Kia ProCeed GT und Ceed GT im Fahrbericht

Shooting Brake optisch und fahrerisch knackig

Kia ProCeed GT Kia ProCeed GT Kia ProCeed GT Kia ProCeed GT 39 Bilder

Um die als etwas angestaubt geltende Bauform „Kombi“ zu emotionalisieren, legt Kia vom kompakten Ceed einen viertürigen Shooting Brake auf. Wir sind den neuen ProCeed und den Ceed in der Topmotorisierung GT bereits gefahren.

„Porsche Panamera Sport Turismo“ schießt jedem durch den Kopf, der das Heck des ProCeed zum ersten Mal sieht. Kia hat sich ganz unverblümt eines der gelungensten Shooting-Brake-Hecks der letzten Jahre zum Vorbild genommen und daraus eine verkleinerte Variante für Otto Normalverbraucher gemacht. Gut so: Der ProCeed sieht richtig schick aus, wobei sein Blechkleid nach hinten erst ab der B-Säule vom Fünftürer abweicht. Seinen Längenzuwachs um kaum wahrnehmbare fünf Millimeter bekommt er allerdings von einem um dieses Maß verlängerten Front-Überhang. Das Kia die Zeichen der Zeit erkannt hat, zeigt sich auch an der schnörkellosen Schreibweise des Modellnamens am Heck: PROCEED lässt wenigstens am Auto selbst keinen Raum für Groß-Kleinschreibungsmätzchen.

Kia ProCeed GT Foto: Kia
Der ProCeed ist ein emotionalisierter Kombi.

Klar ist es spannend, ob es trotz elegant nach hinten abfallendem Dach noch genug Kopffreiheit auf den hinteren Plätzen gibt. Trotzdem geht’s erstmal hinters Steuer. Gerade hinsichtlich des sportlichen GT-Modells ist die Sitzposition viel besser als beim Vorgänger: endlich tief und nicht mehr wie auf einem Gartenstuhl. Guter Seitenhalt, selbst auf Schulterhöhe und ein weit in der Tiefe verstellbares Lenkrad helfen kleinen wie großen Zeitgenossen gleichermaßen bestens hinterm Steuer zu sitzen. Während sich der Fahrer über eine elektrische Sitzverstellung freut, muss der Beifahrer aber ins metallene Gestänge greifen und sich auf mechanische Art die richtige Position einstellen.

Foto: Kia
Gelunges Heck in der Kompaktklasse beim neuen Kia ProCeed.

Heck: Schön praktisch

Das Multifunktions-Lederlenkrad ist 1a verarbeitet und fasst sich gut an – Freunde von großvolumigen BMW-M- oder Maserati-Lenkrädern könnte der Kranz allerdings zu dünn sein. Die bei einer Ausstattung mit Doppelkupplungsgetriebe vor dem Steuer sitzenden Schaltpaddles lassen sich gut greifen. Die übrige Bedienung ist klar, die Auswahl übersichtlich. Wer mehr als nur Motorsound und Standard-Audioqualität haben möchte, kann optional eine JBL-Anlage ordern. Für einen Sicherheitsgewinn sorgen ein gut funktionierender Totwinkel-Warner und ein ebenso zuverlässig arbeitender Spurhalte-Assistent. Ein Front-Kollisionsschutz soll Unfälle durch Notbremsungen verhindern oder zumindest deren Schwere mindern.

Jetzt nach hinten: Mit 1,88 Metern Körperhöhe ist die Luftsäule über dem Kopf zwar nicht mehr sonderlich hoch, aber von Beengung keine Spur. Auch die Knie haben noch gerade mal so genug Platz, wenn vorne eine große Person sitzt. Ganz hinten beim Laderaum wollte Kia sich auch nicht vorwerfen lassen, Praktikabilität der Schönheit zu opfern. So passen 594 Liter Gepäck ins Heck (50 Prozent mehr als beim Schrägheck und ähnlich viel wie beim 625 Liter fassenden Sportswagon) und die Rückbank ist im Verhältnis 40 zu 20 zu 40 geteilt umklappbar. Die Ladeschwelle ist recht hoch aber unter dem Ladeboden gibt es praktischerweise zusätzlichen Stauraum, in den beispielsweise die Gepäckraumabdeckung passt.

Foto: Kia
Schicke dritte Bremsleuchte im Dachkanten-Spoiler.

Der Sportknopf ändert was

Die GT-Variante liegt als sportliches Topmodell ein bisschen näher am Asphalt und ist natürlich straffer abgestimmt. Sein digitales Gerumpel hat das Fahrwerk im Vergleich zum Vorgänger-GT bei feinen Unebenheiten abgelegt, wobei der ProCeed mit diesen leichten Anregungen etwas schlechter fertig wird als der fünftürige GT – beide rollen auf den gleichen 18-Zoll-Reifen (225/40 R18, Serie beim GT). Vom Frost und bremsenden Lkw zusammengeschobener welliger Straßenbelag sorgt bei beiden Karosserievarianten für Geschaukel und tiefe Schlaglöcher gelangen ziemlich patzig in die Rücken der Insassen. Das Gute an dieser Abstimmung: Wanken in Kurven kennt der GT nicht.

