Honda Jazz

Neuauflage des Mini-Transporters

Foto: Hersteller 7 Bilder

Die zweite Generation des Honda Jazz klappt sich mit cleverer Sitzmechanik den Weg frei zum Ladewunder.

Eines müssen Jazz-Fahrer sicher nicht: einfach mal die Klappe halten. Das macht Hondas Neuauflage wie ihr Vorgänger von alleine. Eine ganze Horde von Klappmechanismen wartet nämlich darauf, die geteilte Fondsitzbank in verschiedenen Stufen umzulegen. Aber der Reihe nach: Die Sitzfläche schmiegt sich bei Bedarf wie ein Kinositz an die Rückenlehne und macht so Platz für eine Art mittlerer Kofferraum.

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In dem lässt sich sogar ein Fahrrad locker quer verstauen. Ein kurzer Zug am Hebel in der oberen Sesselkante, und schon fluppt das ganze Konstrukt zu einer ebenen Ladefläche zusammen, ohne dass umständlich an den Kopfstützen gefummelt werden muss. Aus eben noch 399 Liter Kofferraum werden in wenigen Sekunden Minivan-Dimensionen. Raum-Kompetenz, bei der die übliche Kleinwagen-Konkurrenz nur neidisch-verschämt die Kofferraum-Abdeckung senkt. Klappt’s noch? Und wie. Wer sich für die 1,4- Liter-Variante entscheidet, bekommt auch ein flexibles Ladeboard, das entweder den Boden bedeckt oder wie eine kleine Hängematte zwischen den hinteren Federbeindomen der Beladung harrt.

Mini-Transporter

Zu guter Letzt flözen sich mit flachgelegter rechter Vordersitzlehne auch Transportgräuel wie ein 2,40 Meter langer Flachkarton längs durch den Jazz. Schon der Vorgänger hat einen exzellenten Ruf als Mini-Transporter, und der Neue setzt im Detail noch einen drauf. Gewachsen ist der in Deutschland bisher 93 000 Mal verkaufte Jazz ebenfalls. 5,5 Zentimeter in der Länge, aber keinen Millimeter in der Höhe. Bein- und Kopffreiheit reichen selbst für Großgewachsene locker aus. Die Frontpartie streckt sich vanartiger nach vorne, und die riesige Panorama-Scheibe samt Zusatzfenster in der ASäule gewährt eine gute Übersicht.

In der teuersten Exclusive-Variante fluten zudem Sonnenstrahlen durch den großen Glashimmel in das materialseitig eher triste Interieur von Hondas Hoffnungsträger. Also nur helle Momente beim neuen Jazz? Schließlich wirft der Vorgänger mit tückischem Lastwechselverhalten und Bremsfading noch Schatten. „Wir machen bei der Sicherheit keine Kompromisse“, tönt es aus der Honda-Chef-Etage. Die neue Generation lässt sich kräftig verzögern – ob standhaft, muss der Test zeigen.

Hondas Hoffnungsträger

Den schreckhaften Hüftkick beim Gaslupfen in der Kurve unterbindet das jetzt serienmäßige ESP. Aber auch mechanisch wurde nachgelegt: Der längere Radstand, die breitere Spur vorne und hinten sowie eine geänderte Hebelanordnung zwischen Federn und Dämpfern lassen den Jazz erheblich erwachsener und satter auf der Straße liegen. Leise rollt er ab und führt nur mit kernigen Querfugen einen merklichen Disput.

Spürbar weniger gummiartig als früher wirkt die elektromechanische Lenkung. Die Motoren sind neu im Jazz: 90 PS leistet der 1,2-Liter-Einstiegsmotor, der stärkere 1.4 mobilisiert nur zehn PS mehr. Hondatypisch sind beide variabel ventilgesteuerten VTEC-Vierzylinder keine großen Freunde niedriger Drehzahlen.

Untenrum verhalten, aber obenrum munter, profiliert sich besonders der größere Motor. Der kleinere soll dafür nur rund 120 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Für die exakten ECE-Verbrauchswerte fehlt derzeit noch die Homologation. Dafür summen beide ein zurückhaltendes Verbrennungsliedchen, das nur bei schnellerer Fahrt auf der Autobahn etwas brummig wirkt.

Was fehlt, ist ein sechster Gang zur Schonung von Gehör und Verbrauch. Und rein autosinnlich, weil es dann noch einen Gang mehr gäbe, den man so schön knackig schalten könnte wie die anderen fünf. Aus Kostengründen bleiben die zusätzlichen Zahnrädchen außen vor. Das optionale automatisierte Schaltgetriebe namens i-Shift besitzt dagegen deren sechs.

Hybrid-Variante 2010

2010 soll eine Hybrid-Variante kommen, ein Diesel ist nicht in der Planung. Ab November steht der bisher geräumigste, komfortabelste und vor allem sicherste Jazz bei den Händlern, aber auch der teuerste: Ohne Klimaanlage und Radio geht es bei 12.250 Euro los.

Technische Daten
Honda Jazz 1.4 i-VETC Exclusive
Grundpreis 20.390 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3900 x 1695 x 1525 mm
KofferraumvolumenVDA 379 bis 1320 l
Hubraum / Motor 1339 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 73 kW / 100 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 182 km/h
Verbrauch 5,6 l/100 km
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