Nissan 350Z, Mazda RX-8, Exterieur Hans-Dieter Seufert
Nissan 350Z, Mazda RX-8, Exterieur
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Nissan 350Z, Mazda RX-8, Exterieur
Nissan 350Z, Exterieur 29 Bilder

Mazda RX-8 und Nissan 350Z

Billiger werden sie nicht

So viel Sportwagen wie bei Mazda RX-8 und Nissan 350Z gibt’s selten fürs Geld. Ab 3.000 Euro lässt sich Wankel wagen, ein Z kostet ab 8.000 Euro.

Sie sind selten geworden: Die Exoten, die plötzlich auf den Markt kommen – und alles anders machen wollen. Kaum jemand versteht sie, nur wenige lassen sich auf sie ein. So geschehen beim Mazda RX-8, dem missgünstige Zeitgenossen sofort das Wankel-Stigma aufdrücken. Denn als Sprössling der RX-Reihe wird er natürlich von einem Kreiskolbenmotor angetrieben, dem Mazda schon seit dem legendären Mazda 110 S Cosmo Sport von 1967 die Treue hält – heute der teuerste Klassiker der japanischen Marke. Hielt, muss man heute sagen, denn der RX-8 ist der vorerst letzte Mazda mit der revolutionären Technologie von Felix Wankel.

Mazdas Wankel-Mut

Mazda war zwar nicht der erste Lizenznehmer, setzte den neuen Motorenansatz aber am konsequentesten um – und in der Pkw-Serienfertigung am erfolgreichsten: Mehr als 20 Evolutionsstufen in solch skurrilen Automobilen wie R130, RX-3, RX-5 und RX-7 bewiesen die Zuverlässigkeit des Wankelmotors, die ja so oft angezweifelt worden war, der Le-Mans-Sieg des 787B von 1991 sogar im Extremeinsatz.

Doch das Image konnte auch der Erfolg beim 24h-Rennen nicht nachhaltig verbessern. Autos mit Wankelmotor werden von vielen immer noch skeptisch ob ihrer Haltbarkeit beäugt. Einen erneuten Versuch, das zu ändern, unternahm Mazda vor über 15 Jahren mit dem RX-8 – und zwar äußerst mutig, denn dieser Wankel-Wagen will vieles besser und anders machen. Schon die Einordnung in eine Fahrzeugklasse fällt schwer.

Sportler oder Limousine?

Ist der RX-8 eine Limousine? Vier Türen und vier Sitzplätze sowie die Seitenlinie hat er ja. Oder ist er ein Sportwagen? Schließlich dreht sein Motor bis weit über 9.000 Touren und leistet 193 PS. Wir nähern uns dem Mazda, der seine Nase so tief am Boden trägt, dass die 18-Zoll-Räder nach oben ausgestellte Kotflügel benötigen. Unser RX-8 von Autopark Ismaning (Tel. 089/21 59 30 13) ist bereits 193.000 km gelaufen, was man ihm weder außen noch innen ansieht.

Von vorne macht der Mazda auf Sport. Das ändert sich mit der Seitenansicht, denn hier schließt sich an die niedrige Front mit langer Motorhaube und flacher Frontscheibe das Kuppeldach an, das den Passagieren möglichst viel Kopffreiheit bieten soll, bevor das Stummelheck ein abruptes Ende setzt. Aus einem Guss wirkt das nicht, doch er kaschiert die hinten angeschlagenen Fondtüren, spendiert ihnen Türgriff-Freiheit. Das Heck erinnert an die Markenfamilie, nur die Nebelschlussleuchte in Form eines abgerundeten Dreiecks gibt einen Wink.

Sportwagen durch und durch

Nissan 350Z, Exterieur
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Der Nissan 350Z ist da schon eindeutiger, hier spricht alle Form nur eine Sprache: Sport! Flache Front, keine Schnörkel, nur wenige Karosseriespalte – und die streng nach geometrischen Grundformen angeordnet – dazu das bullige Heck, der 350Z huldigt der Grundform des Sportwagens. Und seinen Ahnen der Z-Reihe, die 1969 mit dem 240Z begann und bis 1983 auf Reihensechszylinder festgelegt war. 1983 kam dann im 300ZX der erste V6 mit zaghaften 170 PS (der Turbo brachte es auf 228, der Twin Turbo auf 286 PS).

