Kia Optima 1.7 CRDi und Hyundai i40 1.7 CRDi im Fahrbericht

Lebenszeichen vom Stufenheck

Kia Optima, Hyundai i40, Frontansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 23 Bilder

Die Stufenheck-Limousine ist tot? Von wegen! Kia Optima 1.7 CRDi und Hyundai i40 1.7 CRDi zeigen im Fahrbericht der etablierten Konkurrenz eine zeitgemäße Interpretation des Drei-Box-Themas.

Wer hat eigentlich behauptet, dass Limousinen mit separatem Gepäckabteil out seien? Natürlich, SUV und andere Crossovermodelle sind derzeit ungleich populärer. Aber selbst wenn Fahrzeuge im klassischen Drei-Box-Design hierzulande nur noch einstellige Marktanteile einfahren, so gibt es doch noch Märkte und Regionen, in denen sich die Wagen mit dem Knick am Heck immer noch einer gewissen Beliebtheit erfreuen.

Neben der asiatischen Heimat von Kia Optima 1.7 CRDi und Hyundai i40 1.7 CRDi gilt dies für die Länder Südamerikas und in abgeschwächter Form auch für Südeuropa. Also hat die dominierende Fahrzeugform des späten 20. Jahrhunderts durchaus noch ihre Berechtigung – zumal dann, wenn sie so modern interpretiert wird wie in unserem Fall. Die Designer Bürkle (Hyundai) und Schreyer (Kia) haben jedenfalls ein glückliches Händchen dabei bewiesen, aus drei Schachteln ein harmonisches Ganzes zu entwerfen.

Kia Optima 1.7 CRDi vergleichsweise konservativ

Der Kia Optima 1.7 CRDi kommt mit seiner horizontal unterteilten Front zwar vergleichsweise konservativ daher, doch seine großen Räder und der Aufwärtsschwung in der Fensterlinie der hinteren Türen lassen ihn sehr dynamisch wirken. Flüchtige Blicke erzeugen häufig Assoziationen mit Jaguar- oder Saab-Modellen – nicht die schlechtesten Design-Referenzen.

Der Hyundai i40 1.7 CRDi geht stilistisch einen anderen Weg und trägt selbstbewusst die neue Markenfront. Die ist gekennzeichnet durch den Sechseck-Grill, der von einem Band in Wagenfarbe unterbrochen wird. Dazu gibt es als Hingucker ein wellenförmiges LED-Tagfahrlicht, dessen Linie von den Nebelscheinwerfern und den Rückleuchten aufgenommen wird. Trotz ähnlicher Grundform wirkt der Hyundai durch ein zusätzliches Seitenfenster an der C-Säule kürzer, als er tatsächlich ist.

Im Innenraum ist davon aber nichts zu spüren. Vor allem Fahrer und Beifahrer des Hyundai i40 erfreuen sich eines sehr guten Raum- und Sitzgefühls, nicht zuletzt dank der guten Kopffreiheit und der vielfach elektrisch verstellbaren Sitze. Nur bei der Innenbreite hat der Hyundai etwas weniger zu bieten als sein Konzernbruder Kia Optima. Der wiederum reicht seinen längeren Radstand fast komplett an die Passagiere auf der Rückbank weiter, die lediglich bei der Kopffreiheit leichte Abstriche machen müssen. Denn das zweiteilige Glasdach mit elektrisch betätigten Innenrollos kostet ein paar Zentimeter Luft, ohne jedoch den Warnhinweis „frisurgefährdend“ tragen zu müssen.

Ausstattungsniveau in beiden Stufenheck-Limousinen hoch

Grundsätzlich ist das Ausstattungsniveau in beiden Modellen hoch, die gefahrenen Top-Varianten Spirit (Kia) und Premium (Hyundai) bringen ab Werk bereits alle klassentypischen Extras wie Xenon-Licht, Zweizonen-Klimaautomatik, Parksensoren und Telefon-Freisprecheinrichtung mit. Trotzdem unterscheiden sich die beiden Konzernbrüder in einigen Details: Während beispielsweise die Karten-Navigation samt Rückfahrkamera im Kia Optima 1.7 CRDi serienmäßig ist, muss der Kunde beim Hyundai i40 1.7 CRDi dafür 1.510 Euro Aufpreis zahlen. Das Panoramadach gehört im Kia Optima zum optionalen Premium-Paket, das für einen Aufpreis von 1.290 Euro noch Lenkradheizung, Sitzheizung hinten und den elektrisch verstellbaren Beifahrersitz mitbringt. Im Hyundai i40 kostet es als Einzelextra dagegen stolze 1.410 Euro.

Wichtiger als die Frischluftzufuhr sind die verfügbaren Assistenz- und Sicherheitssysteme. Hier bietet Hyundai für den i40 ein Technik-Paket an (1.970 Euro Aufpreis), das neben dynamischem Kurvenlicht und Fernlichtassistent eine aktive Einparkfunktion und den Spurhalteassistent mit Lenkeingriff mitbringt. Quasi als Bonus gibt es ein Reifendruckkontrollsystem und ein hochauflösendes TFT-Display im Kombiinstrument dazu. Letzteres spielt im Kia Optima seine hübschen Animationen zwar serienmäßig ab, unverständlicherweise aber nur mit englischen Funktionsbeschreibungen. Dafür sind Park- und Spurhalteassistent, Kurvenlicht und Gegenlenkunterstützung in der Spirit-Ausstattung des Kia Optima serienmäßig – bravo!

Kia Optima 1.7 CRDi überrascht mit Geschmeidigkeit

Warum so viele Worte über die Ausstattung? Weil die koreanischen Cousins technisch eng verwandt sind, den gleichen Dieselmotor unter der Haube haben und sich auch in ihren Fahreigenschaften ähneln. Beide bieten ein sauber abgestimmtes Fahrwerk, das bei Handling und Komforteigenschaften einen guten Eindruck macht. Der Kia Optima 1.7 CRDi überrascht hier trotz seiner serienmäßigen 18-Zoll-Räder mit einer Geschmeidigkeit, die wir so nicht erwartet hätten, außerdem lenkt er einen Tick williger ein. Die ansonsten angenehme Lenkung des Hyundai i40 1.7 CRDi dagegen leitet grobe Unebenheiten gelegentlich ungefiltert an den Fahrer weiter.

Beiden Fronttrieblern gemeinsam ist ihre Neigung zum Untersteuern in schnellen Kurven, die vom ESP aber frühzeitig eingebremst wird. Ihre Dieselmotoren kennzeichnet unterhalb von 2.000 Touren zwar ein gewisses Phlegma, jenseits davon treten sie aber ordentlich an. Vor allem in Verbindung mit dem leicht schaltbaren Sechsganggetriebe sorgt das im Hyundai i40 1.7 CRDi für gute Messwerte. Dabei sollte doch eigentlich der Kia Optima 1.7 CRDi die sportiven Kunden bedienen und Hyundai die Komfort-Fraktion ... Gelungene Stufenheck-Limousinen sind sie jedenfalls beide.

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Technische Daten
Kia Optima 1.7 CRDi Spirit Hyundai i40 blue 1.7 CRDi Style
Grundpreis 33.090 € 27.800 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4845 x 1830 x 1455 mm 4740 x 1815 x 1470 mm
KofferraumvolumenVDA 505 l 503 bis 1719 l
Hubraum / Motor 1685 cm³ / 4-Zylinder 1685 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 100 kW / 136 PS bei 4000 U/min 85 kW / 116 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 202 km/h 192 km/h
Verbrauch 4,9 l/100 km 4,3 l/100 km
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