Mazda CX-3 im Fahrbericht

So fährt der neue Kompakt-SUV

Mazda CX-3 2015 Foto: Mazda 29 Bilder

Preisfrage: Welches Mazda-Modell war 2014 das erfolgreichste in Deutschland? Falsch wäre als Antwort der quirlige 2, der Golf-Konkurrent 3 und der Familienklassiker 6. Richtig dagegen der CX-5, der bullig designte und hochgesetzte Kompaktwagen mit dem genretypischen Dynamikversprechen. Zeit also, einen Hoffnungsträger nachzuschieben: Ab dem 19. Juni bringt der japanische Hersteller ein weiteres Modell dieser Machart in Deutschland: den Mazda CX-3 – eine Klasse unterhalb des CX-5 angesiedelt. Ob die Strategie aufgeht?

Dafür sprechen mehrere Gründe: Das neue kleine Mazda debütiert in einem blühenden Markt. Neue Modelle im so genannten B-Segment boomen, sofern sie dem Kleinwagenkonzept eine besondere Note verpassen – wie der Mazda CX-3. Er gehört zur Gattung der SUV, was derzeit fast schon ein Absatzgarant ist.

Und er ist innerhalb der Kategorie der Hochsitz-Modelle auffallend dynamisch gestaltet, was sogar bei älteren Käufern gut ankommt. Auch wenn die Marketing-Philosophen der Hersteller stereotyp von der jungen, dynamischen und urban orientierten Zielgruppe schwadronieren, so gehören in der Realität doch erstaunlich viele Pensionäre zu den SUV-Kunden. Sie wollen ein Auto in das man gut einsteigen und bequem sitzen kann – aber das nicht dezidiert als Rentnerauto abgestempelt ist. In den Mazda CX-3 steigt man einfach ein und sitzt bequem. Passt. In diesem Zusammenhang fällt lediglich die fehlende Übersichtlichkeit nach schräg hinten negativ auf.

Mazda CX-3 optisch in einer anderen Liga

Ein weiterer Punkt: Der Mazda CX-3 ließ sich verhältnismäßig günstig konstruieren; er basiert auf dem Mazda 2, teilt dessen Radstand, tendiert allerdings mit geschickten Designkniffen und deutlich mehr Länge optisch eher Richtung Mazda 3. Am Straßenrand geparkt würde man ihn deshalb ohne direkten Vergleich glatt eine Klasse höher einsortieren als Konkurrenten vom Schlage eines Nissan Juke, Opel Mokka, Peugeot 2008 und Renault Captur.

Dass der Bluff des Mazda CX-3 spätestens auf bei der Beinfreiheit hinten und dem Kofferraumvolumen mit nur klassenüblichen Platzverhältnissen auffliegt, geschenkt – die meisten Interessenten sitzen ohnehin vorn und dort gibt es reichlich Bewegungsfreiheit. Sowie eine gute Materialanmutung samt Liebe zum Design, die man im B-Segment häufig schmerzlich vermisst. Wer etwas Geld in die Hand nimmt, kann sich das SUV bis hin zu Lederbezügen samt farblich abgesetzten Nähten richtig nett konfigurieren.

A propos Konfiguration: Natürlich macht der Mazda CX-3 nicht vor den digitalen Gewohnheiten der Smartphone-Generation halt und spricht damit Junge sowie im technischen Geiste Junggebliebene an. Die freuen sich ab der zweiten von vier Ausstattungslinien über einen Sieben-Zoll-Touchscreen, der sich alternativ über einen Dreh-Drücksteller auf dem Mitteltunnel bedienen lässt. Wer nun via Bluetooth-Schnittstelle sein internetfähiges Handy andockt, kann sich Nachrichten vorlesen lassen und auf das Worldwideweb zugreifen – allen voran auf die unvermeidbaren Social-Media-Angebote sowie Internet-Radio.