Das änderte sich endgültig mit dem 350Z, der erst mit 280 PS, später dann bis zu 313 PS leistungsmäßig auf Augenhöhe mit europäischen Sportwagen war. Nissan beschränkt sich nun auf Sauger, die Aufladung überließ man den Tunern, die den 350Z schnell für sich entdeckten. So gesehen ist er ein legitimer Nachfolger des Ford Capri – ein günstiger Einstiegspreis kombiniert mit hervorragenden Tuning-Möglichkeiten. Bis zu 600 PS und 800 Nm sind mit Biturbo-Umbauten drin. Wir begnügen uns allerdings mit der Serienleistung, bei deren Angabe Nissan etwas großzügig war. Statt der angegebenen 280 PS bringen es die 350Z erfahrungsgemäß auf etwa 260 bis 270 PS. Wer von diesem Leistungsdefizit etwas merkt, gehört allerdings zu den ganz Sensiblen, denn die steil ansteigende und ab 2.500/min bis 7.000/min nahezu horizontale Drehmomentwelle schiebt mächtig an.

In die Pflege muss investiert werden

350Z-Spezialist Tommy Guhm (GT Motors, 89331 Burgau, Tel. 01 79/ 673 03 99) hat einen rund 114.000 km gelaufenen 350Z in der perfekt passenden Farbe Z-Orange mit schwarzer Lederausstattung mitgebracht. Die Laufleistung sieht man dem Wagen nicht an. „Die Langzeitqualität ist hervorragend“, sagt Guhm, „sofern man ein Mindestmaß an Pflege investiert.“ Offensichtlich war der einzige Vorbesitzer ein sorgsamer Mensch, denn selbst das Leder der Sportsitze scheint neuwertig. Sie gehören zum Premium-Paket, sind daher elektrisch verstell- und beheizbar. Solchen Komfort erwartet man nicht unbedingt in einem Sportwagen, der seine Leistungsfähigkeit unter anderem durch eine Brembo-Bremsanlage zeigt. Hat ein 350Z diese nicht an Bord und fehlen die Seitenblinker, handelt es sich wahrscheinlich um einen US-Import.

Die Sportsitze passen perfekt und geben auch den Schultern noch Halt, wenn es zackig um die Ecken geht und der 350Z wunderbar neutral bleibt. Dafür ist er gemacht: die schnelle Hausstrecke auf der Landstraße. Er lenkt genau dahin, wohin der Fahrer möchte, verwöhnt mit einem ausgewogenen Fahrverhalten – und nicht gerade mit ausgeprägtem Federungskomfort. Anders gesagt: Er liegt hart wie ein Brett. In unserem Fall auch wegen der dezenten Tieferlegung um 30 mm, die man sich jedoch getrost sparen kann.

Ganz anders der Mazda RX-8. Er verwöhnt mit einem großzügigeren Raumgefühl, das besonders gut zur Geltung kommt, wenn auch die Fondtür geöffnet wird. „Herein“, scheint er aufzufordern, „lass uns ein bisschen Spaß haben.“ Der beginnt dann schon mit dem Anlassen. Ein hohes Fiepen, gefolgt von einem turbinenartigen Anlaufgeräusch, dann ist der Kreiskolbenmotor parat und wartet nur noch auf Gasbefehle, die er unnachahmlich spontan in Vortrieb umsetzt. Längsdynamisch ist das ein Spektakel, wenn der Zweischeiben-Wankel bei 8.200/min seine 231 PS herausschreit und bis über 9.000/min dreht – ein fantastisches Stück technisches Kulturgut.

Reisen oder sporteln?

Mazda RX-8, Interieur
Hans-Dieter Seufert

Zum sportlichen Charakter des Motors will die Abstimmung des Fahrwerks nicht so recht passen. Es bietet überraschend viel Komfort, langstreckentaugliche Sitze für zwei Erwachsene vorne und zwei Kinder auf den hinteren Einzelsitzen. Der Seitenhalt des Mobiliars ist allerdings nicht so stark ausgeprägt. Sie setzen dem Kurventreiben ein Ende, bevor das in Federung und Dämpfung recht weich abgestimmte Fahrwerk an seine Grenzen kommt. Was nun? Der Mazda RX-8 möchte alles sein, Limousine für den Alltag, Sportwagen fürs Wochenende, elegantes Coupé für den besonderen Auftritt. Doch wie es so ist mit einem solchen Universalanspruch: Er kann zwar alles ein bisschen, aber nichts besonders gut. Der Nissan 350Z dagegen ist fast schon ein rustikal einfacher Charakter. Für einen geringen Einstiegspreis mimt er den idealen Zweitwagen für die sportliche Tour.

Fazit

Die Zeit ist reif für diese Japaner: Billiger werden sie nicht, und noch gibt’s topgepflegte Ersthand-Autos. Der RX-8 könnte der Letzte seiner Art sein, dafür ist er geradezu unverschämt günstig. Der 350Z ist ein Sportwagen mit tollen Fahrleistungen.

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