Jeep
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Jeep Grand Cherokee Wintertest

Ende der Eiszeit

Arjeplog am Polarkreis: Zum Abschluss der Wintertest-Saison waren wir mit Grand Cherokee auf eiskalten Strecken unterwegs.

Verrückte Welt: Während in Deutschland bei sommerlichen Temperaturen die Biergärten überquellen, packen nahe des Polarkreis die Techniker ihre Koffer. Bis Ende April läuft in Arjeplog die Eis-Saison, die in diesem Jahr erstmals auch mit Jeep-Modellen bestückt wurde. Der neue Grand Cherokee erhielt im schwedischen Lappland auf dem Testgelände von Fiat seinen allerletzten Schliff. Wir haben die Ingenieure begleitet und sind selbst auf Testfahrt gegangen.

Künftig testet auch Jeep in Arjeplog

Die Ehe mit Fiat bringt es mit sich, dass Jeep künftig auch in Europas Kältekammer testet. Das kleine Dörfchen Arjeplog platzt während der Testsaison fast aus den Nähten. Zu den knapp 1.900 Einwohnern gesellen sich dann weitere knapp 2.000 Gäste aus aller Herren Länder, die für Autohersteller hier ihre Tests fahren. Mehrere riesige Areale liegen außerhalb Arjeplogs, eines davon teilt sich Fiat mit Opel und einigen Zulieferern. Und jetzt eben auch Jeep.

Das Testgelände ist reines Winterwunderland. Ab Oktober ist der rund zehn Kilometer lange Aisjaure-See zugefroren und die Saison eröffnet. Auf der Eisfläche entsteht ein regelrechtes Straßennetz samt Verkehrsschildern. Große Slalomkurse und weite Kreisbahnen werden präpariert, auf denen je nach Oberflächenbearbeitung – aufgerauht oder auch spiegelblank – vor allem die Abstimmung von ESP, Brems- und Antriebssystem sowie der verschiedenen Traktionshilfen bis ins Detail ausgetüftelt werden kann. Dass hier in unmittelbarer Nähe zum Polarkreis im Winter auch schon mal minus 30 Grad anliegen, ist ein willkommener Nebeneffekt, um die restlichen Fahrzeugsysteme auf ihre Frosttauglichkeit zu überprüfen.

Nur mit driften ist der Jeep Grand Cherokee unterfordert

Ein Jeep wäre mit der Drifterei auf dem zugefrorenen See allerdings leicht unterfordert. Deshalb entsteht derzeit auf dem Fiat-Testgelände eine ausgedehnte Geländesektion mit Steilfahrten, um auch in dieser Hinsicht gewappnet zu sein. In der jetzt beendeten Test-Saison griff man auf andere Areale zurück: so gibt es unter anderem eine sogenannte Schneeketten-Teststrecke tief verschneit im Wald, die mit den Jeeps ganz einfach ohne Ketten gefahren wird. Auch ein kilometerlanger, ebenfalls dick zugeschneiter Wald-Rundkurs steht bereit, um sowohl Traktion als auch Handling der Allradler auf Herz und Nieren zu prüfen.

Mit dem neuen Grand Cherokee als Hemi-V8 gingen auch wir zum Wintertest-Saison-Finale auf Entdeckungsreise auf dem Testgelände und rund um Arjeplog. Wie schon bei unserem ersten Test des neuen V6 zeigt sich auch der V8 von rauhen Winterbedingungen gänzlich unbeeindruckt. Der kräftige V8 mit seiner souveränen Leistungsentfaltung ist im streng reglementierten Schweden kaum gefordert. Das beim Overland Hemi serienmäßige Luftfeder-Fahrwerk schmeichelt sich über die Straßen und Wege und vermittelt den der Klasse angemessenen Komfort.

Die Elektronik hält das Auto stabil

Das kam wenig überraschend. Spannender dagegen, wie sich der Grand Cherokee auf den speziell präparierten Teststrecken schlug. Die Gelände- und Schneeketten-Sektion jedenfalls darf Fiat für künftige Jeeps durchaus noch etwas kerniger gestalten. Auch wenn sich der eine oder andere forsche Kollege kurzfristig festfuhr, der Grand Cherokee kommt in diesen Abschnitten erst dann an die Grenzen, wenn der Unterboden im tiefen Schnee aufsitzt. Was ein wenig dauern kann, da sich die Bodenfreiheit dank der Luftfederung für den Ernstfall noch um 80 Millimeter erhöhen lässt.

Aufschlussreich auch, wie sich die verschiedenen Fahrprogramme des Selec-Terrain-Systems auf dem blanken Eis der Kreisbahn herausfahren lassen. Denn im Standard-Programm ist es selbst provoziert kaum möglich, den Jeep zum ausbrechen zu bewegen. Man muss schon mit reichlich optimistischem Tempo die Lenkung voll einschlagen, um überhaupt einen kurzen Gleitflug einzuleiten, bevor die Fahrsicherheitssysteme den Wagen rabiat einbremsen. Erst in der Stellung Sport wird es zünftig, dann lässt sich mit der heckbetonten Auslegung auch ein Drift aufs Eis zaubern.

Doch die Kreisfahrt auf dem zugefrorenen See ist nur ein flauer Spaß im Vergleich zum Abschluss des Testtages: die frühe Nacht ist längst hereingebrochen, als es noch einmal in den Wald geht. Drei schnelle Runden auf dem verscheiten, vier Kilometer langen Rundkurs machen deutlich, warum in Skandinavien die besten Rallyefahrer der Welt geformt werden – bei diesen Trainingsmöglichkeiten!

Technische Daten

Jeep Grand Cherokee 5.7 V8 Hemi 4x4 Overland
Grundpreis 71.900 €
Außenmaße 4828 x 1943 x 1802 mm
Kofferraumvolumen 782 bis 1554 l
Hubraum / Motor 5654 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 259 kW / 352 PS bei 5200 U/min
Höchstgeschwindigkeit 225 km/h
Verbrauch 13,0 l/100 km
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