Mazda CX-3 startet mit drei verschiedenen Motoren

Generell präsentiert sich der Mazda CX-3 auf Höhe der technischen Möglichkeiten: Serienmäßig ist das Start-Stopp-System, gegen Aufpreis gibt es ein Head-up-Display (es spielt die Informationen auf eine kleine Kunststoffscheibe) sowie LED-Scheinwerfer und eine ganze Batterie an Helfern: eine Notbremsfunktion bis Stadttempo, Spurhalte- und Tote-Winkel-Assistenten (letzterer warnt auch vor dem Querverkehr beim Ausparken) und einen radarbasierten Abstandstempomat.

Viele Optionen wird es allerdings nur paketweise geben – eine Eigenart japanischer Hersteller, welche die Kombinationsmöglichkeiten klein hält. Dies gilt auch für die Antriebe. Prinzipiell sind drei Motorisierungen am Start: ein 105 PS starker 1,5-Liter-Diesel sowie ein Zweiliter-Benziner in den beiden Leistungsstufen 120 (nur als Frontantrieb) und 150 PS (nur mit Allradantrieb). Nur für den Selbstzünder steht Front- und Allradantrieb zur Wahl.

Bei der ersten Fahrmöglichkeit mit Vorserienmodellen überzeugte vor allem das Dieseltriebwerk mit spontaner und ausreichender Kraftentfaltung bei außergewöhnlich ruhigem Lauf. Mit seinem knackig geführten Schalthebel passt das manuelle Sechsganggetriebe hervorragend zum quirligen Charakter des 1,5-Liters. Auf dem deutschen Markt dürfte dennoch der 120 PS-Benziner stärker nachgefragt werden. Er stand bei der Präsentation nur mit dem Sechsgang-Automatikgetriebe zur Verfügung. Diese Kombination harmoniert nicht besonders gut; zwar wechselt der Automat die Stufen komfortabel durch, doch es scheint viel Tatkraft im Wandler hängen zu bleiben. Wählt man das Sportprogramm, dann schaltet der Mazda CX-3 zwar zackig, orgelt aber selbst bei gleichbleibendem Tempo unangenehm lange in den niedrigen Gängen.

Kleinere Korrekturen durch Mazda erforderlich

Zum dynamischen Design des Mazda CX-3 schien den Ingenieuren eine sportliche Fahrwerks-Abstimmung passend, was sicherlich an den Fahrgewohnheiten der meisten Käufer vorbeigehen dürfte. Gerade in Verbindung mit den aufpreispflichtigen 18-Zoll-Rädern kommen immer wieder deutlich spürbare Stöße durch und es kehrt kaum Ruhe ins Chassis ein – die Balance aus Federrate und Dämpferhärte wirkt noch nicht perfekt. Zudem reagiert die Lenkung auffällig zackig aus der Mittellage, was für einen leicht unruhigen Geradeauslauf sorgt. In beiden Punkten sollte Mazda noch bis zum Produktionsbeginn nachbessern.

Der Basispreis von 17.990 Euro für die 120 PS-Motorisierung dürfte einem Verkaufserfolg dagegen nicht im Wege stehen, eher schon der große Sprung zum besser ausgestatteten Diesel (ab 21.990 Euro). Obwohl die passendste Variante, dürfte die Kalkulation die Absatzchancen stark schmälern. Die Planung sieht fürs kommende Jahr 38.000 Einheiten für Europa vor; 12.000 davon könnten nach Deutschland kommen.

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Technische Daten
Mazda CX-3 Skyactiv-D 105 Center-Line Mazda CX-3 Skyactiv-G 120 Center-Line Mazda CX-3 Skyactiv-G 150 AWD Exclusive-Line
Grundpreis 21.990 € 19.990 € 24.990 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4275 x 1765 x 1535 mm 4275 x 1765 x 1535 mm 4275 x 1765 x 1535 mm
KofferraumvolumenVDA 350 bis 1260 l 350 bis 1260 l 350 bis 1260 l
Hubraum / Motor 1499 cm³ / 4-Zylinder 1998 cm³ / 4-Zylinder 1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 77 kW / 105 PS bei 4000 U/min 88 kW / 120 PS bei 6000 U/min 110 kW / 150 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 177 km/h 192 km/h 200 km/h
Verbrauch 4,0 l/100 km 5,9 l/100 km 6,4 l/100 km
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