Hyundai Kona Hybrid, Exterieur Uli Sonntag
Hyundai Kona Hybrid, Exterieur
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Hyundai Kona Hybrid, Interieur 11 Bilder

Hyundai Kona Hybrid

Lohnt sich der sparsame Hybrid?

Der neue Kona Hybrid trägt den Antriebsstrang des Ioniq Hybrid, der 141 PS Systemleistung liefert. Für den kleinen SUV gibt es optional außerdem einen größeren Navibildschirm und eine Hyundai-App mit Remote-Funktionen.

SUV bestimmen den Autotester-Alltag schon länger sehr häufig, in letzter Zeit wird er vor allem auch immer Hybrid-lastiger. Oft trifft beides aufeinander, wie beim neuen Hyundai Kona Hybrid, der den Antriebsstrang des Ioniq Hybrid inklusive Sechsgang-DKG ebenfalls mit Vorderradantrieb kombiniert.

105 PS generiert der Vierzylinder aus 1.580 cm³ Hubraum, bei 4.000 Umdrehungen liegen 147 Newtonmeter an. Die Systemleistung mit der E-Maschine (44 PS, 147 Nm) liegt bei 141 PS und 265 Nm. Vergleichsweise verhalten beschleunigt der Kona mit 18-Zoll-Bereifung in 11,6 Sekunden auf Tempo 100.

Sparsamer Hybrid

Das fährt sich unter Volllast so unspektakulär, wie sich die Eckdaten lesen; dennoch liefert das Motorenduo im Alltag ausreichend Vortrieb. Zwar fühlt sich die Unterstützung des E-Motors nie so vordergründig und kräftig wie bei einem Plug-in-Hybriden an, beim Anfahren unterstützt der E-Motor dennoch spürbar.

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4,3 Liter gibt Hyundai für den Verbrauch an.

Rein elektrisch anfahren ist – wenn überhaupt – im absoluten Schleichtempo möglich: Nein, noch langsamer, als Sie sich das gerade vorstellen. In der Praxis ist’s also nicht möglich. Das Motormanagement springt hingegen im Geschwindigkeitsbereich bis circa 60 km/h recht häufig in den EV-Modus und lässt den Wagen auch mal gut zwei Minuten ohne Verbrenner arbeiten, was bei höherem Tempo höchstens in Rollphasen vorkommt. Grundsätzlich scheint der Zeiger der analogen Batterieanzeige sich immer nur etwas nach links und rechts von der 50-Prozent-Markierung zu bewegen.

Den Benzinkonsum gibt Hyundai mit 4,3 Litern an: Ein nach dem WLTP-Verfahren ermittelter Verbrauch, der auf den noch gültigen NEFZ-Wert umgerechnet wurde. Nach gleichem Verfahren berechnet stehen im Ioniq Hybrid-Datenblatt 4,2 Liter auf 100 Kilometer. Das Modell hat bei uns einen Testverbrauch von 5,5 Litern erreicht, von einem ähnlichen Praxisverbrauch ist also auch beim Kona Hybrid auszugehen.

Da andere Varianten des kleinen SUV recht athletisch ums Eck fahren, wäre interessant zu wissen, ob der Hybridantrieb ihn hier einschränkt. Weil die Testroute in der Hauptsache geradeaus über Tempo-80-Landstraßen führt, müssen wir eine Antwort schuldig bleiben. Als erster Ansatz bleibt lediglich, dass er in den Kreisverkehren nicht umherstolpert, zudem wiegt der Hybrid je nach Ausstattung ebenfalls unter 1,4 Tonnen. Erfreulich ist beim Thema Fahrdynamik schonmal, dass der Übergang zwischen Rekuperation und mechanischer Bremse sauber abgestimmt ist.

Großer Navibildschirm plus Hyundai-App

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Optional gibt es außerdem einen größeren Navibildschirm und eine Hyundai-App mit Remote-Funktionen.

Die Navi-Software hat Hyundai etwas aufgefrischt, zudem gibt es für 1.300 Euro jetzt ein großes Infotainment-Paket, das ein mit 1.920 x 720 Pixeln viel höher auflösendes 10,25-Zoll-Display beinhaltet, womit die Bilddarstellung ganz erheblich schärfer ist als bei den anderen Bildschirmen im Kona. Dazu gibt’s eine Rückfahrkamera, digitalen Radioempfang und kostenlose Kartenupdates über die gesamte Lebensdauer des Autos – andere Hersteller verlangen dafür oft über 100 Euro pro Aktualisierung. Weiter geht’s mit einer Verkehrszeichenerkennung, Multi-Bluetooth (zwei Telefone gleichzeitig koppeln), Android Auto sowie Apple CarPlay und der Bluelink-App: Die schickt etwa eine Benachrichtigung ans Handy, wenn die Alarmanlage auslöst, zudem können beispielsweise die Türschlösser aus der Ferne bedient werden.

Ein Highlight des Pakets ist die Musikanlage des amerikanischen Herstellers Krell. Zunächst vibrieren die Türverkleidungen trotz der satt – wenn auch nicht knallend – spielenden Tiefmitteltöner äußerst selten. Insgesamt ist der Klang zwar nicht übermäßig detailreich, aber er wirkt durchaus sauber und das System liefert eine anständige Dynamik: macht richtig Spaß.

Fazit

Der Antriebsstrang funktioniert inklusive Siebengang-DKG sauber, zudem wird der Kona Hybrid in der Praxis vermutlich ähnlich niedrige Verbräuche erzielen wie der Ioniq Hybrid. Die Limousine steht für 25.800 Euro im Konfigurator und ist somit 1.100 Euro günstiger als der kleine SUV. Um ein Verhältnis innerhalb der Kona-Baureihe herzustellen: Für 20.930 Euro gibt’s einen ähnlich ausgestatteten Kona 1.0 Trend mit 120-PS-Dreizylinder, der zwar nur als Handschalter erhältlich ist, aber vergleichbare Fahrleistungen liefert. Ja, der 1.0 verbraucht mehr Benzin – allerdings bekommt man für die Differenz von fast 6.000 Euro derzeit ungefähr 4.000 Liter Super 95.

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Der Ioniq Elektro wurde upgedatet, wir sind ihn gefahren.

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