Kia Soul im Fahrbericht

Erwachsener und deutlich wertiger

03/2014 Kia Soul Fahrbericht Foto: Wolfgang Groeger-Meier 33 Bilder

Kia bringt sein Trendmobil, den Kia Soul, jetzt in der zweiten Generation an den Start. Wir sind den Koreaner als Benziner und Diesel bereits gefahren.

Mit dem Soul kam 2009 ein Auto auf den deutschen Markt, das damals kaum einer der Marke Kia zugetraut hat. Nicht unscheinbar und langweilig, sondern trendig wie ein Mini, in keine Klasse so recht passend, aber mit hohem Wiedererkennungswert wie ein Mini – ein Auto also, bei dem in erster Linie das charakteristische Design zum Kauf animiert und nicht das Preis-Leistungsverhältnis. Seither wurden vom Soul weltweit über 760.000 Exemplare verkauft – davon in Deutschland zwar nur rund 7.500, doch jenseits der nackten Zahlen trug der Soul viel dazu bei, dass die Marke Kia heute deutlich anders von den Kunden wahrgenommen wird.

Neuer Kia Soul fühlt sich solider an

Ende März rollt nun die zweite Generation des Kia Soul zu den deutschen Händlern. Sie ist kaum gewachsen, präsentiert sich bei etwas mehr Breite und weniger Höhe nun stämmiger als bisher und sieht vor allem wieder unverkennbar wie ein Kia Soul aus. Das Platzangebot für die Insassen überzeugt sowohl auf den an den Lehnen stärker ausgeformten Vordersitzen wie auf der Rückbank, deren Lehne jedoch etwas steiler stehen könnte. Kaum gewachsen ist dagegen das knappe Ladevolumen (238 Liter) hinter der nicht weit genug aufschwingenden Heckklappe, wobei sich unter dem Ladeboden noch ein 116 Liter großes Staufach befindet.
 
Als technische Basis kommt nun die modifizierte Architektur des Cee’d zum Einsatz. Die Karosserie besteht nun zu über 35 Prozent (bisher 15 Prozent) aus hochfesten Stählen, was sich positiv auf die Verwindungssteifigkeit und somit auch auf Qualität und Fahrverhalten auswirkt. Dazu verspricht Kia eine verbesserte Geräuschdämmung. Tatsächlich fühlt sich der Kia Soul nun solider an, Softtouch-Oberflächen und optional zweifarbige Lederpolster veredeln im einfach zu bedienenden Cockpit das Ambiente. Neue Extras wie Spurhalte- und Fernlichtassistent, Parksensoren vorn (Option) und hinten (Serie), Sitzbelüftung oder Lenkradheizung erweitern das Spektrum an Assistenz- und Komfortausstattung, eine erstmals bei Kia angebotene Zweifarblackierung das der Individualisierungsmöglichkeiten.

Benziner im Kia Soul tut sich schwer

Der Fahrer kann im Kia Soul wie beim Cee’d die Leichtgängigkeit der Lenkung in drei Stufen einstellen. Damit liefert sie zwar gute, aber keine perfekte Rückmeldung, doch zum flotten Tanz auf kurvenreichen Bergsträßchen animiert der Kia Soul auch in der zweiten Auflage nur bedingt. Dafür überzeugt der gebotene Federungskomfort, der die schlimmsten Verwerfungen der Fahrbahn wirkungsvoll von den Passagieren fernhält.
 
Bei den Kia Soul-Motoren hat sich nur wenig geändert. Der Benziner wurde geringfügig modifiziert und in der Leistung von 140 auf 132 PS reduziert. Da der Kia Soul mit dem Modellwechsel sogar noch leicht an Gewicht zugenommen hat, tut sich der 1.6 GDI jedoch schwer, wenn es etwa bergauf flotter voran gehen soll. Dann heißt es fleißig im leicht schaltbaren Sechsganggetriebe rühren und hohe Drehzahlen aufsuchen, ohne dass der Direkteinspritzer dadurch überschäumendes Temperament entwickelt. Der Common-Rail-Turbodiesel geht spürbar gelassener zu Werke, ist aber ausschließlich an die üppige Spirit-Ausstattung gekoppelt und somit mindestens 24.990 Euro teuer.

Kia Soul kommt auch mit Elektroantrieb

Wie der 1.6 GDI, der schon ab 16.990 Euro angeboten wird, erfüllt er weder die Euro 6-Abgasnorm (erst a 2015) und verbraucht sogar mehr als im Vorgänger. Dieser begnügte sich als Benziner im Normzyklus mit 6,4 l/100 km, während Kia für den Neuen 6,8 Liter angibt. Beim Soul Spirit mit 18- statt 16-Zoll-Rädern sind es sogar 7,3 Liter. Neue, drehmomentstarke und sparsamere Turbo-Direkteinspritzer sind in der Entwicklung, lassen aber noch knapp zwei Jahre auf sich warten.
 
Völlig emissionsfrei – zumindest lokal – fährt der Soul jedoch schon ab Herbst. Dann startet in Deutschland die Markteinführung der rein elektrisch angetriebenen EV-Variante und macht den Soul ein weiteres Mal zum Vorreiter für Kia.

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