Honda FCX Clarity

Erste Fahrt mit der Brennstoffzellen-Limousine

Foto: Yoshi Kimura 14 Bilder

Mit dem FCX Clarity startet Honda die erste Serienproduktion eines Modells mit Brennstoffzelle. Erster Ausflug in die automobile Zukunft.

Clarity. Der Name ist Programm. Der neue Honda soll Klarheit schaffen, aufzeigen, wohin der Weg der alternativen Antriebe führt. Clarity will aber auch sagen: Schaut her, die Brennstoffzelle ist erwachsen geworden. Vorbei ist die Zeit der halbfertigen Prototypen, die wie Golfwägelchen ungelenk durch die Gegend hoppelten. Der Clarity ist ein vollwertiges viertüriges Coupé mit einer sportlichen Note. Auto wurde um die Brennstoffzelle herumgebaut

Was aber unterscheidet ihn von einer Mercedes A-Klasse mit Brennstoffzelle? Der Honda ist kein Auto, das ursprünglich für den Antrieb mit einem Verbrennungsmotor konzipiert wurde. Es ist das erste Serienauto, das die Ingenieure um eine Brennstoffzelle herum gebaut haben. Die Zelle selbst sitzt zwischen den beiden Frontpassagieren.

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Unter der Rücksitzbank versteckt sich eine Lithium-Ionen-Batterie, der Wasserstofftank ist über der Hinterachse platziert. Der Elektromotor arbeitet im Vorderwagen und treibt die Vorderräder an. Und noch eines unterscheidet den Clarity von anderen Brennstoffzellen-Erprobungsträgern: Er besitzt die amerikanische Zulassung, die ihm eine Durchschnittsreichweite von 72 Meilen pro Kilogramm Wasserstoff bescheinigt. Darauf ist Honda stolz. Firmenchef Takeo Fukui möchte sich im Rennen um das „grüne Auto“ an die Spitze setzen. Dafür hat Honda auch lange gearbeitet. 1998 fuhr der erste Prototyp mit Brennstoffzelle. 2002 hat man angefangen, die ersten Honda FCX-Brennstoffzellen-Modelle zu verleasen, um Erfahrungen mit der neuen Technik im Alltagsbetrieb zu bekommen.

Reichweite jetzt bei 450 Kilometer

Seit jener Zeit hat die Brennstoffzelle einen enormen Reifeprozess durchfahren. 1999 leistete eine 134 Liter große, 202 Kilogramm schwere Zelle gerade einmal 60 kW. Heute bringt es die Clarity-Power-Unit auf 100 kW. Dabei hat sie nur noch ein Volumen von 52 Litern und ein Gewicht von 67 Kilogramm. Außerdem ist sie absolut unempfindlich geworden, arbeitet selbst unter widrigsten Temperaturbedingungen von minus 30 bis plus 95 Grad. Die moderne Lithium-Ionen-Batterie ist um 40 Prozent leichter und 50 Prozent kompakter als die Vorgänger-Modelle. Der Tank hat dramatisch weniger Teile und in der Kapazität um 24 Prozent zugelegt. Und im Zuge dieser Verbesserungen stieg die Reichweite um 30 Prozent von 330 auf rund 450 Kilometer.

Los geht’s. Gestartet wird über einen Powerknopf. Die Brennstoffzelle meldet sich wenig spektakulär zum Dienst, signalisiert dem Fahrer im Display einfach, dass sie bereit ist. Der Ganghebel neben dem Lenkrad ist etwas hakelig, aber viele Wahlmöglichkeiten gibt es sowieso nicht: D, R oder N – das reicht. Tritt man bei D voll auf das Gaspedal, dann zeigt die 1.625 Kilogramm schwere Limousine erstaunliche Sprintereigenschaften. Mit einem hochfrequenten Turbinengeheule schiebt die Brennstoffzelle an. Voll ausgequetscht wird der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 in neun Sekunden erledigt.

