Honda CR-V (2018) im Fahrbericht

Wie sparsam ist der SUV mit Hybridantrieb?

Honda CR-V Foto: Honda 13 Bilder

Honda ersetzt beim neuen CR-V den Dieselmotor durch eine ausgefeilte Hybridvariante, die auf ein herkömmliches Getriebe verzichtet. Wir sind den SUV mit der neuen Antriebsvariante schon gefahren.

Nicht, dass die Hybrid-Konstruktion der Kollegen von Toyota mit ihrem komplexen Planetengetriebe Maschinenbau für Einsteiger wäre. Aber Honda geht mit seinem i-MMD-Hybridsystem (Intelligent Multi Mode Drive) einen eigenen und keinesfalls einfacheren Weg. Und der geht so: Ein 145 PS starker Zweiliter-Benzinmotor treibt hier einen Generator an, dessen Strom entweder in einen Lithium-Ionen-Akku fließt oder direkt einen Elektromotor (184 PS/315 Nm) versorgt, der die Vorderräder antreibt. Zusätzlich kann der Verbrenner in einem bestimmten Geschwindigkeitsfenster auch direkt auf die Räder wirken oder Batteriestrom den CR-V kurzzeitig emissionsfrei fortbewegen.

Natürlich gewinnt der Kompakt-SUV beim Verzögern auch Energie zurück oder unterstützt mit seinem E-Motor den Benziner gezielt beim Beschleunigen. Der zentrale Gedanke der Honda-Ingenieure: Den Verbrenner möglichst nur nahe seines effizientesten Last- und Drehzahlbereichs betreiben, den lästigen Rest übernimmt oder unterstützt der E-Antrieb. Eleganter Nebeneffekt dieser Konstruktion: Ein mehrstufiges Getriebe ist überflüssig, und der Fahr-Akku kann verhältnismäßig klein ausfallen, da Strom quasi auf Abruf erzeugt wird.

Honda CR-V Hybrid fährt harmonisch und leise

Und wie stellt sich das beim Fahren dar? Kurze Antwort: Harmonisch, ruckfrei und meist auch sehr leise. Das komplexe Zusammenwirken der verschiedenen Komponenten funktioniert nahtlos und ohne spürbare Stöße im Antriebsstrang – auch dann, wenn die Überbrückungskupplung den Verbrenner direkt mit den Antriebsrädern verbindet.

Honda CR-V Foto: Honda
Der Honda CR-V Hybrid fährt stets elektrisch an. Ein mehrstufiges Getriebe ist überflüssig.

Der Honda CR-V Hybrid fährt stets elektrisch an, wofür der Benziner mit zunächst gleichbleibender Drehzahl den Strom erzeugt. Je nach Leistungsanforderung legt die Zweiliter-Maschine nach, was akustisch nur dann auffällt, wenn es in Richtung Volllast geht. Dann erinnert der Verbrenner gut vernehmbar daran, wo das Kraftwerk sitzt und verharrt entsprechend dem Beschleunigungswunsch auch länger bei hohen Drehzahlen. Ansonsten ist er vor allem bei Landstraßen- oder gemäßigtem Autobahntempo kaum auszumachen, da der E-Motor hier sanft mit anschiebt. Hier zahlt sich aus, dass Honda der Hybridversion noch ein wenig mehr Dämmmaterial spendiert als dem Benziner.

Niedriger Verbrauch, mickrige Anhängelast

Apropos auszahlen: Bei unserer ersten, etwa 170 Kilometer langen Überland-Tour pendelte sich der Verbrauch des rund 1,6 Tonnen schweren CR-V Hybrid laut Bordcomputer bei exzellenten 6,3 l/100 km ein. Allerdings deutete sich auf kurzen Autobahn-Etappen auch an, dass bei dauerhaft höheren Tempi und Lasten deutlich mehr Sprit in die Brennräume fließt. Da passt es ins Bild, dass Honda dem Vortrieb beim Tempo 180 ein Ende setzt und die Anhängelast des Hybriden auf mickrige 750 Kilo beschränkt – offiziell, um die Temperatur des E-Motors nicht in kritische Regionen ansteigen zu lassen. Dabei darf er aber immer noch mindestens 583 Kilo zuladen (mit Allradantrieb: min. 549 kg).

Honda CR-V Foto: Honda
Das Hybridsystem macht den CR-V sparsam im Verbrauch. Dafür fällt die Anhängelast mickrig aus.

Wo wir gerade bei den Restriktionen sind: Die Zusatz-Batterie nimmt einen Teil des Raumes unterhalb des Ladebodens ein, was auch die Siebensitzer-Option ausschließt. Der Standard-Kofferraum fasst aber immer noch 497 Liter. Letzte Hybrid-Hürde: der Preis. Selbst der günstigste CR-V Hybrid reißt die 30.000-Euro-Marke klar, beginnt als frontgetriebener Comfort bei 32.290 Euro (Allrad: ab 36.990 Euro).

Fazit

Die Kombination aus Zweiliter-Benziner und einer E-Maschine erweist sich im Honda CR-V Hybrid auf einer ersten Fahrt als harmonische, überwiegend leise arbeitende Antriebsvariante. Da der Hybrid-SUV stets elektrisch anfährt und sich kurzzeitig lokal emissionsfrei bewegen lässt, bleibt der Spritverbrauch im Normalbetrieb sehr niedrig, bei wachsendem Tempo geht er aber schnell in die Höhe. Im Vergleich zu den reinen Benziner-Modellen fällt die Anhängelast beim CR-V Hybrid niedriger aus, eine Siebensitzer-Option wird nicht angeboten.

Technische Daten
Honda CR-V 2.0 i-VTEC Hybrid 2WD Honda CR-V 2.0 i-VTEC Hybrid 4WD
Grundpreis 32.290 € 36.990 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4600 x 1855 x 1679 mm 4600 x 1855 x 1689 mm
KofferraumvolumenVDA 497 bis 1694 l 497 bis 1694 l
Hubraum / Motor 1993 cm³ / 4-Zylinder 1993 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 107 kW / 145 PS bei 6200 U/min 107 kW / 145 PS bei 6200 U/min
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h 180 km/h
Verbrauch 5,3 l/100 km 5,5 l/100 km
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