Infiniti FX 45

Ächzender Bulle

Mit einem Aufsehen erregenden Styling und V8-Power schickt die Nissan-Nobelmarke Infiniti den FX 45 ins Rennen um die Gunst der Käufer von Sport Utility Vehicles (SUV). Ein SUV ganz nach US-Geschmack.

Das Lob kam aus berufenem Munde: „So wie der Infiniti FX 45 aussieht, hätte ich mir den Porsche Cayenne gewünscht“, urteilte Saab-Designchef Mi­chael Mauer auf der Detroit Auto Show. Das Styling des ersten Geländewagens der Nissan-Nobelmarke kommt offensichtlich auch bei den US-Kunden an. Als auto motor und sport den FX 45 in Los Angeles ein Wochenende lang Probe fahren konnte, entpuppte sich der goldmetallicfarbene Testwagen als echter Hingucker. Dabei wirkt der 4,80 Meter lange Viertürer bulliger, als er in Wirklichkeit ist. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die 20-Zoll-Räder, die dazu beitragen, die Gesamthöhe auf 1,65 Meter zu schrauben. In dieser Hülle steckt aber auch Fülle. Das Platzangebot ist vorne wie im Fond sehr üppig, dazu gibt es im Heck einen großen Gepäck­raum, der sich durch Umklappen der Rücksitze noch erweitern lässt. Wer im Infiniti jedoch Qualität und Bedienkomfort à la Lexus erwartet, wird enttäuscht. Die Lederpolsterung fühlt sich wie Plastik an, die Karosserie (Türen, Seitenscheiben) ächzt und knirscht, das DVD-Navigationssystem ist in seiner Menüstruktur nur schwer zu durchschauen, und die nachts unbeleuchteten Schalter stammen aus dem Nissan-Regal – scheinbar aus jenem von 1980. Trotzdem ist der Infiniti eine Wucht, und zwar des Motors wegen.

Im Falle des 44 225 Dollar teuren Spitzenmodells FX 45 mit Allradantrieb – den SUV gibt es alternativ ab 34 200 Dollar als FX 35 auch mit Sechszylinder und Hinterradantrieb – ist es ein 4,5-Liter-Achtzylinder mit 311 PS. Der V8 powert in allen Drehzahlbereichen, und die Fünfgangautomatik stellt ebenso ruckfrei wie spontan stets die passende Übersetzung bereit. Auch wegen der sehr direkten Lenkung fährt sich der FX 45 fast wie ein Sportwagen – aber einer mit knüppelhartem Fahrwerk. Als akustische Untermalung faucht er beim Gasgeben wie ein Raubtierrudel bei der Beuteverteilung. Allerdings steht auch der V8 selbst gut im Futter. So dynamisch, wie sich die Tankanzeige ab-wärts bewegt, ist mit 20 Litern auf 100 Kilometern zu kalkulieren. Ist mit dem Infiniti FX45 auch bei uns zu rechnen? Eventuell. Denn für das dieses Jahr auslaufende Topmodell, die Maxima-Limousine, sucht Nissan in Europa dringend Ersatz. Ein SUV wie der FX 45 oder auch der kleinere Nissan Murano kämen da gelegen. Beide haben jedoch für unsere Breiten ein gravierendes Manko: Es gibt sie nicht mit Dieselmotor.

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