Fahrbericht Jaguar F-Type Facelift

Erste Fahrt im neuen Sondermodell 400 Sport

Jaguar F-Type Facelift Fahrbericht Modelljahr 2018 Jaguar F-Type Facelift Fahrbericht Modelljahr 2018 Jaguar F-Type Facelift Fahrbericht Modelljahr 2018 Jaguar F-Type Facelift Fahrbericht Modelljahr 2018 35 Bilder

Neue LED-Scheinwerfer, neue Sitze und eine neue Modellvariante: Der Jaguar F-Type 400 Sport. Wir waren in Italien mit dem britischen Schönling auf den Spuren der Mille Miglia unterwegs.

Wenn sich mitten auf dem Marktplatz von Greve in Chianti ein älterer Herr neben dich stellt, verträumt auf das Auto schaut und sagt: „Che bella macchina. É italiana, si?“ Und wenn er dich dann völlig ungläubig anschaut, weil du ihm eröffnest, dass es sich bei diesem schönen Auto um einen britischen und keinen italienischen Sportwagen handelt, dann ist über die Ästhetik eigentlich schon alles gesagt.

Der Jaguar F-Type ist, machen wir uns nichts vor, einer der schönsten Sportwagen, die es aktuell zu kaufen gibt. In so einem Fall ist eine Modellpflege natürlich eine heikle Geschichte. Entsprechend vorsichtig gehen sie Herrschaften von Jaguar ans Werk. Die Optik ändert sich nur geringfügig: Größere Lufteinlässe ersetzen die Haifisch-Kiemen und neue LED-Scheinwerfer gibt es obendrauf. Der Sportwagen ist als Coupé und Cabrio insgesamt in 28 unterschiedlichen Konfigurationen (V6, V8, Heckantrieb, Allrad, Schalter, Automaatik) bestellbar. Inklusive des Sondermodells 400 Sport dessen Stückzahl nicht limitiert ist, wohl aber die Bauzeit und zwar auf genau ein Jahr.

Jaguar F-Type Facelift Fahrbericht Modelljahr 2018 Foto: Lena Willgalis
Gelbe Schriftzüge und gelbe Kontrastnähte kennzeichnen den F-Type als Sondermodell 400 Sport.

Jaguar F-Type als Sondermodell 400 Sport

Mit eben diesem Sondermodell (ab 99.350 Euro als Coupé mit Heckantrieb) machen wir uns von Mailand aus auf über die mitunter schönsten Straßen, die Italien zu bieten hat. Es braucht keine zehn Kilometer, bis ein entscheidendes neues Element des Facelifts auffällt: Die optionalen Performance-Sportsitze. Nicht nur, dass sie 8 Kilo an Gewicht einsparen – dank einem kompakteren Aufbau sorgen sie für vier Zentimeter mehr Beinfreiheit, eine tiefere Sitzposition und verbesserten Seitenhalt auf den toskanischen Serpentinen. Weil sie Fahrer und Beifahrer trotzdem nicht einzwängen, sind sie in der Tat ziemlich bequem für einen Sportwagen.

Das Sondermodell mit namensgebenden 400 PS aus dem Kompressor-V6 leitet sich von der 380-PS-Variante ab. In Sachen Performance ergibt sich aus der Mehrleistung kein nennenswerter Zugewinn. So bleibt es beim hübschen Zahlenspiel, was den Jaguar nicht davon abhält mit gewohnt brutalem Brüllen über den Asphalt zu biesten. Zahlreiche Tunnel rund um den Gardasee bilden die perfekte Kulisse für eine akustische Kostprobe aus der Abgasanlage, die per Knopfdruck auch gemäßigt wüten kann. Trotzdem schicken vermutlich einige Fahrradfahrer ein Stoßgebet in den blauen Himmel, wenn der Jag vorbeiballert.

