Honda FCX

Rennstoff-Zelle

Foto: Schmid 12 Bilder

Abgasfrei und mit flotten Fahrleistungen entlässt Honda sein Kleinserien-Auto FCX mit Brennstoffzellenantrieb demnächst in den Alltag.

Sachito Fujimoto lächelt sein fernöstlich-freundliches Lächeln, das für Europäer mitunter schwer zu deuten ist. Ja, so glaubt der Chefingenieur der Brennstoffzellenauto- Entwicklung, Honda könne mit seiner jüngsten Version FCX Concept durchaus die Nase in der technischen Entwicklung vorn haben. „Zumindest derzeit“, schränkt er dann aber vorsichtig ein.

Noch ist der FCX Concept nur eine sehr nahe Vorstufe zur Kleinserie praxistauglicher Autos, die ab 2008 an etwa 40 Privatkunden in Japan und den USA gehen sollen. Da sie nach realistischen Marktpreisen jedoch viel zu teuer wären, werden sie nicht verkauft, sondern gehen im Leasing-Verfahren an Interessenten. Damit behält der Hersteller auch Kontakt zu diesen Autos und kann beobachten, wie sie sich in der Praxis bewähren.

Nach dem gleichen Muster laufen seit 2005 für eine monatliche Leasing-Rate von 500 Dollar erste Autos der FCX-Vorgängerstufe im Praxiseinsatz in Kalifornien.

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Ist die Brennstoffzelle zukunftsträchtig?
Ja, besser als der Verbrennungsmotor.
Da gibt es bessere Alternativen.
Nein, wird sich nie durchsetzen.

Welche technischen Details genau den vermuteten technischen Vorsprung markieren, darüber spricht Fujimoto nicht gern, vielmehr verweist er auf das Gesamtergebnis. Halten wir uns also an den sichtbaren Fortschritt. Und der ist durchaus eindrucksvoll. So konnten die Brennstoffzellen-Stacks dank dünnerer Polplatten aus Edelstahl deutlich verkleinert und die Leistung des Systems dennoch um zehn Prozent gesteigert werden.


Die Brennstoffzelleneinheit erzeugt maximal 100 kW und ist nunmehr so schlank, dass sie im Mitteltunnel des futuristisch gezeichneten Autos Platz findet. Die geänderte, nun senkrechte Durchflussrichtung der Zellen- Kanäle sorgt für einen effektiveren Abfluss des entstehenden Prozesswassers, das bei Minusgraden gefrieren und die Zellen schädigen könnte. Somit soll sich die Kaltstartfähigkeit, bisher ein Problem solcher Systeme, beim FCX auf minus 30 ° C erweitern.

Unter Normalbedingungen fährt man mit dem FCX Concept erstaunlich unspektakulär. Per Tastendruck wird die Parkbremse gelöst und der Antrieb aktiviert, der Druck aufs „Gas“-Pedal beschleunigt dann das bislang lautlose Auto sanft, aber zügig – begleitet nur vom Surren des Kompressors, der Wasserstoff in die Zellen fördert.

Das Geräusch wollen die Honda-Techniker dem FCX bis zum Start der Kleinserie aber noch weitgehend abgewöhnen.

Stolze 160 km/h soll der FCX maximal erreichen, ein Versprechen, das das beeindruckende Drehmoment des 95 kWMotors glaubhaft erscheinen lässt, obwohl erste Testfahrten diesen Nachweis nicht möglich machten. Bei starker Beschleunigung unterstützt eine Lithium- Ionen-Batterie die Brennstoffzelle. Die verhilft dem FCX einerseits zu einer harmonischen Leistungsentwicklung und dient andererseits der Speicherung überschüssiger und beim Bremsen zurückgewonnener Energie.

Ihren Wasserstoff bezieht die Brennstoffzelle aus einem zylindrischen Tank, der hinter den Fond-Sitzen in den Gepäckraum ragt. Um praxistaugliche Reichweiten zu erzielen, hat er mit 171 Liter Volumen gewaltige Ausmaße. Zudem wird die Energiedichte mit einem Speicherdruck von 350 bar gesteigert. Damit verspricht Honda Reichweiten von bis zu 570 Kilometer – berechnet allerdings nach einem speziellen Los-Angeles- Stadtfahrzyklus.

Zukunftsträchtig und umweltfreundlich: Unter diesem Etikett soll sich der FCX profilieren. Legt man in der Kette vom Tank bis zu den Rädern den von Honda angegebenen Gesamtwirkungsgrad von 60 Prozent zugrunde, sieht dagegen der Verbrennungsmotor mit rund 30 Prozent tatsächlich alt aus.

Doch ist das nur die halbe Wahrheit. Denn klimaneutral arbeitet die Brennstoffzelle nur mit nicht fossil erzeugtem Kraftstoff – vom Energieaufwand für Transport und Speicherung einmal abgesehen. Doch Honda versteht sich als Vorkämpfer für eine zukünftige Mobilität mit Wasserstoff. Wann diese Zukunft für uns alle Realität wird? Da ist es wieder, das Lächeln des Herrn Fujimoto.

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