich spürbar, begleitet von einer ausgesprochen sportlich tönenden Geräuschkulisse.

Top-Seller: 2,2-Liter Diesel

Am meisten verspricht sich Honda vom Diesel. Zu Recht, denn der kultivierte, jetzt 150 PS leistende 2,2-Liter verfügt über ausreichend Drehmoment, um den bis zu 70 Kilogramm schwerer gewordenen Accord flott in Schwung zu bringen - auch ohne häufigen Griff zum Knauf der exakten Sechsgang-Schaltbox. Zum Kraftstoffsparen bietet eine Schaltanzeige im Drehzahlmesser Hilfestellung bei der Gangwahl. Eine Fünf-Stufen-Automatik wie für die Benziner (Aufpreis 1.900 Euro) ist für den Diesel erst Anfang 2009 lieferbar.

Einstiegspreis: 24.800 Euro

Ab 7. Juni steht die Limousine zu Preisen ab 24.800 Euro bei den Händlern. Wer dagegen Geschmack an der neuen Kombi-Philosophie von Honda gefunden hat, muss 1.300 Euro zusätzlich und ein klein wenig Geduld investieren: Der Tourer startet erst drei Monate später.

Technische Daten

Honda Accord 2.0 Comfort Honda Accord 2.2i-DTEC Elegance Honda Accord 2.4 Executive
Grundpreis 24.950 € 29.450 € 33.550 €
Außenmaße 4725 x 1840 x 1440 mm 4725 x 1840 x 1440 mm 4725 x 1840 x 1440 mm
Kofferraumvolumen 467 l 467 l 467 l
Hubraum / Motor 1997 cm³ / 4-Zylinder 2199 cm³ / 4-Zylinder 2354 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 115 kW / 156 PS bei 6300 U/min 110 kW / 150 PS bei 4000 U/min 148 kW / 201 PS bei 7000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 215 km/h 212 km/h 227 km/h
Verbrauch 7,3 l/100 km 5,6 l/100 km 9,0 l/100 km
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