Honda NSX-R

Weniger für mehr

Honda knöpft sich noch einmal den in Ehren gealterten Supersportwagen NSX vor. Das Ziel: weniger Gewicht, mehr Sportlichkeit. Das Resultat: der neue Honda NSX-R. Das Fazit: ein Klassiker in Höchstform.

Pro Jahr finden sich weltweit noch etwa 100 Kenner, die sich einen neuen NSX zulegen. Genug für Honda, um dem Oldie ein Facelift anzudienen. Seit Anfang des Jahres trägt er seine Scheinwerfer offen, und sein Antlitz umweht ein Hauch von Macho.

Um den harten Kern herauszuschälen, reduziert Honda den NSX auf das Wesentliche. Fronthaube und Heckflügel bestehen aus Karbonmaterial, aber selbst Beiwerk wie die Scheibe hinter dem Cockpit (dünner), die Batterie (kleiner) oder der Bodenteppich (leichter) kommen nicht ungeschoren davon. Und statt üppiger Polster gibt es federleichte Karbonsitze. Der Lohn ist eine Gewichtsreduktion um 100 auf 1.244 Kilogramm.

Purifizierte Sportwagen waren schon immer der wahre Jakob – man denke nur an die GT-Modelle von Porsche. Da passt der NSX-R exakt in die Schablone. Seine Kanzel empfängt den Fahrer mit jener Schlichtheit, die einem vor Augen führt, was der Mensch zum Fahren braucht: Lenkrad, Pedale, Schaltung, Platz für den Popometer – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Schon auf den ersten Metern wird klar: Federungsaktivitäten sind bei langsamer Fahrt nicht feststellbar, aus dem offenen Motorraum hinter der rückwärtigen Trennscheibe dringen gellende Geräusche, und das Lenken (ohne Servounterstützung, versteht sich) erinnert an Bodybuilding.

Die Botschaft ist eindeutig: Dieses Auto taugt zum Schnellfahren und zu sonst nichts. Nur bei entsprechendem Gebrauch offenbart es seine Qualitäten, die aber sind dazu angetan, alle Zweifel am Stellenwert des NSX auszuräumen. In der R-Version zumindest gehört er in die oberste Liga.

280 PS genügen dem in Einzelfertigung gebauten und feinstgewuchteten 3,2-Liter-Triebwerk, um den Honda bei rennmäßiger Geräuschkulisse in 4,9 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen. Kürzeste Schaltwege, ein eng gestuftes Sechsganggetriebe und großzügige Drehzahlreserven (bis 8.000/min) bieten dafür optimale Voraussetzungen.

Kompromisslos sportlich ist auch das Fahrverhalten: Minutiös und ungefiltert kommuniziert das Chassis den Fahrzustand, Lenkkorrekturen werden augenblicklich ausgeführt, Kurvengeschwindigkeiten liegen weit jenseits des Üblichen, und die Bremsen packen mit der Gnadenlosigkeit hochkarätiger Sportautos.

Die schlechte Nachricht: Das Vergnügen endet vorerst an Nippons Küsten. Ob der NSX-R den Weg nach Europa findet, ist ungewiss. Wenn ja, dann darf mit rund 100.000?€ gerechnet werden.

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Technische Daten
Honda NSX-R
Grundpreis 77.716 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4430 x 1810 x 1160 mm
KofferraumvolumenVDA 154 l
Hubraum / Motor 2977 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 206 kW / 280 PS bei 7300 U/min
Höchstgeschwindigkeit 270 km/h
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