Kia Carens 1.8

Carens-Zeit

Viel Platz, toller Preis – aber in Partylaune kommt man in Kias neuestem Kompaktvan nicht gerade. Erste Eindrücke mit dem 110 PS-Motor.

Wer bei einer Probefahrt im Kia Carens auf einmal denkt: „Mensch, hab’ ich hier nicht schon mal dringesessen?“, leidet nicht unbedingt an einer Sinnestäuschung. Die Karosserie des Koreaners erinnert nämlich stark an den größeren Konzernbruder Joice. Der 1,8-Liter-Motor stammt zudem aus dem Kia Shuma, mit dem sich der neue Van die Plattform teilt.

Ab Tempo 120: Lärmpegel einer Baustelle

Altbekannt auch die Verkaufsstrategie der Koreaner: Kaum zu unterbietende Kampfpreise sollen helfen, den Carens möglichst schnell an viele junge Familien zu verkaufen. Nur 29.990 Mark verlangt Kia für sein neuestes Produkt. Ein verführerisch günstiges Angebot, denn serienmäßig inklusive sind ABS, eine Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber und eine Laderaumabdeckung. Überraschungen darf man beim Carens zwar nicht erwarten, aber für sein Geld bekommt man einen soliden, wenn auch unauffälligen fünfsitzigen Kompaktvan mit kleinen Fehlern.

Der 110 PS starke Sechzehnventilmotor ermöglicht vom ersten Eindruck her durchschnittliche Fahrleistungen. Auch die Spitzengeschwindigkeit von 185 km/h ist okay. Der Vierzylinder wird jedoch bei höheren Drehzahlen laut und dröhnig. Zusammen mit den Wind- und Abrollgeräuschen fühlt man sich deshalb ab Tempo 120 an den Lärmpegel einer nahen Baustelle erinnert.

Hakeliges Fünfganggetriebe

Zudem verhindert ein zu weich abgestimmtes Fahrwerk den Wohlfühlfaktor im Carens. Außerdem schlagen Querfugen, Kopfsteinpflaster und kleinere Fahrbahnunebenheiten bis zum Fahrersitz durch. Störend auch das etwas hakelige Fünfganggetriebe, besonders der Rückwärtsgang lässt sich nur widerwillig einlegen.

Erfreulich: bequeme Sitze, Schalter am richtigen Platz

Drinnen das typische Ambiente mancher koreanischer Mittelklasse-Autos: Eine mausgraue bis nachtschwarze Plastiklandschaft langweilt das Auge. Selbst eine Klosterzelle wirkt gegen dieses Cockpit wie ein Partykeller. Positiv aber, dass alle Schalter und Hebel am richtigen Platz und gut erreichbar sind. Erfreulich auch die bequemen Sitze.

An Kopf- und Kniefreiheit mangelt es ebenfalls nicht. Selbst fünf Basketball-Profis – zwei vorn, drei hinten – hätten ausreichend Platz. Auffällige Klapper- und Knarzgeräusche waren nicht zu hören, im Großen und Ganzen scheint die Qualität zu stimmen.

Dickes Plus: riesiger Kofferraum

Das dickste Plus beim Carens ist das Volumen des Kofferraums, das sich mit nur wenigen Handgriffen von 605 auf 1752 Liter erweitern lässt. Das reicht locker für einen Kühlschrank oder ein Billy-Regal samt Klippan-Sessel von Ikea. Leider lässt sich nur die Rücksitzlehne, nicht aber die ganze Bank im Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel umklappen. Zudem entsteht hinterher keine ebene Ladefläche. Nervig auch, dass der Kofferraum über einen Hebel neben dem Fahrersitz geöffnet werden muss.

Preis und Funktionalität stimmen

Der Carens hat also einige Schwächen. Und beim Wiederverkauf ist ein größerer Wertverlust nicht auszuschließen. Doch wer statt auf Image und Design auf Preis und Funktionalität setzt, ist mit diesem Kia gut bedient.

Technische Daten
Kia Carens LS
Grundpreis 15.590 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4439 x 1709 x 1603 mm
KofferraumvolumenVDA 605 bis 1752 l
Hubraum / Motor 1793 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 81 kW / 110 PS bei 5750 U/min
Höchstgeschwindigkeit 185 km/h
Verbrauch 9,0 l/100 km
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