Mazda RX-8

Auf Wohlfühlen programmiert

Mit dem Mazda RX-8 beweist die japanische Ford-Tochter Mut: Der Sportwagen hat vier vollwertige Sitze, vier gegenläufig öffnende Türen und einen Wankelmotor. Verkaufsstart: Juni 2003.

Der 4,43 Meter lange RX-8 trägt die Gene vieler sportlicher Vorfahren in seiner DNA. Mit seinem lässig rund 9000 Touren drehenden Wankelmotor, der in der stärkeren von zwei Versionen 240 PS leistet, kann er es spielend mit „echten“ Sportwagen aufnehmen. Und hinter seiner coupéartigen, weil zweitürig anmutenden Karosserie verbirgt sich in Wirklichkeit ein vollwertiger Viersitzer mit vier Türen und einem Kofferraum, in den zwei Hartschalenkoffer passen.

Die hinten angeschlagenen Fondtüren öffnen gegenläufig zu den Vordertüren und ermöglichen somit ungehindert Zugang zu den Rücksitzen. Die B-Säule scheint völlig zu fehlen. Sie ist aber als Versteifung von außen unsichtbar in die hinteren Türen integriert und soll mit zusätzlichen Verstrebungen im Dach und Bodenblech bei einem Seitenaufprall das gleiche Maß an passiver Sicherheit bieten wie eine konventionelle Karosserie.

Wer in den RX-8 einsteigt, wird nicht enttäuscht. Er passt wie angegossen, ganz gleich, ob man vorne oder hinten Platz nimmt. Die vier Einzelsitze sind körpergerecht geformt, bequem gepolstert und auf Wohlfühlen programmiert.

Serienmäßig mit einem dynamisch akzentuierten ESP ausgerüstet, das im Grenzbereich erst spät bremsend eingreift, lässt sich der neutral bis leicht übersteuernd ausgelegte Hecktriebler wieselflink durch Kurven mit engen wie weiten Radien treiben. Der mit 1340 Kilogramm nicht gerade leichte RX-8 wirkt handlich und ausreichend komfortabel, obwohl grobe Fahrbahnunebenheiten doch deutlich zu den Insassen durchdringen.

Der Wankelmotor ist gewöhnungsbedürftig. Nicht etwa, weil er mit kaum mehr als 200 Nm Drehmoment in allen Bereichen durchzugsschwach wirkt, sondern wegen seines Klangs – es tönt ein wenig nach Kastratenstimme. Und das wirkt in einem Sportwagen nicht gerade potent.

Die Fahrleistungen der beiden Versionen, die sich nur durch die Software des Motormanagements unterscheiden, können sich trotzdem sehen lassen. Sie sind jedoch nur zu erreichen, wenn man das Getriebe fleißig schaltet, was aber angesichts des gut zur Hand liegenden kurzen Knaufs und der präzisen Kulisse – fünf Gänge bei der schwachen, sechs bei der starken Version – eher ein Vergnügen als eine Belästigung darstellt.

Interessenten in Deutschland müssen sich noch bis zum Juni 2003 gedulden. 3000 Einheiten sollen hier jährlich verkauft werden – zu Preisen, die je nach Motorisierung zwischen 30.000 und 35.000 Euro liegen. Das erscheint günstig, zumal der RX-8 mit viel Liebe zum Detail gemacht ist. Das zeigt ein Blick ins Cockpit: viele Ablagen und schöne Armaturen mit einer von Klavierlack überzogenen Mittelkonsole. Hinter einem Porsche Boxster etwa muss sich der Mazda nicht verstecken.

Technische Daten
Mazda RX-8 1.3 Renesis
Grundpreis 29.600 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4430 x 1770 x 1340 mm
KofferraumvolumenVDA 290 l
Hubraum / Motor 1308 cm³ / 2-Zylinder
Leistung 141 kW / 192 PS bei 7000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 223 km/h
Verbrauch 10,6 l/100 km
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