05/2019  Mercedes GLB Erlkönig Fahrbericht Daimler

Mitfahrt Mercedes GLB (2019)

Unterwegs im kompakten 7-Sitzer-SUV

Noch im Herbst 2019 kommt der Mercedes GLB auf den Markt. Der geräumige SUV auf Basis der Kompaktklasse-Plattform musste im Winter Schwedens zeigen, was er drauf hat.

SUVs sind nicht nur die neuen Kompaktwagen, sondern auch die neuen Vans. Mercedes baut jetzt auf der Plattform der A-Klasse nicht nur den Nachfolger des SUV GLA, sondern analog zur B-Klasse auch einen geräumigen Bruder. Ehe der GLB im Juni debütiert, war er auf Erprobungsfahrten am Polarkreis.

Einen ersten Eindruck vom GLB konnten wir uns schon im Vorfeld der New York Autoshow verschaffen, zumindest im Concept Car. Der Innenraum zeigte trotz Showcar-Bling-Bling und übertrieben edlen Materialien schon, was auch in der Serie zu erwarten ist: Das Cockpit des GLB wird kompakte Daimler-Standardware, ohne dass man sich damit verstecken müsste. Ganz im Gegenteil. Die beiden riesigen Displays vor dem Lenkrad und auf der Mittelkonsole, die die digitalen Instrumente und das aktuellste MBUX-Infotainment beherbergen, gibt’s so nur beim Mercedes.

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Das Cockpit mit dem großen freistehenden Display erinnert an die A-Klasse.

Drei Sitzreihen auf Wunsch

Die Abmessungen verändern sich zur Serie kaum mehr. Der GLB ist mit 4,63 Meter Länge nur drei Zentimeter kürzer als der GLC, der auf der Heckantriebsplattform der C-Klasse steht. Bei der MFA(2) (Modulare Frontantriebsplattform) mit Quermotor reicht das für eine optionale dritte Sitzreihe. Die zweite ist auf Wunsch um 14 Zentimeter längs verschiebbar, die Lehnenneigung verstellbar. Das ergibt ein großzügiges Platzangebot in der zweiten Sitzreihe. Selbst große Erwachsene haben genug Kopf- und Beinfreiheit. Reihe drei bietet, sagt Mercedes, mehr als Notsitze. Größer als 1,69 Meter sollten die Passagiere ganz hinten aber nicht sein. Dafür gibt es im Siebensitzer dann vier Isofix-Halterungen für Kindersitze. Der Kofferraum bleibt selbst mit sieben Sitzplätzen noch 500 Liter groß, als Zweisitzer soll der GLB etwa 1800 Liter mitnehmen können.

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Im Concept Car ist die dritte Sitzreihe schon.

Das gute Platzangebot rührt vom gegenüber der B-Klasse um 10 Zentimeter auf 2,82 Meter gewachsenen Radstand, die der GLB in der Gesamtlänge um satte 21,5 Zentimeter überragt. Damit konkurriert der GLB in etwa mit dem allerdings nochmals sieben Zentimeter längeren VW Tiguan Allspace. Mit diesen Maßen kann der GLB noch behände fahren. Trotzdem ist das Verhältnis zwischen Anzahl der Sitzplätze und Verkehrsfläche ordentlich. Für China, wo der GLB neben Mexiko auch gebaut wird, kommt allerdings eine L-Version mit noch mehr Radstand.

Allradantrieb für alle Motoren

Nicht geben wird es hingegen die Luftfederung der größeren SUV von Mercedes. Aber das ist bei der Konkurrenz nicht anders. Wie bei der kommen in Daimlers Kompakt-SUV nur Vierzylinder (der A-Klasse) unter die Haube. Zu Beginn decken zwei Benziner und ein Diesel ein Leistungsspektrum zwischen etwa 140 PS und 225 PS ab.

Den auch hier 4Matic genannten Allradantrieb gibt es für die meisten Motoren. Aber er stammt aus dem Kompaktregal und ist nicht vergleichbar mit dem Setup, das zum Beispiel für das G-Modell verwendet wird. Im regulären Fahrbetrieb (Eco/Comfort) ist eine Momentverteilung von 80:20 (Vorderachse:Hinterachse) aktiv, im „Sport“-Modus sind es 70:30. Im Offroadmodus schließlich wird die Lamellenkupplung an der Hinterachse als Längssperre verwendet, die Basis-Kraftverteilung beträgt dann 50:50. Das dürfte locker für alles reichen, was dem GLB im Alltag begegnen wird. Auch auf den verschneiten Wegen in Schweden hat der Kompakte keine Probleme.

Deutlich teurer als der Tiguan Allspace

Beim Preis dürfte wie so oft die Konkurrenz Vorteile haben. Genaue Daten und einen Preis nannte Mercedes noch nicht, aber der GLB dürfte mindestens 3000 Euro teurer sein als ein ähnlich ausgestatteter GLA, der noch auf der MFA1 steht und mindestens 30.330 Euro kostet. Dann hat der GLA aber nur 122 PS (Benziner). Der 136-PS-Diesel kostet im GLA schon 36.658 Euro, der gleich motorisierte GLB dürfte dann also etwa 40.000 Euro teuer werden. Ein Tiguan Allspace mit 150-PS-TDI hingegen bleibt unter 34.000 Euro.

Mercedes GLB Wintererprobung: Der 7-Sitzer im Schnee

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Fazit

Vieles am GLB könnte ihn zum Kundenliebling machen. Das kantige SUV-Design zum Beispiel oder das Platzangebot und das A-Klasse-typische Interieur mit den schicken Bildschirmen und dem Bediensystem MBUX. Der Preis wird aber wohl nicht dazugehören.

Anders als etwa der Volvo XC40 oder die Frontantriebs-Vans von BMW wird der GLB nicht als Hybrid kommen – für eine elektrische Hinterachse bzw. Batterien lässt die 7-Sitzer-Option keinen Platz. Aber ein reiner Elektroantrieb ist für den GLB denkbar, allerdings nicht auf der aktuellen Kompakt-Plattform, sondern auf Basis des neuen Elektro-Baukastens. Ab 2022 könnte er als EQ B das vierte E-Auto von Mercedes werden.

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