Mercedes A-Klasse E-Cell Fahrbericht

So fährt der Kompaktwagen mit Elektro-Antrieb

1210, Mercedes A-Klasse E-Cell Foto: Daimler 21 Bilder

Die Mercedes A-Klasse E-Cell macht den Anfang. Mercedes baut eine Kleinserie elektrifizierter A-Klasse-Modelle. Bis Ende 2011 sollen im A-Klasse-Werk Rastatt Zug um Zug 500 Exemplare der E-Cell-Serie entstehen, um weitere Erfahrungen mit Elektroautos zu sammeln. Erste Fahreindrücke des kompakten Stromers mit dem Stern im Grill.

Das wurde aber auch Zeit: 13 Jahre nach dem Debüt der A-Klasse wird erstmals der doppelte Boden der hoch bauenden Karosserie so genutzt, wie sich die A-Klasse-Konstrukteure das Mitte der 90er-Jahre vorgestellt hatten – als Staufach für voluminöse Batteriepakete in der Mercedes A-Klasse E-Cell.

500 Mercedes A-Klasse E-Cell in Kleinserie

Bislang war das nur vereinzelt bei Prototypen geschehen, jetzt läuft im A-Klasse-Werk Rastatt die Fertigung einer E-Cell-Kleinserie an, deren Auflage bis Ende 2011 insgesamt 500 Einheiten erreichen soll. Die Mercedes A-Klasse E-Cell werden an Flottenbetreiber und Privatleute für 1.071 Euro pro Monat einschließlich Komplett-Service vermietet mit dem Ziel, weitere Erkenntnisse über die Nutzung von E-Autos und die Rahmenbedingungen der neuartigen E-Mobilität zu erhalten.

Herzstücke der kompakten E-Cell-Variante sind zwei Lithium-Ionen-Batteriepakete, die das amerikanische Elektroauto-Unternehmen Tesla Motors beisteuert. An ihm hält Mercedes eine Zehn-Prozent-Beteiligung. Bei den Akkus handelt es sich um einen Doppelpack jener Batterie, die auch den elektrifizierten Smart Fortwo antreibt. In der Mercedes A-Klasse E-Cell bieten die Energiespeicher gemeinsam eine Kapazität von 36 Kilowattstunden, womit einschließlich der Energierückgewinnung durch Rekuperation eine Reichweite von 225 Kilometern gewährleistet sein soll. Ein respektabler Wert, der den normalerweise üblichen Mobilitätsbedarf eines Zweitwagen-Fahrers im urbanen Einsatz deckt.

Mercedes A-Klasse E-Cell mit kräftigem Antritt

E-Cell-Fahren ist easy: Nach der Zündschlüsseldrehung nimmt der im Bug installierte Elektromotor fast unmerklich die Arbeit auf. Wählhebel auf der Mittelkonsole auf Position D schieben und damit den einzigen Vorwärtsgang einlegen. Etwas Gas geben und sofort setzt sich die Mercedes A-Klasse E-Cell nahezu lautlos in Bewegung.

Mit kraftvollem Antritt reagiert sie spontan auf Gaspedalbewegungen, weil ihre Maschine – anders als ein Verbrennungsmotor – von der ersten Umdrehung an das volle Drehmoment von 290 Newtonmetern zur Verfügung stellt. Die Dauerleistung des Mercedes A-Klasse E-Cell beträgt 68 PS, per Kickdown aktiviert der Motor kurzfristig die Overboost-Funktion und damit 95 PS. Das reicht allemal für ansprechende Fahrleistungen im unteren Geschwindigkeitsbereich, wie die Werksangaben für die Beschleunigung von null auf 60 km/h in 5,5 und auf Tempo 100 in 14 Sekunden zeigen. Die Höchstgeschwindigkeit des Mercedes A-Klasse E-Cell ist elektronisch auf 150 km/h begrenzt.

Nach einigen Kilometern Fahrt in der Mercedes A-Klasse E-Cell lernt man die lineare Kraftentfaltung des maximal 1.700 Touren drehenden E-Motors zu schätzen, unterstützt sie doch ebenso wie ein sanft agierender Gasfuß eine gelassene, souveräne Gangart. Und die passt prima zum Einsatz im Stadtbereich und der geringen Geräuschentwicklung der Antriebstechnik. Denn außer leisem Surren und gelegentlichem dezenten Heulen des Generators bei niedrigem Tempo gibt es keine akustische Rückmeldung. Ist das innerstädtisch erlaubte Höchsttempo erreicht, geben im Mercedes A-Klasse E-Cell allein Abroll- und Fahrgeräusche den Ton an.

Ladezeit zwischen drei und acht Stunden

Trotz des im Vergleich zum 82 PS starken A 160 CDI um rund 300 Kilogramm höheren Leergewichts wirkt der Mercedes A-Klasse E-Cell keineswegs behäbig. Er folgt zügig den Befehlen seiner direkter übersetzten Lenkung und wirkt erstaunlich agil - mit ein Verdienst seines niedrigeren Schwerpunkts. Den verdankt er ebenso wie sein Mehrgewicht vor allem den schweren Batterien im doppelten Wagenboden sowie der aufwändigen Flüssigkeitskühlung von Stromspeichern und E-Motor.

Aufgeladen werden die Akkus entweder an der heimischen Steckdose oder an speziellen Ladestationen. Um für 100 Kilometer Reichweite Energie nachzutanken, muss die Mercedes A-Klasse E-Cell acht Stunden an die 230-Volt Steckdose oder drei Stunden ans Hochvolt-Netz. Gleichzeitig kann der Wagen auch vorklimatisiert werden, um im späteren Fahrbetrieb dafür keine Energie aufwenden zu müssen. Der Status des Ladevorgangs lässt sich bei Bedarf auch via Internet oder Smartphone überwachen.

E-Auto ohne Alltagseinschränkung

Während der Fahrt informieren in der Mercedes A-Klasse E-Cell eine Multifunktionsanzeige im Instrumentenbrett über Batterieladezustand, gefahrene Kilometer, restliche Reichweite sowie noch vorhandene Energie. Ebenso werden die aktuell verfügbare Antriebsleistung und im großen Zeigerinstrument die momentan abgerufene beziehungsweise die Rekuperationsleistung angezeigt.

Ein besonderer Vorzug im Vergleich zu anderen nachträglich elektrifizierten Autos ist der uneingeschränkte Nutzwert des Mercedes A-Klasse E-Cell. Also doch noch: Ein Hoch auf den doppelten Boden, den alle konventionell angetriebenen Versionen seit 13 Jahren nutzlos mit sich herumschleppen.

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