Jaguar F-Type Facelift Fahrbericht Modelljahr 2018 Foto: Lena Willgalis
Das Facelift für den Jaguar F-Type fällt dezent aus, aber dafür an den richtigen Stellen

Kein Heckantrieb für V8-Modelle

Dank der Kombination aus dem gelungenen Allradantrieb, elektronischem Differenzial und Torque Vectoring sticht der F-Type präzise in die Kurven und beißt sich in der Fahrbahn fest, als gäbe es kein Morgen. Dass das adaptive Fahrwerk auf holprigen Straßen in Wales abgestimmt wird, kommt uns hier zusätzlich zu Gute. Wer dem Heck mehr Agilität gönnen möchte, aktiviert den Dynamic-Modus, der ein Eingreifen der Regelelektronik verzögert. Um das Hinterteil ausbrechen zu lassen, bedarf es trotzdem eines beherzten Einsatzes des Fahrers. Oder einem Kreuzchen bei „Heckantrieb“ im Bestellformular. Dieser wiederum bleibt fortan den V6-Modellen vorbehalten. Die großen V8-Versionen gibt es nun ausschließlich als AWD.

Für eine kurvige Gegend bei gehobenem Marschtempo genau das Richtige. Auf langen Autobahn-Abschnitten mit mehreren breiten Bodenwellen verzieht die (hierfür etwas zu exakte) Lenkung allerdings hin und wieder. Dementsprechend ist das Dynamic-Setting hier keine Empfehlung. Anders als die Achtgang-Automatik, die sich jeder Herausforderung mit Erfolg stellt. Egal ob beim gemütlichen Cruisen durch die Region Chianti oder bei forcierter Geschwindigkeit auf dem Futa-Pass, ehemals ein Abschnitt der Mille Miglia. Je nach Fahrmodus werden die Gänge ausgedreht oder sanft durchgeschalten. Wer dem Gangwechsel seine persönliche Note aufdrücken möchte, darf zu den Schaltwippen am Lenkrad greifen und damit noch eine Spur giftiger um die Ecken feuern.

Jaguar F-Type Facelift Fahrbericht Modelljahr 2018 Foto: Lena Willgalis
Die Achtgangautomatik kann entweder entspannt oder bissig agieren. Wer manuell eingreifen will, nutzt die Schaltwippen am Lenkrad.

Infotainmentsystem Touch Pro

Eine weitere Neuerung im Cockpit ist das Infotainmentsystem Touch Pro mit Acht-Zoll-Display. Nun war ja dieses System bis dato keine ausgesprochene Stärke des sportlichen Jaguar, doch das Upgrade ist gelungen. Bei kaum einem anderen Hersteller ist ein Smartphone so rasant schnell via Bluetooth mit dem System verbunden wie in diesem Fall. Nicht minder rasant ist die Reaktionsgeschwindigkeit des Touch-Displays. Dass die unteren Funktionstasten im Display etwas ungeschickt nah an der Bildschirm-Verkleidung liegen, darf man dann verzeihen.

Ansonsten schmückt Jaguar den Sondermodell-Innenraum mit entsprechenden Insignien. Ein 400-Schriftzug hier, gelbe Kontrastnähte dort und auch außen verweist das gelbe 400er-Emblem auf die Spezialausführung. Vor allem in Kombination mit der exklusiven Lackierung „Santorini Black“ dürfte das einen stimmigen Gesamteindruck abgeben. Mit der Einführung des Vierzylinder-Turbo im Sommer diesen Jahres halten noch einige Assistenzsysteme Einzug ins Portfolio. Aber ganz ehrlich? Mehr Fahrassistenz als eine charmante Begleitung braucht es im F-Type eigentlich nicht.

Fazit

Jaguar hat beim Facelift des F-Type für das Modelljahr 2018 an den richtigen Stellen angepackt. Infotainment und Sitze sind deutlich angenehmer geworden und die LED-Scheinwerfer sorgen für die zeitgemäße Außenwirkung. Das Sondermodell 400 Sport macht Laune, hebt sich aber fahrdynamisch nicht merklich vom V6 mit 380 PS ab. Deshalb ist der leistungsgesteigerte Jaguar wohl eher etwas für Detailverliebte Ästheten und solvente Fans der Marke. Oder Freunde von Kompressor-Motoren, denn die werden auch bei Jaguar keine ausschweifende Zukunft mehr haben.

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