Mercedes CLS und CLK

Initial-Zündung

Foto: Mercedes-Benz 6 Bilder

Mercedes zeigt Mut. Der neue V6-Diesel sorgt jetzt auch im CLS 320 CDI und der Coupé und Cabrioversion des CLK 320 CDI für viel Drehmoment.

Ein Dieselmotor passt nicht zu einem sportlichen Coupé, so lautet oftmals noch die Meinung: kein Sound, keine hohen Drehzahlen und darüber hinaus noch ein Qualmer. Damit disqualifizierte sich der Diesel lange Zeit als Alternative für sportliche Autos. Doch die Zeiten haben sich geändert. Geht es um das Thema Fahrspaß, ziehen die modernen Turbodiesel mit ihrem bulligen Drehmoment aus dem untersten Drehzahlkeller heraus schon an den vergleichbar großen Benzinern vorbei.

Die Direkteinspritzer klingen zwar immer noch nicht aufregend, aber zumindest zurückhaltend, und dank innermotorischen Maßnahmen sowie der Einführung des Partikelfilters raucht es auch nicht mehr. Für sportliche Fahrer wiegt schwerer, dass ein moderner Diesel auf Langstrecken aufgrund des deutlich niedrigeren Spritverbrauchs im Schnitt schneller unterwegs sein kann als sein fremdgezündetes Pendant.

Wie glorreich deshalb Mercedes die Zukunft des Diesels über alle Autosparten hinweg sieht, demonstrierte der Stuttgarter Auto-Pionier schon auf dem diesjährigen Genfer Salon mit den Visionen eines SLK 320 CDI und eines SL 400 CDI. Ob und wann diese Modelle auf dem Markt erscheinen, steht derzeit aber noch in den Sternen.

Partikelfilter: Ab Sommer serienmäßig für alle CDI

Definitiv kommen ab Juni der CLK in der Coupé- und Cabrioversion sowie ab August der CLS als 320 CDI mit dem neuen 224 PS starken Sechszylinder-Aggregat. Für den CLK gibt es zeitgleich eine akzentuiertere Frontpartie und einen spürbar aufgewerteten Innenraum.

Der in der C-Klasse schon im Januar eingeführte 320 CDI Motor repräsentiert den ersten Vertreter der dritten CDI-Generation. Ebenfalls neu: der 420 CDI-Achtzylinder in der EKlasse, der künftig auch in der neuen S-Klasse eingesetzt wird.

Das herausragende Kennzeichen der neuen Dieselmotoren sind besonders schnelle Piezo-Einspritzdüsen, die bis zu fünf Einspritzvorgänge
während eines Arbeitstaktes erlauben. Diese Multi-Injektion führt zu zwei positiven Effekten: Der Verbrennungsverlauf und damit die Laufkultur werden weiter harmonisiert und der Schadstoffausstoß gesenkt.

Unter anderem dient eine Nacheinspritzung auch der Vorbereitung für die spätere Reinigung der Abgase durch den Partikelfilter (ab Sommer serienmäßig in allen CDI). Praktischer Nebeneffekt: Dermaßen saubere Dieselmotoren belästigen Cabriofahrer dann auch im Stand oder beim Rückwärtsfahren nicht mit ungebührlichen Gerüchen. Einer der Gründe, warum Mercedes nach fast 70 Jahren Abstinenz endlich wieder ein Selbstzünder-Cabrio auf den Markt bringt.

Mit Ausnahme der Nachkriegs-Spezialversion 170D OTP war der 260 D von 1936 der erste und bisher einzige offene Diesel-Personenwagen unter dem Stern. Schütteln, rütteln und nageln gehörte damals noch zum Geschäft.

Der Dreiliter-Common-Rail-Diesel überzeugt durch Kraft und hohe Laufruhe

Der Motor des CLK 320 CDI Cabrios gibt sich dagegen auch bei geöffnetem Dach nur im Stand und bei beherzter Beschleunigung als Ölbrenner zu erkennen. Dann dringt ein subtiles Nageln an die Ohren, aber so zart und weich, dass der Fahrer nach einiger Zeit die selbstzündende
Wirkungsweise akustisch vollkommen vergisst.

Ein Tritt aufs Gaspedal sorgt dann wieder für das Schließen der Erinnerungslücke. Dann beschleunigt das 1.785 Kilogramm schwere Cabrio mit der Vehemenz von 510 Newtonmetern schon aus 1.600 /min heraus. Beständig kraftvoll durcheilt der Motor das Drehzahlband.

Nicht bedient werden jedoch Freunde der brutalen Hammerschlag-Beschleunigung. Dafür fehlt das entsprechende Turboloch. Das ist auch ein Verdienst der optionalen Siebengang-Automatik 7G-tronic, die durch samtige und schnelle Gangwechsel geschickt auf dem satten Drehmomentberg reitet. Damit geht der CLK sogar schneller als mit dem manuellen Sechsgang-Getriebe.

Im CLS zeigt sich das Dreiliter-Vierventilaggregat nochmals leiser, aber ebenso sportlich und beschleunigt den 1,8-Tonner in sieben Sekunden von
null auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt aufgrund des deutlich höheren Gewichts mit 246 km/h aber etwas niedriger als bei der Coupé-Version des CLK mit 250 km/h.

So lässt sich das extravagante Viersitzer-Coupé allzeit souverän fahren. Ein mit 306 PS deutlich stärkerer Achtzylinder-Benziner im CLS 500 kann sich nur im Bereich jenseits von Tempo 200 durch mehr Nachdruck deutlich absetzen. Der dafür erforderliche Spritaufschlag liegt aber hoch, denn der 320 CDI verbraucht laut Mercedes mit 7,6 Litern pro 100 Kilometer
über vier Liter weniger.

Trotzdem sind die neuen Mercedes-Modelle nichts für Sparfüchse, denn mit Basispreisen von 48.488 Euro für das CLK Cabrio und 55 622 Euro für den CLS verlangt der zweifelsohne große Dieselspaß einen hohen Obolus.

Technische Daten
Mercedes CLK 320 CDI Cabriolet Elegance Mercedes CLS 320 CDI
Grundpreis 53.520 € 56.434 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4652 x 1740 x 1413 mm 4913 x 1873 x 1403 mm
KofferraumvolumenVDA 390 l 505 l
Hubraum / Motor 2987 cm³ / 6-Zylinder 2987 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 165 kW / 224 PS bei 3800 U/min 165 kW / 224 PS bei 3800 U/min
Höchstgeschwindigkeit 246 km/h 246 km/h
Verbrauch 7,4 l/100 km 7,6 l/100 km
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