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Jaguar XJ

Handliche Hauskatze

Optisch eher vom alten Schlag, hat der neue Jaguar XJ bei den Proportionen deutlich zugelegt. Dank der Leichtmetallkarosserie konnte das Gewicht verringert werden. Den XJ gibt es ab 59.900 Euro.

17.03.2003

Ein bisschen alter XJ, ein wenig X-Type, aber keine Überraschungen: So kommt der neue Jaguar XJ daher. Nur bei den Proportionen muss man sich künftig neu orientieren. Der Neue ist nicht nur sieben Zentimeter länger, sechs Zentimeter breiter und zehn Zentimeter höher. Dem neuen Format entspricht auch der Radstand: Mit 3,03 Metern (plus 16 Zentimeter) schlägt der XJ nun sogar die Mercedes S-Klasse, die sieben Zentimeter weniger zu bieten hat.

Was man nicht sieht: Die voluminöse Karosserie des neuen XJ besteht vollständig aus Leichtmetall. So wiegt der XJ in der Version mit Dreilitermotor nur noch 1545 Kilogramm (Werksangabe).

Qualitativ ordentlich ist die Verarbeitung der Inneneinrichtung, die für Jaguar-Kenner ähnlich vertraut wirkt wie das Äußere. Im Stil hält sich das XJ-Interieur eng an das bereits bei X-Type und S-Type gewohnte Muster, aber im Detail wirkt alles eine Spur hochwertiger. Markante Fortschritte sind indessen bei der Unterbringung zu verzeichnen.

Erstmals bei Jaguar fühlen sich im neuen XJ auch hochgewachsene Fahrer zu Hause. Tadellos ist nun auch der Sitzkomfort. Und wer im Fond Platz nimmt, darf sich ebenfalls auf ein neues XJ-Gefühl gefasst machen: Reichlich Kopf- und Beinfreiheit, dazu eine Rückbank, die der menschlichen Anatomie Rechnung trägt. Und der Kofferraum fasst nun 470 statt vorher 430 Liter.

Doch die neu gewonnene Raumfülle ist nicht alles, was dem XJ den Anschluss an die Oberklasse sichert. Von seiner besten Seite zeigt er sich nämlich beim Fahren. Erster Eindruck: Der große Jaguar hat die Agilität und die Handlichkeit einer Hauskatze. Besonders auf kurvigen Straßen scheint das Auto zu schrumpfen, aber das ohne jeden Anflug derber Sportlichkeit. Im Gegenteil: Samtpfotig und unbeeindruckt von den Unvollkommenheiten der Straße folgt der Neue der XJ-Tradition in puncto Geschmeidigkeit. Luftfedern rundum, automatische Dämpferverstellung mit zwei Kennlinien und Achsen im Stil des S-Type (aber leichter) machen es möglich.

Schon mit dem Basismotor, dem bekannten Dreiliter-V6 mit 238 PS, fühlt man sich standesgemäß motorisiert, zumal es gelang, die Laufkultur zu verbessern. Richtig schön wird es im XJ aber erst, wenn der V8 die Leistung erzeugt, wobei die neue, äußerst kultivierte Hubraumvariante mit 3,5 Litern (258 PS) für jaguarmäßige Fahrerlebnisse vollkommen ausreicht.

Die 4,2-Liter-Ausführung bietet zwar etwas mehr Durchzugskraft, aber auch etwas weniger Laufkultur, während die Kompressorversion des V8-Motors mit 395 PS eventuell noch bestehende Leistungsprobleme weitgehend ausräumt. Alle Antriebsvarianten verfügen über eine sauber abgestimmte, sanft agierende Sechsgangautomatik von ZF.

Nur im Preis gibt sich der neue XJ (ab 59.900 Euro) geschlagen: Die deutsche Konkurrenz verlangt für vergleichbare Leistungen deutlich mehr.

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