Mercedes A 210

A-Klasse mit 140 PS

Im fünften Jahr nach der Markteinführung 1997 toppt Mercedes die A-Klasse mit dem A 210 Evolution. Erster Fahrbericht.

Eigentlich erwartet man von einem sportlichen Mercedes-Top-Modell, dass die drei Buchstaben AMG des Haustuners am Heck prangen. Doch bei der A-Klasse kam alles anders. Ursprünglich als A 21 AMG geplant – was Mercedes allerdings bestreitet -, mussten die Stuttgarter wegen Problemen in der Motorenentwicklung einen Rückzieher machen. Auf ein sportliches Modell wollte man dennoch nicht verzichten. Deshalb konzentrierte man sich nur aufs AMG-Styling und gab dem jüngsten Kind den Namen A 210 Evolution.

Da steht er also, der Sportler – mit dem Karosserie-Styling von AMG, den Windleitblechen, den 17-Zoll-Leichtmetallrädern (Reifendimension: 205/40), die den Blick auf schwarz lackierte Bremssättel freigeben, den bläulichen schimmernden Interferenz-Blinkleuchten in den Klarglas-Frontscheinwerfern, den Außenspiegeln mit den integrierten Blinkleuchten (nur A 210) und den roten Zierstreifen rundum. An der Front fallen die kraftvoll gestaltete Bugschürze mit integrierten Nebelscheinwerfern auf und der silberne Kühlergrill mit gelochten Lamellen. Die Seiten zieren AMG-Seitenschwellerverkleidungen. Und am Heck signalisieren die Heckschürze und die beiden verchromten Auspuffendrohre, dass unter der Haube ein großes Herz schlagen muss.

Der Vierzylinder-Reihenmotor – abgasarm nach D4-Norm – wurde neu entwickelt. Er holt sich aus 2084 Kubikzentimeter 103 kW (140 PS bei 5.500 /min) und hat ein maximales Drehmoment von 205 Nm bei 4.000/min. In PS ausgedrückt ist das ein Plus von 15 gegenüber dem bisherigen Topmodell A 190. Damit so viel Kraft sicher auf der Straße gehalten werden kann, nahmen die Stuttgarter auch Veränderungen am Fahrwerk vor. Neue Feder-Dämpfer-Elemente und ein stärker dimensionierter Stabilisator an der Hinterachse sind die Kennzeichen des Sportfahrwerks. Im Zaum gehalten wird der bis zu 203 km/h schnelle A 210 von einer Bremsanlage mit innenbelüfteten und perforierten Scheiben vorn und massiven Scheiben an der Hinterachse.

Auch im Innenraum zeigt sich eine klare Abgrenzung zu den anderen Modellvarianten der A-Klasse. Er erwartet die Insassen unter anderem mit schiefergrau-heller Leder-Alcantara-Ausstattung, einem Kombiinstrument mit silbernem Zifferblatt und neuer Grafik, gebürstetem Aluminium auf der Mittelkonsole und an den Türinnenverkleidungen sowie silbernen Sicherheitsgurten. Die Sportpedalanlage mit Edelstahleinlagen und Gumminoppen rundet die sportliche Note im Innenraum ab.

Überhaupt macht der Innenraum einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Die Schalter sind übersichtlich angeordnet. Mit dem Lederlenkrad hat man richtig was in der Hand. Und das Kombiinstrument mit Drehzahlmesser, Tachometer und Tankanzeige ist gut ablesbar.

Doch fährt sich der A 210 so sportlich, wie er aussieht? Die Antwort lautet: Ja. Die zur ersten Probefahrt zur Verfügung gestellte Langversion mit Fünfgangautomatik (1.450 Euro Aufpreis) tritt kraftvoll an, sind erst mal die leichten Traktionsprobleme an der Vorderachse überwunden. Der Motor gibt sich kultiviert, ist allerdings in jedem Geschwindigkeitsbereich akustisch präsent, ohne dabei aber aufdringlich zu wirken. Gute Arbeit leistet auch die Fünfgang-Automatik. Sie wechselt die Gänge weich und ohne jede Hektik.

