Magna Steyr Mila

Fuhrwerk Orange

Foto: Reinhard Schmid 17 Bilder

In leuchtendem Orange präsentiert sich der von Magna Steyr entwickelte Mila – ein einsitziges Leichtgewicht mit 150 PS starkem Erdgas-Antrieb, vier freistehenden Rädern und echtem Kart-Feeling.

Die chemische Formel für Erdgas lautet CH4, die Formel für Fahrspaß könnte künftig MILA heißen. Ähnlich wie beim Erdgas, wo vier Wasserstoffatome an ein Kohlenstoffatom gebunden sind, docken beim Mila vier freistehende Räder an einen schmalen Rumpf an.

Mila – ein vom österreichischen Zulieferer Magna Steyr entworfenes und gebautes Concept-Car – steht übrigens für Magna Innovative Lightweight Auto. Nur 850 Kilogramm Leergewicht treffen hier auf 150 PS aus einem auf Erdgasbetrieb umgerüsteten Mini Cooper S-Motor. Das Beste daran: Der Mila teilt nicht das Schicksal vieler Concept- Cars, die von Messe zu Messe tingeln und sich auf den Ständen die Reifen eckig stehen, um danach eingemottet zu werden, sondern er ist voll fahrbereit und besitzt sogar eine Straßenzulassung.

Einer exklusiven Ausfahrt ins Umland der steirischen Stadt Graz, dem Sitz von Magna Steyr, steht also nichts mehr im Wege. Mit einem Knopfdruck wird die kanzelartige Einstiegsluke entriegelt, die von einem Gasdruck-Heber unterstützt nach oben schwingt. Die Haube ist asymmetrisch geformt und links weiter heruntergezogen, um den Einstieg zu erleichtern.

Mit Hosenträger-Gurten zurrt sich der Fahrer im Sportschalensitz fest – Magna verspricht Querbeschleunigungen über ein g – und schließt die Haube, die mit einem satten Plopp ins Schloss fällt.

Instinktiv zieht man den Kopf ein, denn nach oben und seitlich bleiben nur wenige Fingerbreit Platz unter der Plexiglas-Kuppel. Die Seitenwände reichen zudem bis auf Schulterhöhe.

So eingekeilt müssen sich Piloten im Cockpit eines Kampfjets oder Aquanauten in einem Mini-U-Boot fühlen. Aber kein Dach und keine A-Säule behindern die Rundumsicht. Der Blick auf die samt Kotflügel mitlenkenden Vorderräder bleibt frei wie bei einem Go-Kart. Der mit Erdgas betriebene Vierzylinder springt zunächst nur unwillig an, vermittelt dann aber echtes Rennwagen- Feeling, wenn er beim Gasgeben im Rücken des Fahrers hochdreht. Das Einlegen der Gänge erfordert zwar etwas mehr Kraft als üblich, dafür sind die Schaltwege des rechts in die Seitenwand integrierten Schalthebels sehr kurz. Dank Kompressor und geringem Gewicht springt der Mila förmlich nach vorne und erreicht schon in etwas mehr als sechs Sekunden die 100- km/h-Marke. Locker dreht der Motor zudem über 6000 Touren.

Viel Spaß bereitet auch das kartmäßige Handling des Mila, besonders in schnellen S-Kurven. Spontan reagiert er auf Steuerbefehle und lenkt sehr zackig ein. Ein wenig Vorsicht ist dabei aber geboten, denn das Fahrverhalten tendiert eher in Richtung Übersteuern, und ein ESP-System zur Kursüberwachung fehlt. Besonders bei höherem Tempo auf der Autobahn – etwa beim Spurwechsel – sollte weich und nicht zu hektisch gelenkt werden.

Für einen Prototyp geht das aber in Ordnung. Im Straßenalltag zieht der Mila nicht nur wegen seiner auffälligen Lackierung viele neugierige Blicke auf sich, sondern auch wegen des ungewöhnlichen Konzepts mit den freistehenden Rädern und der transparenten Kuppel.

Doch das könnte sich ändern. Obwohl der Einsitzer ein Einzelstück bleiben wird, stehen die Chancen nicht schlecht, dass ein Zweisitzer, an dem unter der Bezeichnung Mila 2 schon fieberhaft gearbeitet wird, als Serienmodell auf den Markt kommt.

Das kann vergleichsweise kurzfristig geschehen, weil aufgrund des modularen Aufbaus viele Konstruktionsdetails vom Einsitzer übernommen werden können. Magna schätzt deshalb die Entwicklungszeit bis zur Serienreife auf weniger als zwei Jahre. Auch beim Mila 2 bleibt es bei der charakteristischen Optik, wobei jedoch Optimierungen hinsichtlich des Fußgängerschutzes erforderlich sind. Zudem wird der Zweisitzer um die Taille fülliger, um zwei Passagiere konventionell nebeneinander unterzubringen. Auch Radstand und Länge sollen um jeweils rund 100 Millimeter zulegen. Und anstelle der Plexiglaskuppel soll ein variables Dachsystem für Licht und Luft sorgen.

Da Magna allerdings keine Autos unter der eigenen Marke anbieten möchte, ist man auf der Suche nach einem geeigneten Automobil-Hersteller als Partner. Wunschkandidat wäre zum Beispiel BMW, wo der Mila 2 als puristischer Roadster unterhalb des Z4 die Palette bereichern könnte.

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