Eine Fülle von Informationen für den Fahrer

Der Clarity überrascht seinen Piloten dabei mit einer Fülle von Informationen. Ganz oben im Cockpit wird in einem separaten Display die Geschwindigkeit digital angezeigt. Direkt im Blickfeld des Fahrers, wo man normalerweise einen Drehzahlmesser erwartet, wird über ein Leuchtband die abgerufene Leistung angezeigt. Bei 100 Kilowatt ist Schluss. Und wie sich die Antriebseinheit bei voller Beschleunigung fühlt, bekommt der Fahrer nicht nur optisch vermittelt. Es fühlt sich auch an, als laufe der Clarity nach einer ersten Beschleunigungsorgie immer stärker gegen ein Gummiband an. Theoretisch sollen am Ende 161 km/h als Höchstgeschwindigkeit anliegen.

Optisch zeigt ein kleiner grüner Punkt in der Instrumentenmitte zunächst einmal die Betriebsbereitschaft der Maschine an. Je mehr sie sich ins Zeug legen muss, desto stärker schwillt der kleine Punkt zu einem fetten Ball in der Mitte. Obwohl der Clarity speziell für die USA entwickelt wurde und zunächst den kalifornischen Markt erobern soll, vermittelt die Lenkung einen sehr guten Fahrbahnkontakt. Auch die Bremse lässt von der Dosierbarkeit her keine Wünsche offen.

Ein ordentlich ausgestattetes Automobil der Oberklasse

Überhaupt macht die neue Honda-Limousine keineswegs den Eindruck eines spleenigen High-Tech-Spielzeugs. Hier fährt vielmehr ein ordentlich ausgestattetes Automobil der Oberklasse vor – mit üppigem Navigationsbildschirm sowie Staufächern für große Wasserflaschen und kleine Kaffeebecher. Trotz der Coupé-Silhouette mit der breiten C-Säule finden im Fond auf bequemen Einzelsitzen auch großgewachsene Passagiere Platz. Einziges Manko: Der 171 Liter fassende Wasserstofftank, der in einem Aluminium-Hilfsrahmen über der Hinterachse sitzt, schränkt den Kofferraum doch etwas ein. Dabei kommt der Clarity im Vergleich zu den ersten Honda FCX-Modellen mit nur einem Tank aus, der eine Reichweite von immerhin rund 450 Kilometern erlaubt.

Seit den ersten Gehversuchen der Brennstoffzelle ist alles besser geworden. Die neue Antriebstechnik leistet sich gegenüber den Verbrennungsmotoren auch bei den Wartungsintervallen keine Blöße: Nach sechs Monaten muss sie zum ersten Service. Danach geht es nur noch im Jahresrhythmus in die Werkstatt. Außerdem soll der neue Antrieb eine Lebenserwartung von stolzen 15 Jahren haben.

Eine exklusive Kleinserie von 200 Autos


Die „Serienproduktion“ des Clarity läuft im ehemaligen NSX-Werk in Utsunomiya an. Das Ziel: eine exklusive Kleinserie von 200 Autos in den nächsten drei Jahren. Honda möchte abwarten, ob der kalifornische Staat seine Versprechungen einhält und eine Wasserstoff-Versorgung aufbaut. Und ob weitere Länder oder Städte diesem Beispiel folgen. Natürlich spielen bei diesem ehrgeizigen Projekt auch die Kosten eine Rolle.

Bis in zehn Jahren, so rechnet Honda-Chef Fukui, wird ein Brennstoffzellen-Auto rund 60.000 Dollar kosten. Die aktuellen Kosten sind streng geheim, aber hinter vorgehaltener Hand wird über eine Summe in der Größenordnung von einer Million gesprochen. 200 Millionen Euro, da ätzt ein Konkurrent: „Da kommt es billiger, die Strafsteuern zu zahlen, die einem der kalifornische Staat aufbrummen will, wenn man nicht die nötige Anzahl von Zero-Emission-Autos einführt.“ Das zeigt wenig Weitblick. Honda möchte im Rennen um die „grüne Zukunft“ wirklich die Nase vorn haben. Und dazu gehören erste Erfahrungen mit neuen Technologien im Markt.

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Technische Daten
Ford Mondeo 2.0 TDCi Titanium
Grundpreis 26.925 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4731 x 1812 x 1415 mm
KofferraumvolumenVDA 500 l
Hubraum / Motor 1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 96 kW / 130 PS bei 3500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 208 km/h
Verbrauch 6,0 l/100 km
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