Motorisierungen Kia ProCeed GT

Motorisierungen Kia ProCeed

1.4 T-GDI (Benzin)

Typ

Reihenvierzylinder mit Turbolader

Hubraum

1.353 ccm

Leistung

140 PS (6.000/min)

Drehmoment

242 Nm (1.500 bis 3.200/min)

Emissionsklasse

Euro 6d-Temp

1.6 CRDi (Diesel)

Typ

Reihenvierzylinder mit Turbolader

Hubraum

1.598 ccm

Leistung

136 PS (4.000/min)

Drehmoment (6-Gang-Handschaltung)

280 Nm (1.500 bis 3.000/min)

Drehmoment (7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe)

320 Nm (2.000 bis 2.250/min)

Emissionsklasse

Euro 6d-Temp

GT: 1.6 T-GDI (Benzin)

Typ

Reihenvierzylinder mit Turbolader

Hubraum

1.591 ccm

Leistung

204 PS (6.000/min)

Drehmoment

265 Nm (1.500 bis 4.500/min)

Emissionsklasse

Euro 6d-Temp

204 PS und 265 Newtonmeter Drehmoment (zwischen 1.500 und 4.500/min) generiert der 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbo des ProCeed GT. Das ist auf dem Papier ordentlich – und in echt? Den Schlag aufs Gaspedal verpennt er um eine Sekunde, was mit großer Wahrscheinlichkeit am neuen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe liegt – nur der Sound schwillt an. Die Variante mit Sechsgang-Handschalter stand noch nicht für eine Fahrt zur Verfügung. An der Gedenksekunde ändert sich auch durch Druck auf den Sport-Knopf der DKG-Variante nichts. Dieser schärft Lenkung, Gasannahme, Getriebesteuerung und Sound – einfacher und ausreichender Weise gibt es nur die Einstellungen Normal und Sport. Bei der an sich recht direkt ansprechenden Lenkung ist der Unterschied so zart, dass wir ihn beim besten Willen nicht erfühlen. Die Gasannahme ist im Sportmodus wacher, ohne dass dies Einfluss auf die Start-Gedenksekunde hätte – der Spaßsektor beginnt bei stets guter Traktion ohnehin erst bei 4.500/min, für mehr Power aus dem Drehzahlkeller fehlt ein bisschen Hubraum. Und das Doppelkupplungsgetriebe müht sich ein bisschen: es dreht im Sportmodus die Gänge zwar spürbar länger aus, neigt aber auch bei Crusinggeschwindigkeiten nicht zum erlösenden Hochschalten.

Foto: Kia
Frontgetrieben und mit guter Traktion: Der ProCeed GT.

Sound säuselt im Normalmodus nur sehr dezent ins Ohr, diesen Teil der Aufgabe haben die Akustiker gut gelöst. Im Sportmodus spuckt der ProCeed dann heisere Rotzigkeit aus seinen Endrohren, hinzu kommt ein mahlendes Turbo-Ansauggeräusch beim Gasgeben. Auch hier wieder ein Unterschied zwischen Shooting Brake und Fünftürer: Bei zweiterem haut der erzwungene Stimmbruch nicht ganz so arg zu, und das Turbogeräusch fehlt komplett.

Fahrwerte hat Kia noch nicht veröffentlicht. Die Auslieferungen beginnen Anfang 2019.

Fazit

Der neue Kia ProCeed ist ein Volltreffer: Rundum schick und mit einem ausgesprochen gelungenen Heck gesegnet, bietet er trotzdem die Platzvorteile eines Kombis. In der sportlichen GT-Variante wird der ProCeed dank athletischem Vorwärtsdrang komplett zum Emotionsbolzen. Das Fahrwerk ist straff aber kommt mit kleinen Unebenheiten besser zurecht als beim Vorgänger-GT. Der Motor macht Laune, erst recht ab 4.500/min. Dass es jetzt auch ein Doppelkupplungsgetriebe gibt, ist gut – dessen Abstimmung hat noch ein bisschen Potential. Auch wenn Kia den Preis noch nicht genannt hat: Preis-Leistung wird wieder stimmen, insbesondere im Hinblick auf die nach wie vor lobenswerten sieben Jahre Garantie.

Neuester Kommentar

Also wie ein Kombi/"Shooting Break" sieht er nicht aus. Das er auf Sport Turismo und CLA Shooting Break macht, ist zu sehen und warum auch nicht. Aber er sieht für mich halt mehr wie ein langes Schrägheck aus. Koreas ewiges Problem, Kompaktkombis wie Kombis aussehen zu lassen. Ansonsten bin ich dem neuen Ceed-Design nicht abgeneigt. Er sieht als Schrägheck sowie normaler Kombi gefällig aus.

TomMad712 14. September 2018, 16:57 Uhr
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