Mercedes A 170 CDI Elegance

90 PS leistet eine neue Variante der Mercedes-Common Rail-Diesel, die in der A-Klasse erhältlich ist. Im Fahrbericht der A 170 CDI mit automatischer Kupplung.

Bei Mercedes wird wie nie zuvor unter Hochdruck gearbeitet – nicht nur wegen langer Lieferfristen bei SLK und CLK, sondern auch aufgrund der neuen Diesel-Generation, die den Kraftstoff über ein gemeinsames Druckreservoir (Common Rail) an die Einspritzdüsen verteilt, von wo er mit bis zu 1350 bar direkt in die Brennräume gejagt wird. Das CDI-Prinzip zieht nach C- und E-Klasse (siehe Vergleichstest ab Seite 34) im August auch in die A-Klasse ein: als neuer Vierzylinder mit Turbolader in den zwei Varianten A 160 (60 PS) und A 170 (90 PS, mit Ladeluftkühlung).

Von den Benzinern hebt sich der stärkere Selbstzünder besonders durch ein besseres Ansprechverhalten ab. Der Vierzylinder setzt die Befehle des Gasfußes praktisch ohne Turboloch so spontan in Vortrieb um, daß es Spaß macht, sein Temperament herauszufordern. Sein gutes Durchzugsvermögen verdankt der Motor einem maximalen Drehmoment von 180 Newtonmetern, das in einem breiten Drehzahlband zwischen 1600 und 3200/min zur Verfügung steht. Der Diesel erlaubt so eine niedertourige, schaltfaule Fahrweise – obgleich der Griff zum Schalthebel in dem hier mit automatischer Kupplung ausgerüsteten A 170 Spaß macht. 

Gegen 1276 Mark Aufpreis erfolgt die Kupplungsbetätigung per Elektromotor: Ein Sensor erkennt den Schaltwunsch des Fahrers, sobald dieser vom Gas geht und den Schalthebel bewegt – ein Prozeß, der problemlos funktioniert und besonders Fahranfängern das Risiko des Motor-Abwürgens erspart. Eine weitere Stärke des Diesels, der die D3-Abgasnorm erfüllt: sein niedriger Verbrauch. Laut Werksangabe benötigt die 90 PS-Variante 4,9 Liter pro 100 Kilometer und verfügt mit dem 54 Liter-Tank über eine Reichweite, die mehr als 1000 Kilometer beträgt. Einschränkungen müssen beim A 170 CDI aber bei der Laufkultur gemacht werden.

Im Gegensatz zum C 220 CDI verschweigt der Diesel hier zu keinem Zeitpunkt seine Abstammung. Die dieseltypische Geräuschkulisse ist speziell bei langsamer Fahrt durch die Stadt kaum zu überhören. Erst bei höheren Geschwindigkeiten tritt das Nageln hinter andere Geräusche zurück. Der Grund für den kräftigen Ton: Der Motor ist anders als beim C 220 ungekapselt und sitzt durch die Sandwich-Bauweise der A-Klasse sehr nah an der Spritzwand, wodurch er sich akustisch Zutritt in den Innenraum verschafft. 

Das hohe Gewicht des Dieselmotors führt zudem zu einer etwas schwergängigeren Lenkung, ohne jedoch die an sich gute Handlichkeit der A-Klasse unangenehm einzuschränken. Als störender erweist sich da die eingeschränkte Traktion des Fronttrieblers beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven sowie der nach wie vor unbefriedigende Federungskomfort. Mercedes hat sich zwar noch einmal Feinschliff am Fahrwerk (geänderte Dämpferabstimmung) vorgenommen und das Ansprechverhalten auf langen Bodenwellen etwas verbessert, am Grundübel der insgesamt zu straffen Abstimmung hat sich aber zumindest in der Version mit Sportfahrwerk nichts geändert. Unverändert auch die Preispolitik. Mit 35 032 Mark kostet der A 170 CDI rund 2000 Mark mehr als der vergleichbare Benziner. Es ist also ein teures Vergnügen, mit dem kleinen Selbstzünder unterwegs zu sein. Aber immerhin ist es ein Vergnügen. 

Technische Daten

Mercedes A 170 CDI Elegance
Grundpreis 21.292 €
Außenmaße 3575 x 1719 x 1575 mm
Kofferraumvolumen 390 bis 1040 l
Hubraum / Motor 1689 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 66 kW / 90 PS bei 4200 U/min
Höchstgeschwindigkeit 172 km/h
Verbrauch 5,4 l/100 km
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