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Kia Picanto 1.0 T-GDI im Fahrbericht

Dreizylinder-Turbo für X-Line und GT-Line

Der Picanto macht als GT-Line schon mächtig auf dicke Hose. Jetzt spendieren die Koreaner den passenden Motor zum Look und stellen außerdem die neue X-Line dazu. Zu wem passt der Dreizylinder-Turbo besser? Fahrbericht.

28.02.2018 Patrick Lang

Kia bläst mit nur einem Modell zur Jagd auf zwei Segmente. Dank dem neuen Topmotor 1.0 T-GDI für den Picanto, nehmen die Koreaner sowohl Micro-SUV á la Suzuki Ignis oder Panda City Cross aufs Korn, als auch Kleinstsportler wie den VW Up GTI. Wie das geht? Kia packt die Maschine wahlweise in den Picanto GT-Line oder in die neue X-Line im SUV-Crossover-Look. Mal schauen, wie viele Kugeln die 100-PS-Knallbüchse im Lauf hat. Fahrbericht.

Kia Picanto (2017) Edition 7Sparmodell 2.390 Euro billiger

Rote Akzente im Grill und an den Flanken, eine doppelflutige Abgasanlage und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen – in der GT-Line macht der aktuelle Kia Picanto schon seit April 2017 auf dicke Hose. Jetzt allerdings haben die Koreaner endlich den Motor spendiert, den die kleine Krawallschachtel verdient. Der 1.0 T-GDI ist bereits bekannt aus Rio und Ceed, und nagelt sich in Gestalt eines aufgeladenen Dreizylinder-Benziners über die Straßen. Und wenn er es mit lediglich einer Tonne Leergewicht plus Fahrer zu tun bekommt? Dann fühlen sich 172 Newtonmeter maximales Drehmoment und 100 Pferde plötzlich nach sehr viel an und die roten Kontrastnähte am Lenkrad wirken überhaupt nicht mehr deplatziert.

Dieser Dreizylinder-Sound macht Freude

Kia Picanto X-Line 1.0 T-GDI Topmodell 2018 Foto: Wolfgang Groeger-Meier
Ab 3.500 Umdrehungen pro Minute vermittelt der kernige Ton echte Fahrfreude. Ohnehin lässt sich der 1.0 T-GDI bereitwillig über das gesamte Drehzahlband scheuchen.

Bis auf 180 km/h knurrt der flotte Kia, wobei es jenseits der 140 spürbar zäher vorwärts geht. Bis Tempo Hundert verstreichen 10,1 Sekunden, was an sich keinen sonderlich sportlichen Eindruck macht – zumindest auf dem Papier. In der echten Welt kommt jedoch noch ein ganz wesentlicher Faktor hinzu, nämlich der Sound. Für ein genussvolles Klangerlebnis im Picanto müssen Sie lediglich die Schaltempfehlung im Display geflissentlich ignorieren. Ab 3.500 Umdrehungen pro Minute vermittelt der kernige Ton echte Fahrfreude. Ohnehin lässt sich der 1.0 T-GDI bereitwillig über das gesamte Drehzahlband scheuchen. Die manuelle Fünfgang-Schaltung hilft da zwar nicht mit kurzen Wegen, dafür aber mit präzisen Gassen. Wer einen allzu sportlichen Antritt provoziert, wird allerdings von der Physik so lange in die Schranken gewiesen, bis die Vorderachse ihren Kampf um Traktion mit dem Asphalt gewonnen hat.

Dass Lenkung und Fahrwerk gut zum quirligen Picanto passen, haben wir bereits in vorangegangenen Picanto-Fahrberichten erörtert. Das Steuer ist Segment-untypisch rückmeldungsfreudig und reagiert mit nur wenig Spiel um die Mittellage auf Lenkbefehle. Das Fahrwerk verhält sich da ganz ähnlich: Ein bisschen Wank- und Neigungsspiel steckt drin, insgesamt legt es den Picanto aber satt auf die Straße. In der Summe fährt sich der topmotorisierte Picanto in der GT-Line zwar nicht ganz so sportlich wie sein Gegenspieler aus Wolfsburg, aber er hat natürlich das Kosten-Kapitel auf seiner Seite. Als GT-Line kostet der 100-PS-Picanto 15.790 Euro, mit 18.550 Euro ist volle Hütte angesagt. Den Up GTI gibt es ab 16.975 Euro, mit ein paar Häkchen knackt er aber auch locker die 20.000er-Marke. Bleibt die Frage, wie viel Sportlichkeit Sie einem Kleinstwagen abtrotzen wollen. Der Picanto macht seine Sache in dieser Beziehung jedenfalls gut.

Kia Picanto X-Line 1.0 T-GDI Topmodell 2018 Foto: Wolfgang Groeger-Meier
Als X-Line ist der Picanto mit anderen Stoßfängern, der Akzentfarbe "Lime" und einem Unterfahrschutz ausgestattet. Zudem liegt er 15 Millimeter höher.

Picanto X-Line liegt 15mm höher

Es darf ein bisschen weniger Sport-Ambiente sein? Dann bocken wir den kleinen Korea-Flitzer doch einfach 15 Millimeter nach oben und verpassen ihm andere Stoßfänger, Kunststoffbeplankung, Unterfahrschutz, graues Interieur und die Akzentfarbe „Lime“. So ausstaffiert nennt sich das Ganze dann „X-Line“ und markiert die zweite Top-Ausstattungs-Variante (16.990 Euro) mit Turbo-Dreizylinder im Bug. Diese Konfiguration ergibt eher das Lifestyle-Stadtauto als den Landstraßen-Räuber, wobei die Unterschiede rational gesehen überschaubar bleiben. Etwas tiefere Rollbewegungen sind wohl eine subjektive Wahrnehmung; So wie das gesamte Auto als X-Line weniger straff wirkt, weil die Optik es Fahrer und Umfeld nicht suggeriert. Doch sind es am Ende nicht die subjektiven Wahrnehmungen, die einen nicht unwesentlichen Teil des Fahrspaß ausmachen? Insofern verbreitet der Picanto in der GT-Line mehr gute Laune und ist das stimmigere Auto für den Einsatz des 100-PS-Turbo.

Fazit

Endlich bekommt der Kia Picanto als GT-Line den Motor, der zum sportiven Auftritt passt. Dank 100 PS zieht er auch im Antritt nach und klingt dabei noch überaus unterhaltsam. Gemeinsam mit dem knackigen Fahrwerk lädt das zum Ausflug auf die Landstraße ein. Preislich startet er zwar nahe am VW Up GTI, bietet aber die bessere Ausstattung und sieben Jahre Garantie. Die X-Line passt mit ihrem frechen Look dagegen besser in die Stadt als auf die Landstraße.

Technische Daten
Kia Picanto 1.0 T-GDI GT Line
Grundpreis16.090 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3595 x 1595 x 1485 mm
KofferraumvolumenVDA255 bis 1010 l
Hubraum / Motor998 cm³ / 3-Zylinder
Leistung74 kW / 100 PS bei 4500 U/min
Höchstgeschwindigkeit180 km/h
Verbrauch4,5 l/100 km
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Neuester Kommentar

@alexpower
Soso... und weshalb nicht? Der Hyundai/Kia-Konzern ist heute schon der fünftgrößte der Welt unter den Autoherstellern.
Wird man das als "Schrotthersteller"? Was empfehlen Sie stattdessen? Auf eine profunde Erklärung bin ich gespannt...

Asmodys 5. März 2018, 17:14 Uhr
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