Hyundai i30 (2017) im Fahrbericht

Jetzt mit mehr Platz, LEDs und Assistenzsystemen

hyundai i30 3. generation Foto: Hyundai 38 Bilder

Die dritte Generation des Hyundai i30 ist ein gutes Beispiel, wie gekonnt die Koreaner ihren Autos viele Qualitäten verpassen. Ende Januar 2017 kommt der i30 auf den Markt. Wie gut der Koreaner auf der Straße liegt – wir haben's getestet.

Etwas verwundert blickt er schon drein, als wir den jungen Kellenschwenker auf der sehr kurvigen A 397 hoch ins spanische Ronda zum fünften Mal passieren. Des Bauarbeiters Job: dem Steine hackenden Bagger gelegentlich Platz auf der Straße verschaffen. Unser Job: den neuen i30 fahren. Das sind wir im Grunde schon zu Genüge. Immer wieder. Rauf und runter. Zuerst den nun kultivierteren 1.6er-Diesel. Dann den bekannt charismatischen und antrittsstarken Dreizylinder. Und nun den komplett neuen 1,4-Liter-Turbobenziner mit 140 PS. Die 242 Nm ab 1500 Touren versprechen ordentlich Durchzug.

Turbobenziner im Hyundai i30 leise, aber wenig bissig

Doch der leise, wohlerzogene Vierzylinder kommt im Testwagen nur langsam in Schwung. Erst ab 2200 Touren legt sich der Direkteinspritzer ins Zeug, dreht flockig hoch und sorgt für angemessenen Schub. Gut, dass das Getriebe angenehm leichtgängig und doch präzise arbeitet. Die Strecke und der i30 passen bestens zusammen. Straffer abgestimmt, aber dennoch kein Rabauke, liegt der Viertürer nun satter auf der Straße. Zugleich arbeitet die Lenkung ungewohnt zielsicher, gibt viel Rückmeldung, ohne in Nervosität zu verfallen.

Neue Sicherheitstechnik für den Hyundai i30

So werfen wir uns lustvoll in die Vielzahl der Kurven, fühlen immer wieder in die Lenkung rein und sind erstaunt, wie neutral und flott sich dieser Hyundai fahren lässt. Untersteuern? Nur in höchster Not. Komplett in Rüsselsheim entwickelt und in Tschechien gebaut, hat der i30 in der Fahrdynamik beachtlich gewonnen. Und wir hoffen auf mehr – im Herbst kommt die sportliche N-Variante mit Zweiliter-Turbo und adaptiven Dämpfern. Zuvor rollt allerdings noch ein hoffentlich ähnlich ausgewogen abgestimmter Kombi zu den Hyundai-Händlern.

Auf einem Schotterplatz mit Blick auf die Küste gönnen wir dem Koreaner eine Pause, checken Karosserie, Cockpit, Laderaum. Rein äußerlich gibt es wenig zu berichten. Der i30 bleibt seinem unauffälligen Auftritt treu, auch wenn Hyundai sich noch so sehr für den neuen Kaskadengrill begeistert. Technisch ist hingegen vieles neu: LED-Scheinwerfer ersetzen die mitlenkenden Bi-Xenon-Leuchten. Eine Kamera in der Windschutzscheibe und ein Radarsystem im Grill verhelfen dem nun 40 Millimeter längeren i30 zu sämtlichen relevanten Assistenzsystemen. Ein aktiver Spurhalter ist sogar immer serienmäßig an Bord.

Mehr Raumangebot als ein VW Golf

Das solide verarbeitete Cockpit gibt sich gewohnt übersichtlich. Alle Tasten sitzen am richtigen Platz, die Instrumente sind leicht abzulesen, und Ablagen finden sich genug. Zudem kommen vier Passagiere und satte 395 Liter Gepäck gut unter. Ein VW Golf nimmt standardmäßig nur 380 Liter mit. Eher putzig als praktisch: die sehr schlanke Durchlade.

Fazit

Frisch dabei im neunen Hyundai i30 ist hingegen ein auf dem Armaturenbrett montierter Acht-Zoll-Touchscreen (1300), über den sich Navi, Infotainment oder TomTom Live Services bedienen lassen. Letztere übrigens sieben Jahre kostenfrei. Auch Smartphone-Inhalte können darauf gespiegelt werden. Wobei sich die Frage stellt: Wieso eigentlich? Schließlich beherrscht das System doch alles – und zwar ziemlich gut. Die günstigeren Radioanlagen müssen hingegen auf Apple Carplay und Android Auto verzichten. Standard ist ein Radio samt einfarbigem Fünf-Zoll-Display.

Wir wenden. Noch mal am Bagger vorbei. Vier, drei, zwei Schwünge noch. Dann sind wir wieder unten an der Küste. Wenig später geben wir den Hyundai wieder ab. Wenn auch nur kurz: Demnächst rollt der i30 zum ersten Vergleichstest. Nach den ersten Eindrücken sind wir schon gespannt, welchen seiner Konkurrenten der Hyundai i30 der 3. Generation mit seinen Qualitäten überraschen kann.

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