Neuer Mazda 3 (2019) Skyactiv-D 1.8 im Fahrbericht

Fährt nicht so sportlich wie er aussieht

Mazda 3 Skyactive-D Diesel Fahrbericht Lissabon 2019 Foto: Mazda

Der neue Mazda 3 macht vieles richtig. Design, Schaltgetriebe, Fahrwerk und Ausstattung überzeugen. Nur der Motor bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück.

Bevor wir mit der Geschichte beginnen, klären wir noch schnell das Offensichtliche – nur damit niemand behaupten kann, wir hätten es vergessen: Der neue Mazda 3 ist ein wirklich schönes Auto geworden. Mehr noch, er ist ein gutes Auto und davon recht viel für recht wenig Kohle. Serienmäßig sind beim Diesel für 25.290 Euro etwa schon ein adaptiver Abstandstempomat, diverse Assistenten, ein Head-Up-Display, das Navi und LED-Scheinwerfer an Bord. Hochwertig verarbeitet, zeitgemäße Ausstattungsoptionen, alles fein. Sicherlich wird es jede Menge Autofahrer geben, die damit absolut zufrieden sind. Und dann gibt es auch diejenigen, die sich trotzdem keinen kaufen – zumindest vorerst und zumindest nicht den Diesel.

Mazda 3 Skyactive-D Diesel Fahrbericht Lissabon 2019 Foto: Mazda
Hochwertige Verarbeitung trifft auf umfangreiche Serienausstattung und moderate Aufpreispolitik. Mazda schnürt ein gutes Paket.

Mazda selbst räumt dem 1,8-Liter-Aggregat auf dem deutschen Markt einen Anteil von lediglich 12 Prozent ein. Der größte Portion (58 Prozent) liefert laut Plan der Zweiliter-Benziner, für 30 Prozent der Käufer sehen die Japaner den angekündigten Skyactiv-X-Motor vor. Klingt nach einer realistischen Selbsteinschätzung, denn der Selbstzünder mag Vieles sein, aber sicher kein Entertainer.

Tolles Schaltgetriebe, mauer Vortrieb

Okay, niemand erwartet durch 116 Diesel-PS die Verwandlung vom Auto zur Spaßkanone. Es stört aber dann, wenn das Auto – wie in diesem Fall – ziemlich nach Spaßkanone aussieht und sich im Übrigen auch so anfühlt. Das manuelle Schaltgetriebe klackt sportlich präzise in die Gassen, die Lenkung arbeitet angenehm direkt und rückmeldungsfreudig und 270 Newtonmeter Drehmoment ab 1.600 Umdrehungen klingen da doch wie eine schmackhafte Beilage. Die Suppe ist allerdings etwas fad geraten, denn ihren Höhepunkt erreicht die Maschine nicht vor 2.500 Umdrehungen und selbst dann fehlt es noch an der richtig dosierten Würze. Einzig der Geräuschpegel entspricht den Werten auf den Instrumenten.

Mazda 3 Skyactive G (2019), Karosserie, Exterior
Wie schlägt sich der Diesel-Mazda auf der Straße? 2:58 Min.

Nun kommt es auf Ihr Fahrprofil an, ob Sie dieses Gericht bestellen, oder doch lieber noch einen zweiten Blick in die Karte werfen. Im sechsten Gang, bei 120 bis 130 km/h (ein Gruß aus der Küche an die Tempolimit-Freunde) fühlt sich der Selbstzünder spürbar wohl, läuft geschmeidig – nahezu vibrationfrei. Dazu genehmigt er sich alle 100 Kilometer Kraftstoff in fünf-Liter-Schlücken. Übrigens ohne zu Kleckern, denn selbst nach Verzicht auf ein SCR-System erfüllt der saubere Motor die Euro 6d-Temp-Norm dank verbesserter Hochdruck-Einspritzung und NOx-Speicherkatalysator. Auf spontane Überholmanöver hat der Diesel-Mazda mangels Elastizität aber keinen Appetit.

Mazda 3 Skyactive-D Diesel Fahrbericht Lissabon 2019 Foto: Mazda
Lenkung, Fahrwerk und Schaltgetriebe animieren zur flotten Kurvenfahrt. Der Diesel weniger.

Wer flott unterwegs sein möchte, darf weder schaltfaul noch geräuschempflindlich sein – denn etwas Drehzahl werden Sie brauchen. Doch insgesamt widerspricht das der Vorstellung der Japaner. Die wollten die Passagiere schließlich in ein harmonisches und ruhiges Auto gesetzt haben. Da fehlt es dem Skyactiv-D schlichtweg an Souveränität. Der Benziner ist hier die mit Abstand rundere Sache, obwohl auch der noch ein, zwei Schluck Kraftbrühe vertragen hätte, wenn Sie verstehen. Mal schauen, ob Mazda den für später im Jahr angekündigten „Diesel-Benziner“ mit 180 PS schmackhaft machen kann. Das Rezept jedenfalls liest sich schon mal ganz lecker.

Fazit

Langstrecken-Vielfahrer ohne dynamische Ambitionen sind mit dem sauberen und sparsamen Skyactiv-D gut beraten. Druckvolle Überholvorgänge und Zwischenbeschleunigungen stehen aber nicht auf dem Speiseplan. Ist der Selbstzünder in seiner Komfortzone angekommen, läuft alles sehr harmonisch – nur der Weg dort hin ist nicht sonderlich dynamisch geraten. Hier ist der Benziner die spritzigere Alternative.

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