Mazda MX-5

Eine Fahrt im aufgefrischten MX-5

Mazda MX-5 Foto: Hersteller 7 Bilder

Knapp vier Jahre nach dem Debüt frischt Mazda die dritte Generation des MX-5 ein bisschen auf. Wirklich neu ist der Roadster deswegen nicht, aber hat er es geschafft, ganz der Alte zu bleiben?

Autoentwickler entwickeln Autos. Das ist eine dieser Konstanten – wie die, dass die Sonne im Osten auf- und im Westen untergeht. Dabei gibt es Autos, bei denen Weiterentwickeln alles verderben könnte. Der Mazda MX-5 ist so ein Fall – seit 20 Jahren wehrt er sich gegen jede Verzärtelung und hat damit all seine direkten Konkurrenten überlebt. Einige Weichmacher konnten jedoch über drei Generationen nicht ausbleiben – etwa die Einführung der optionalen Sitzheizung oder des serienmäßigen Windschotts.

Dezentes Facelift und mehr Extras

So erfreut die Auswirkung der Überarbeitung Traditionalisten: Eigentlich ist nichts passiert. Facelift klingt nach einem gewaltigen Wort für die freundlichere Front, den Heckstoßfänger im Push-up-Look und andere Leuchten. Dem Aussehen des Mazda MX-5 schadet es nicht, aber wer das bisherige Modell fährt, muss sich wegen der Kosmetik nicht grämen. Eher schon wegen des Geldes. Mit 22.000 Euro kostet die neue Basis Centre-Line 200 Euro mehr als die alte, kommt jetzt aber mit allem Wichtigen: ESP, Klima, Radio/CD und 16- Zoll-Alus.

126 PS im kleinen Roadster reichen aus

Den Klimbim der Topversion Sports-Line kann man sich sparen. Verzichten lässt sich noch auf mehr – zunächst mal auf Leistung. Die 126 PS des Eistiegsmodells, das flockig bis 6.500 Touren dreht, genügen sogar für kleine Driftereien völlig. Die lässt das ESP dem Hecktriebler durchgehen, weil er sich dabei selten so übermütig aufführt, dass das Fahrwerk nicht mehr alleine zurechtkommt. Der 160 PS starke Zweiliter, der jetzt bis 7.500/min quirlt, fordert die Elektronik häufiger heraus, weil er den kleinen Roadster schneller antreibt, als für den Fahrspaß nötig wäre. Den erfüllt der Mazda MX-5 noch immer mit seiner Gier, keine Biegung, keinen Einlenkpunkt und keine Chance zum Heckschwänzeln zu verpassen.

Der MX-5 ist ruhiger geworden

Aber mit den Jahren ist er vorsichtiger und erwachsener geworden, stürzt sich nicht mehr mit Gebrüll und Heck voraus in jede Kurve – er hat die ganz wilden Rockerzeiten hinter sich. Selbst Pete Townshend muss ja inzwischen nicht mehr nach jedem zweiten Akkord dringend eine Gitarre zertrümmern. Für alle anderen, die ebenfalls etwas gemütlich geworden sind, bietet Mazda - wie schon bei der zweiten MX-5-Generation - wieder ein Automatikgetriebe an. Doch weil der 1.800 Euro teuren Sechsstufenbox für kurvige Strecken das Gespür fehlt, flippert der Fahrer mit den Schaltwippen dort lieber selbst durch die schnell und ruckfrei wechselnden Gänge.

Viele Extras sind entbehrlich

In der Stadt und auf der Autobahn bekommt der Automat das allein gut hin. Was an seiner Entbehrlichkeit nichts ändert, weil sich die manuellen Getriebe des kleinen Roadsters so schnell, flutschig und kurzwegig schalten. Die Anschlüsse passen schon mit fünf Gängen so gut, dass es die kürzer übersetzte Sechsgang-Variante nicht braucht. Gleiches gilt für das Bilstein-Sportfahrwerk (Serie bei Sports-Line). Es macht den MX-5 nicht agiler, sondern verschandelt den angemessen strammen Federungskomfort ins Bolzige.

Ebenfalls entbehrlich: alle Extras bis hin zum ausstattungsbereinigt 1.600 Euro teuren, versenkbaren Hardtop, mit dem der Mazda Premium-Charakter haben soll und sich bedenklich verweichlicht Roadster-Coupé nennt. Der Wind mag bei hohem Tempo stärker am geschlossenen Stoffdach zupfen, aber der Mazda MX-5 war immer stolz darauf, ein echter Roadster zu sein. Das bleibt er auch nach dem Facelift. Noch so eine dieser Konstanten.

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Technische Daten
Mazda MX-5 1.8 MZR 20th Anniversary Edition
Grundpreis 21.990 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4020 x 1720 x 1245 mm
KofferraumvolumenVDA 150 l
Hubraum / Motor 1798 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 93 kW / 126 PS bei 6500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 194 km/h
Verbrauch 7,0 l/100 km
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