Maserati Coupé

Ferrari für den Alltag

Nach dem Spyder wird nun auch das Maserati Coupé Cambiocorsa mit Ferrari-Technik aufgerüstet. Der 390 PS starke V8-Motor und das elektronisch gesteuerte F1-Sechsgang-Getriebe sind dabei in ein überraschend komfortables Umfeld gebettet.

Der Präsident beliebt zu scherzen. „Vergessen Sie doch einige Sekunden“, meint Luca Montezemolo lächelnd, „dass wir von Ferrari sind.“ Doch wie sollte das gehen? Der Dreizack im Kühlergrill und ein altmodischer Schriftzug am Kofferraumdeckel weisen das Coupé (ab 80.000 Euro) zwar als neuestes Modell der 1926 gegründeten Sportwagen-Manufaktur Maserati aus. Aber die Technik unter der sanft modifizierten Giugiaro-Karosserie des Vorgängers konterkariert den frommen Wunsch des Präsidenten. Im Maserati Coupé steckt ein springendes Fohlen.

Aus dem kettengesteuerten V8 wird eine neue Motorengeneration entstehen, die neben dem künftigen Maserati Quattroporte auch den Nachfolger des Ferrari 360, dort allerdings mit flacher Kurbelwelle, antreiben wird. Und das für eine ausgewogenere Achslastverteilung sorgende Transaxle-System ist ebenso Ferrari-Tradition wie das elektronisch aktivierte, computergesteuerte Cambiocorsa-Getriebe (5000 Euro Aufpreis) ein Ableger der 360 F1-Schaltung ist.

Werden die möglichen Fahrleistungen ausgenutzt, ist der Maserati meist nur für einige Sekunden von hinten zu studieren. Lange genug, um die neue Heckpartie als muskulös und durchtrainiert wahrzunehmen. Vorne ziert das Coupé allerdings eine Motorhaube mit üppiger Wölbung über dem grau gelockten Ansaugtrakt, und der Innenraum wuchs auf die Dimensionen eines beinahe familienfreundlichen 2+2-Sitzers. Wichtiger als die komfortablen Sportsitze und das angenehme Raumgefühl werden Maserati Coupé-Piloten den Verzicht auf jede Art von Bedienungs-Schnickschnack empfinden.

Beim Fahren wirkt das Coupé noch schärfer und klarer als der zweisitzige Spyder mit identischer Technik. Während das Cabrio durch Luft, Sonne und den akustisch präsenteren Motor doch von der reinen Lehre ablenkt, konzentriert sich das Coupé darauf, Fahrvergnügen zu ungehemmter Lust zu verdichten. In Beschleunigung, Kraftentfaltung, Einlenken, Handlichkeit und Fahrverhalten ein Sportwagen ohne Einschränkungen, vermitteln Fahrwerksabstimmung und die Leichtigkeit der Bedienung hohen Alltagskomfort. Der Maserati ist der Ferrari für den Alltag.

Damit sich dieser von anderen Alltagen gebührend abhebt, wählen mehr als 60 Prozent der Kunden die Cambiocorsa-Schaltung. Auch im Coupé überzeugt das Schalten mit beiden Händen am Lenkrad bei höheren Geschwindigkeiten und hohen Drehzahlen. Doch anders als im kernigen Spyder offenbart das sonst in allen Bereichen so kultivierte Coupé den Komfortmangel des Systems. Das ruckartige automatische Einkuppeln wirkt fahrschülerhaft, und bei niedrigen Touren und langsamem Tempo sind die Kupplung und die mahlenden Zahnräder nicht nur überdeutlich zu spüren, sondern auch zu hören.

Ferrari Deutschland wird die Operation Maserati bedächtig angehen: Nur jeweils 250 Spyder und Coupés, ab 13. April im Handel, werden 2002 importiert.

Technische Daten
Maserati Coupé Cambiocorsa
Grundpreis 91.900 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4523 x 1822 x 1305 mm
KofferraumvolumenVDA 315 l
Hubraum / Motor 4244 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 287 kW / 390 PS bei 7000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 285 km/h
Verbrauch 18,6 l/100 km
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