Mercedes CLC

Weißes Eisen

Foto: Dirk Weyhenmeyer 7 Bilder

Das gründlich überarbeitete Sportcoupé, das jetzt als CLC firmiert, soll jugendliche Einsteiger für Mercedes gewinnen.

Großes Facelift oder wirklich ein neues Modell? Beim CLC, den Mercedes ab Juni zu den Kunden schickt, lässt sich darüber trefflich streiten. Okay: Das Auto kommt deutlich anders daher als sein Vorgänger. Seine Front stammt fast eins zu eins von der aktuellen C-Klasse, und das Heck wirkt erwachsener. Unterm Blech bleibt der Zweitürer aber weitgehend der Alte, sieht man von einigen Überraschungen ab. Sie sollen dafür sorgen, dass der Kompakt-Daimler auf Lampenhöhe mit Audi A3 und BMW Einser bleibt. Eigentlich sollte ein größeres Kurz- Modell als drittes und gar viertes Mitglied der neuen C-Klasse das wenig erfolgreiche Sportcoupé ablösen – einmal als Coupé, einmal als Cabrio.

Rundumkur für den CLC

Aber die kostentreibenden Turbulenzen um den ehemaligen Juniorpartner Chrysler zwangen zum Kompromiss. Mercedes hat dem 230.000 Mal abgesetzten Viersitzer mit dem markanten Vieraugen- Gesicht und der geteilten Heckscheibe darum eine Rundumkur angedeihen lassen und schickt ihn als Einstiegsmodell oberhalb von A- und B-Klasse auf die Straße. Über 1.100 Teile des Zweitürers wurden verändert oder angepasst, beispielsweise durch die Übernahme von Baugruppen des überarbeiteten CLK, der ebenfalls auf der alten C-Klasse basiert.

Äußerlich ist der CLC um stattliche elf Zentimeter länger geworden, aber die Innenraumgröße blieb unverändert. Vorn sitzt es sich gut, stärker ausgeformte Sitze bescheren erstaunlich viel Seitenhalt. Direkte Übernahmen von der neuen C-Klasse waren wegen deren anderer Architektur nicht möglich – darum wurde das Cockpit nur aufgefrischt. Das Farbdisplay bleibt an zu tief positionierter Stelle – bietet aber nun den Zugang zu einer neuen Telematikgeneration. Auch die bedienfreundliche Sprachsteuerung (Linguatronic) via Voice-Control-Hebel ist lieferbar.

Wenig Platz im Fond

Den Platz im Fond sollte man indes nur Kindern oder Leuten anbieten, denen man immer schon mal einen Denkzettel verpassen wollte: Kopf- und Kniefreiheit sind knapp bemessen, während das serienmäßige Easy-Entry-System einen akzeptablen Zugang ermöglicht. Die Kofferraumgröße liegt wie bisher bei 310 Litern, durch Vorklappen der Rückbank wächst das Ladevolumen auf 1.100 Liter. Hilfreich, dass die Ladekante nicht zu hoch und die 140 Zentimeter lange Ladefläche, die sich durch Umlegen von teilbarer Bank und Lehne ergibt, topfeben ist.

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Beim Antrieb hat sich ebenfalls nur wenig geändert, zum Einsatz kommen sechs Motoren: zwei 2,2-Liter-Diesel, zwei Vier- und zwei Sechszylinder- Benziner. Nur der CLC 200 Kompressor erstarkte - von 163 auf 184 PS, bei gleichzeitiger Anhebung des maximalen Drehmoments. Damit wirkt er souverän und durchzugsstark. Beim Sportcoupé wurden stets vor allem die aufgeladenen Vierzylinder-Versionen geordert, wobei aber die bisherigen Diesel angesichts neuer CDI-Motoren nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind.

Automatikgetriebe als Extra

Serienmäßig sind Sechsgang-Schaltgetriebe mit einem um zehn Millimeter gekürzten Joystick, der schnelle Gangwechsel ermöglicht. Wirklich knackig ist die nicht ganz exakte Schaltung indes nicht. Als Extra gibt es Automatikgetriebe – mit fünf Stufen für die Vier-, mit sieben für die Sechszylinder. Sportlich ambitioniert wirkt der komfortabel abgestimmte CLC beim Fahren nie, er erinnert in Agilität, Spurtreue und Lenkverhalten deutlich an die bisherige C-Klasse. Wer ihn als spontaner agierendes, fahraktives Spaßmobil erleben will, sollte in das optionale Sport- Paket (1.339 bis 2.195 Euro) investieren. Dafür gibt es nicht nur ein Sportfahrwerk, 18-Zoll-Räder, Sportlenkrad (Automatikversion mit Schalttasten) und eine individuellere Gestaltung rundum, sondern auch die faszinierende Direktlenkung, die Übersetzung und Servo-Unterstützung je nach Geschwindigkeit und Kurvenwinkel dosiert.

28.114 Euro kostet die Einstiegsversion

Mindestens 28.114 Euro kostet der Einstieg in die Welt der Mercedes-Hecktriebler, wenn man den ausschließlich in Brasilien gebauten CLC als 180 Kompressor wählt - immerhin zirka 3.000 Euro weniger als für die modernere C 180 Limousine, aber noch deutlich über den Basistarifen für Audi A3 und BMW Einser. Ob Mercedes da bessere Verkaufszahlen erzielen wird als mit dem Vorgänger?

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Technische Daten
Mercedes CLC 200 Kompressor
Grundpreis 30.167 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4448 x 1728 x 1405 mm
KofferraumvolumenVDA 310 bis 1100 l
Hubraum / Motor 1796 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 135 kW / 184 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 235 km/h
Verbrauch 7,8 l/100 km
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