Trotz seiner rund 1,2 Tonnen lässt sich der 3,8 Meter lange A 210 relativ handlich auf kurvigen Landstraßen bewegen, was auch ein Verdienst der direkten Lenkung ist. Treibt man es allerdings etwas zu toll, stabilisiert ESP das Auto wohldosiert. Bemerkenswert ist die Abstimmung des Fahrwerks gelungen: sportlich, aber durchaus angenehm. Lediglich bei starken Unebenheiten holpert der A ein wenig. Und: Die Seitenneigung wurde gegenüber den anderen A-Klasse-Varianten etwas verringert.

Bleibt zu erwähnen, dass es den A 210 Evolution in den Farben Polarsilbermetallic und Nachtschwarz gibt. Serienmäßig sind die elektronischen Helfer ESP, ABS und ASR sowie der hydraulische Bremsassistent. Ebenso der Fahrer- und Beifahrer-Airbag und die Sidebags vorn. Windowbags dagegen kosten 389 Euro extra.

Überhaupt langen die Schwaben beim Preis kräftig in die Portemonnaies der Käufer: Die Kurzversion des A 210 Evolution kostet 24.360 Euro, für die 17 cm längere Variante kommen noch einmal 1.102 Euro dazu. Und wer eine Klimaanlage (plus 1.276 Euro) und ein Navigationssystem mit Radio haben möchte, kratzt schon an der 30.000-Euro-Marke – ganz schön viel für 3810 Millimeter Auto.

Technische Daten
Mercedes A 210 Evolution
Grundpreis 24.824 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3640 x 1719 x 1587 mm
KofferraumvolumenVDA 390 bis 1740 l
Hubraum / Motor 2084 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 103 kW / 140 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 203 km/h
Verbrauch 8,0 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Noch nicht registriert?

Erstellen Sie jetzt Ihr kostenloses Profil und profitieren Sie als registrierter Nutzer von folgenden Vorteilen:

  • Exklusiver Zugriff auf alle Test- und Messdaten der Redaktion
  • 360°-Ansichten von Autos
  • Schneller PDF-Kauf
Kostenlos anmelden
Neues Heft
Top Aktuell Honda CR-V Honda CR-V im Fahrbericht 1,6-Tonnen-SUV braucht nur 6,3 Liter
Beliebte Artikel Genf Der neue Mercedes CLK ist da Ford Focus Turnier 2018, Exterieur Ford Focus Turnier (2018) Erste Fahrt im Kompakt-Kombi
Anzeige
Sportwagen Porsche 911 991 (2018) GT3 Touring-Paket Porsche 911 Carrera bis GT2 RS Elfer-Einmaleins in 5 Minuten Subaru WRX STI Diamond Edition Subaru WRX STI Diamond Edition 354 PS aus Südafrika
Allrad Jeep Gladiator JT Pickup Jeep Wrangler Gladiator (2019) Erste Bilder durchgesickert Toyota Tundra Kalifornien Toyota Tundra im Waldbrand-Einsatz Retten bis das Rücklicht schmilzt
Oldtimer & Youngtimer Mercedes 280 SE 3.5 Cabriolet W111 (1970) Wiesenthal Mercedes-Auktion Wiesenthal Familiensammlung unterm Hammer Porsche Carrera GT Werksrestaurierung Porsche Classic Carrera GT 13 Jahre alt, aber jetzt fabrikneu
Promobil Mobile Menschen im Hymercar 323 Von der Auszeit zum Vanlife Zwei Vollzeit-Nomaden im Camper Hartnäckiger Schmutz Moos, Regenstreifen, Harz Tipps für hartnäckige Fälle
CARAVANING Tabbert Vivaldi 550 E Tabbert Vivaldi im Supertest Neues, modernes Design für 2019 Bleder Insel Caravan-Tour Slowenien Schöne Städte und Landschaften